28.03.2019

Damit der Madonnenberg zum Blickfang wird

Damit der Madonnenberg zum Blickfang wird

Seit Mittwoch gibt es eine neue Informations-Tafel: Sie beschreibt die Bedeutung des Berges in historischer und ökologischer Hinsicht

Alle Informationen auf einen Blick (v.l.): Bauamtsmitarbeiter Patrick Schmidt, Bürgermeister Hansjörg Höfer, Stefanie Fey (Geo Naturpark) und Jan Frings (Ilek). Foto: Peter Dorn

Von Nicoline Pilz

Schriesheim. Wenn die Teilnehmer am Blütenwegfest, das am 14. April auf einer elf Kilometer langen Strecke zwischen Großsachsen und Dossenheim stattfindet, die Station am Madonnenberg erreicht haben, sollten sie einen Blick auf die Info-Tafel werfen. Denn die ist neu.

Sie beschreibt die Bedeutung des Madonnenbergs in historischer und ökologischer Hinsicht: "Der Madonnenberg ist ein besonders charakteristischer Ausschnitt der historischen Kulturlandschaft des Bergstraßenhangs zwischen Rheinebene und Odenwald. Namensgebend ist eine Madonna-Skulptur aus Sandstein oberhalb der Hanglage", heißt es unter anderem auf der Tafel. Bilder der Statue, von Flora und Fauna ergänzen den Inhalt, für den das Ilek-Regionalmanagement verantwortlich war. "Inhaltlich war die alte Tafel überholt, verblichen und nicht mehr lesbar", sagte Jan Frings seitens des "Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts Blühende Badische Bergstraße".

Finanziert wurde die neue Tafel im mittleren dreistelligen Bereich von der Stadt Schriesheim mit anteiliger Förderung durch den Geo-Naturpark, wo Schriesheim eine der sechs Mitgliedskommunen ist. Die Instandsetzung des Gerüsts habe der Bauhof übernommen, sagte Bauamtsmitarbeiter Patrick Schmidt. Bürgermeister Hansjörg Höfer und Stefanie Fey, Geschäftsführerin des Geo Naturparks Bergstraße-Odenwald, freuten sich, dass die Einweihung gestern pünktlich vor dem beliebten Blütenweg-Fest stattfinden konnte.

Rechtzeitig fertiggestellt vor diesem Ereignis ist auch die neue Gartenfibel, die Frings am Mittwoch präsentierte. "Sie ist gedacht als Handbuch für die Gartenbesitzer in den Hanglagen", erklärte er. Zu haben ist die Gartenfibel an den Ständen des Blütenwegfests aber für alle Interessierten. Man findet in ihr Tipps und Wissenswertes rund um die Pflege und den Erhalt von Grundstücken an der Bergstraße, über Unterstützungs- und Ernteverwertungsmöglichkeiten.

Nicht nur in dieser Gartenfibel, sondern auch vor Ort wird erfahrbar, welchen Beitrag Ziegen als Landschaftspfleger haben. An der Station Madonnenberg sind sie beim Blütenwegsfest im Einsatz. An diesem idyllischen Fleckchen, untermalt vom leisen Murmeln des Fohbachs, der in diesem Abschnitt nicht verdolt ist, gibt es zudem Gegrilltes vom heimischen Wild, einen Weinstand, eine Ausstellung von Wildtierpräparaten und die Möglichkeit zum Bogenschießen. Auch nicht unwichtig: Mindestens eine Toilette wird der Bauhof hier aufstellen.

Die neue Informationstafel ersetzt die ehemalige Hinweistafel des Vereins Weinbau Madonnenberg Schriesheim aus den frühen 1990er-Jahren. Und stammt somit aus einer Zeit, als der Madonnenberg wegen der Errichtung einer umstrittenen Aussichtshütte in die Schlagzeilen geriet. Die Hütte selbst musste nach höchstrichterlichem Urteil letztlich wieder abgerissen werden.

Schnee von gestern. Die Infotafel richtet ihren Fokus auf andere Geschichten. Darauf, dass in diesem Bereich nach Aufgabe des Weinbaus Pfirsiche und Aprikosen angebaut wurden. Und sie erwähnt aktuelle Entwicklungen und Landschaftspflegemaßnahmen, mit denen verwahrloste Grundstücke wieder gepflegt werden. Und dadurch insbesondere der Westhang des Madonnenbergs wieder zum schönen Blickfang und wichtigen Biotop entwickelt wird. Eines ist Stefanie Fey wichtig: "Die gute Kooperation zwischen den Beteiligten. Weil alle mitmachen, können Projekte gelingen", sagte sie gestern.

Info: Blütenwegsfest am 14. April von 11 bis 17 Uhr auf dem Blütenweg zwischen Hirschberg, Schriesheim und Dossenheim. Auf der elf Kilometer langen Strecke erwarten die Teilnehmer zahlreiche Stände mit Mitmachaktionen, Informationen, Gewinnspiele und regionale Produkte.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung