13.04.2019

Als Zeichen der Freundschaft ein "rond-point" für Uzès

Als Zeichen der Freundschaft ein "rond-point" für UzèsDer Kreisverkehr am Wohngebiet "Fensenbäume" soll nach der Partnerstadt Uzès benannt werden

Von Marco Partner

Schriesheim. Ein Kreisel soll für einen flüssigen Verkehr sorgen. Die Insel in der Straßenmitte kann aber auch Symbolträger sein. Ein Sinnbild für Freundschaft, Verbundenheit und Historie. Ein Merkmal gegen das Vergessen. Dass der Kreisverkehr an der Zufahrt zum Wohngebiet "Fensenbäume" einst ein Zeichen deutsch-französischer Freundschaft darstellen sollte, ist heute kaum mehr bewusst. Aus diesem Grund forderte die SPD die Umbenennung des Straßentellers in Uzès-Kreisel, um auf die nunmehr 35-jährige Freundschaft zur südfranzösischen Partnerstadt zu verweisen.

Sebastian Cuny machte um seine französischen Wurzeln kein Geheimnis. Im Gegenteil blickte der Sozialdemokrat tief in die grausame Geschichte zurück, als er bei der Gemeinderatssitzung auf die eigentliche Bedeutung seines SPD-Antrags verwies. 1916: die Schlacht von Verdun. 1940: der Einmarsch der deutschen Truppen in Frankreich. In beiden Weltkriegen standen sich Deutschland und sein westliches Nachbarland feindlich gegenüber. "Als ich klein war, musste ich manchmal fragen, auf welcher Seite meine Vorfahren standen", verriet Cuny.

Heute - 74 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges - ist diese Situation für den Nachwuchs undenkbar. "Die Kinder von heute sind die erste Generation, die ohne Zeitzeugen der Weltkriege aufwachsen", erklärte der Genosse. Die wahre Bedeutung von über 70 Jahren Frieden versteht man aber wohl erst, wenn man sich mit dem Krieg befasst. Aus diesem Grund wurde 1984 die Partnerschaft zwischen Schriesheim und Uzès geschlossen. "Im Bestreben, das Zusammenleben der Menschen in Frieden und gegenseitiger Achtung zu fördern", zitierte Cuny aus der Partnerschaftsurkunde.

Und auch der Kreisel folgte diesem Symbol. In den Farben der französischen Flagge wurde er mit Lavendel und Rosen bepflanzt. Die unterschiedlichen Blütezeiten ließen die französischen Nationalfarben jedoch selten zeitgleich erstrahlen, sodass kaum jemand Notiz davon nahm. Bei der Neubepflanzung wurde die blau-weiß-rote Farbkombination sogar ganz aufgegeben. Mit der Namensgebung in Uzès-Kreisel würde nun die Städtepartnerschaft im Stadtbild Schriesheims eine Renaissance erleben. Ein Vorschlag, mit welchem sich auch die anderen Fraktionen anfreunden konnten. "Jetzt, so kurz vor der Europawahl, kann man sogar richtig neidisch auf diese Idee sein", gestand Wolfgang Renkenberger (FDP).

Die Frage ist nur, wie soll die genaue Gestaltung aussehen? "Jetzt ist Kreativität gefragt", fand Andrea Diehl (CDU) - und schlug ein Wappen vor. Jutta Becker (Freie Wähler) wollte für die neue Aufmachung den AK Grünfläche involviert wissen. Bürgermeister Hansjörg Höfer gab jedoch zu bedenken, dass die Verkehrssicherheit nicht eingeschränkt werden darf - und der Handlungsspielraum somit wohl kleiner ist als die kreativen Ideen. Höfer scherzte zum Abschluss: "Wenn es einfach wäre, wäre es nicht in Deutschland."

Info: Am Dienstag, 30. April, lädt der Förderkreis "Partnerschaft Schriesheim-Uzès" um 18 Uhr in den Zehntkeller ein, um 35 Jahre Partnerstadt zu feiern.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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