28.04.2019

"Memorial Stair Climb": Vier Feuerwehrmänner schwitzen für das Abenteuer New York

Hartes Trainieren in Mannheim für den "New York City Memorial Stair Climb" am 4. Mai

Von Karin Katzenberger-Ruf

Dossenheim/Schriesheim. Der 2001 eingeweihte Victoria-Turm am Mannheimer Hauptbahnhof ist ein nicht ganz 100 Meter hohes, rautenförmiges Gebäude mit gläserner Fassade, 27 Stockwerken und einem schier endlosen Treppenaufgang. Für vier junge Männer, allesamt Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren Dossenheim und Schriesheim, sind die Stufen - die sie noch nicht so genau gezählt haben - seit geraumer Zeit Trainingsstrecke vor ihrer Teilnahme am "New York City Memorial Stair Climb", der am 4. Mai zum fünften Mal stattfindet. Gelaufen wird im Gedenken an die 343 Feuerwehrleute und 69 Polizisten, die beim Anschlag auf das World-Trade-Center vor fast 18 Jahren ums Leben gekommen sind.

Der neue Wolkenkratzer, der vor Ort entstanden ist, zählt 80 Stockwerke. Am Treppenlauf beteiligen sich Mitglieder von Feuerwehren aus aller Welt. Den Weg nach oben müssen die Einsatzkräfte in voller Montur mit Helm, Schutzanzug und Sauerstoffflaschen auf dem Rücken meistern.

Darunter sind in diesem Jahr auch die folgenden Floriansjünger von der Bergstraße: Tobias Beck ist bei der Berufsfeuerwehr Mannheim beschäftigt und mit 35 Jahren der Älteste in der Gruppe - aber auch der Schnellste. Bei der Trainingsstunde im Victoria-Turm schafft er es drei Mal rauf und runter. Als Feuerwehrmann im Hauptberuf hat er auch Trainingsmöglichkeiten während der Dienstzeit. Damit ist er gegenüber seinen Mitstreitern etwas im Vorteil.

Der 28-jährige Dominik Ridinger, selbstständiger Elektriker, gibt zu: "Ich habe momentan viel Stress, das hat Auswirkungen auf meine Kondition. Aber ich gehe auch kein unnötiges Risiko ein." Für Dennis Pereila-Gonzales, 27 Jahre alt, Industriemechaniker, ist es auch nicht der ideale Tag. Schon nach dem ersten Lauf reißt er sich den Helm vom Kopf und die schweren Klamotten vom Leib - dann liegt er erst mal kurz flach. Dominik Brand, mit 23 Jahren der Jüngste, arbeitet inzwischen als Elektriker in Kaiserslautern und versucht, möglichst oft zum Mittwochstraining nach Mannheim zu kommen.

Die "Technik" ist bei allen vier Wehrmännern ähnlich: Nicht im Laufschritt geht’s nach oben, sondern eher im schnellen Gehen, wobei idealerweise zwei Stufen auf einmal genommen werden. Außerdem haben alle "Musik auf den Ohren". Je nach Geschmack Techno, Seemannslieder von "Santiano" oder Schlager von Helene Fischer.

Die Melodien sollen den Schritt beflügeln, die tolle Aussicht ist ebenfalls eine gute Antriebsfeder. Außerdem stehen im letzten Stockwerk die mitgebrachten Wasserflaschen bereit, denn es ist ganz schön warm an diesem Abend. Und die Männer wissen: New York ist eine ganz andere Hausnummer - nämlich mehr als drei Mal den Victoria-Turm hoch.

Die vier Jungs wollen den Treppenlauf irgendwie schaffen, sonst hätten sie den Flug in die USA ja gar nicht erst buchen brauchen. Am 1. Mai heben sie ab über den Großen Teich und haben dann noch ein paar Tage, um sich vom "Jetlag" zu erholen. Eine Woche bleiben sie in der Stadt, die niemals schläft und wollen dann als Bezwinger des Wolkenkratzers nach Deutschland zurückkehren.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung