19.05.2019

Neuer Anlauf für einen Radweg nach Altenbach

Neuer Anlauf für einen Radweg nach AltenbachSeit vielen Jahren kämpft Suzanne Epp für die Verbindung - Jetzt scheint zumindest ein Provisorium möglich

Auf nach Schriesheim: Suzanne Epp (2.v.l.) führte am Sonntag eine Wanderung entlang eines möglichen Radweg-Provisoriums in die Kernstadt an. Foto: Dorn

Von Frederick Mersi

Schriesheim-Altenbach. "Wenn wir Straßen überqueren, muss jeder auf sich selbst achten", ruft Suzanne Epp in die Runde. Die Gruppe von 20 Wanderern setzt sich in Bewegung, mit der Vorsitzenden des Altenbacher Turnvereins in gelber Warnweste an der Spitze.

Sie kennt die Strecke in- und auswendig, hat schon vergessen, wie oft sie dort allein oder mit Vertretern der Stadtverwaltung unterwegs war. Dennoch arbeiten Epp und ihre Mitstreiter weiter an ihrem großen Traum: einem Radweg von Schriesheim nach Altenbach.

Zwar hat der Gemeinderat im Januar beschlossen, dass die Stadt sich um eine Aufnahme der Verbindung ins Wegenetz des Rhein-Neckar-Kreises bemühen soll. Doch selbst wenn die Bewerbung erfolgreich sein sollte, müsste am Ende das Regierungspräsidium Karlsruhe als verantwortliche Behörde für die Landstraße in den Ortsteil aktiv werden. "Das dauert noch mal mindestens zehn Jahre", sagt Epp.

Deswegen wirbt sie seit Langem bei Infoabenden und in Gesprächen mit Gemeinderäten und Vertretern der Stadtverwaltung für ein Provisorium, am Sonntag will sie mögliche Routen mit Interessierten abwandern - hin und zurück. Trotz kühlen Wetters sind einige Altenbacher zum Start am Ortsmittelpunkt gekommen, mit festem Schuhwerk ausgestattet.

Das ist auch nötig: Nach dem Beginn in der Unteren Kippstraße geht es über einen schmalen Trampelpfad hinauf zur Blumenstraße, dann auf einem Forstweg in den Wald. Schon auf diesem Wegstück wird klar, dass der provisorische Radweg nichts mit den in der Rheinebene geplanten Pendler-Schnellwegen zu tun haben würde. "Das Gelände ist schwierig", sagt Epp. "Wir wollten aber darauf achten, dass wir möglichst wenige private Grundstücke einbeziehen."

Die Strecke führt überwiegend durch Stadtwald, asphaltiert ist kein einziger Meter außerhalb der Wohnbebauung. Auf mehreren Hundert Metern ist ein Lückenschluss nötig, die Wanderer orientieren sich auf ihrem Weg durchs Unterholz an gelb markierten Baumstämmen. Zwei Varianten existieren in den Köpfen der Radweg-Befürworter: eine mit starker Steigung, kurzer Strecke und Serpentinen, die Bürgermeister Hansjörg Höfer favorisiert, und eine flachere, längere Route, die Epp vorziehen würde.

Am Dienstag hat sich die Vorsitzende mit dem Bürgermeister und Bauunternehmer Stefan Pfeifer zu einer weiteren Begehung getroffen. Das Ergebnis: Höfer will nach den Pfingstferien Gespräche mit den Grundstückseigentümern aufnehmen, die von der steileren Route betroffen wären. "Wenn die zustimmen, können wir in die Vorplanung gehen", sagt Höfer. Vor November könnten die Arbeiten im Wald aber schon wegen Brutzeiten nicht beginnen.

Klar ist Epp, Höfer und seit Sonntag auch allen Mitwanderern: Das Provisorium würde vor allem ein Wanderweg, "der auch von geübten Radfahrern genutzt werden kann", wie der Bürgermeister es ausdrückt. Doch auch das wäre aus Epps Sicht ein Gewinn für den Ortsteil: "Das hätte großen Naherholungswert."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung