21.05.2019

Kommunalwahl in Schriesheim: Vereine sollen für "Koordinator" zahlen

Kommunalwahl in Schriesheim: Vereine sollen für "Koordinator" zahlenCDU-Fraktionschef Michael Mittelstädt und Stadtverbandsvorsitzende Christiane Haase stellen Alleinstellungsmerkmale im Programm vor

Werben mit Verlässlichkeit um Wählerstimmen: CDU-Stadtverbandsvorsitzende Christiane Haase und Fraktionschef Michael Mittelstädt. Foto: Dorn

Von Frederick Mersi

Schriesheim. Eine familienfreundliche Stadt, die Weiterentwicklung der Infrastruktur, das Fördern des Ehrenamts - über diese Allgemeinplätze im Wahlprogramm der CDU will Michael Mittelstädt gar nicht reden: "Das wollen alle anderen auch", sagt der Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten im Gemeinderat, der am 26. Mai als Spitzenkandidat antritt. Stattdessen hat er sich mit Stadtverbandschefin Christiane Haase fünf Punkte herausgesucht, die vor allem die CDU explizit auf der Agenda hat:

> Reform des Mathaisemarkts: Als "nicht mehr zeitgemäß" beurteilt Mittelstädt Teile des großen Schriesheimer Volksfests: "Vor allem am Montag und Dienstag ist das Interesse nicht mehr da." Höhepunkte wie Krönung und Festzug seien zwar "heilige Kühe", das Abendprogramm an den anderen Festtagen könne man aber frei gestalten. "Viele Zugezogene sagen: ,Tolle Veranstaltung, aber es müsste etwas moderner sein’", bestätigt Haase. Beide sehen den Marktausschuss als den besten Rahmen, um Ideen und Konzepte zu entwickeln. "Es sollte dabei nicht nur um die Diskussion über Bierausschank im Festzelt gehen", so Mittelstädt.

> Unternehmertreffen: "Die Selbstständigen fallen in Schriesheim immer ein bisschen hinten runter", findet Christiane Haase. Doch gerade kleinere Betriebe will die CDU in Schriesheim fördern. "Schwerindustrie können wir hier ja nicht ansiedeln", sagt Mittelstädt. Doch in Schriesheim Raum für Start-up-Unternehmen zu finden, sei schwer, meint Haase. "In Ladenburg wurde kürzlich ein Gebäude mit Co-Working-Spaces eingeweiht", erzählt die Marketingberaterin. "Diese Firmen wollte ich gern in Schriesheim haben, aber es gab keine Fläche, die man mir vermieten konnte." Dabei stünden auf dem Duscholux-Gelände immer noch viele Gebäude leer, so Mittelstädt. Mit regelmäßigen Unternehmertreffen will die CDU deshalb den Dialog zwischen den Gewerbetreibenden aufrecht erhalten - auch um Aktionen gegen den Fachkräftemangel wie beim diesjährigen Ma-thaisemarkt zu wiederholen.

> Vereinskoordinator: Einen festen Ansprechpartner für Ehrenamtliche bei der Stadtverwaltung fordern zwar auch andere Parteien und Wählervereinigungen. Die CDU will aber, dass die Vereine selbst dafür aufkommen. "Die Stadt hätte so keine zusätzlichen Personalkosten", sagt Haase. Gleichzeitig dürfe man die Argumentation der Verwaltung, dass Vereinsvertreter im Rathaus immer offene Türen vorfänden, so nicht mehr gelten lassen, sagt Mittelstädt: "Wenn die Ansprechpartner in der Verwaltung ständig wechseln, braucht es diese zentrale Anlaufstelle." Beim ersten Anlauf der Ehrenamtlichen mit diesem Vorschlag vor einigen Jahren war der Gemeinderat noch der Meinung der Stadtverwaltung gefolgt: "Den Mehrwert eines solchen zentralen Kümmerers hatte ich damals nicht bedacht", gibt Mittelstädt ehrlich zu.

> Voraussetzungen für ein Neubaugebiet: Die SPD legt den Schwerpunkt auf bezahlbaren Wohnraum, die Grüne Liste auf ökologischen Ausgleich. Für die CDU gilt dagegen bei einem Neubaugebiet Süd: "Es muss sich für Schriesheim rechnen." Vorher müsse man über Flächenverbrauch oder andere Themen gar nicht diskutieren, findet Mittelstädt.

> Weihnachtsmarkt in der Altstadt: "Schriesheim hat Atmosphäre", sagt Christiane Haase. Die Umgebung des Weihnachtsdorfs auf dem Festplatz vor dem Rathaus ist zwar praktisch für Stromversorgung sowie Auf- und Abbau, allerdings in der Vorweihnachtszeit auch wenig einladend. Deswegen plädiert die CDU für einen Weihnachtsmarkt rund um den Stadtbrunnen.

Was die eigenen Kandidaten angeht, wirbt der Fraktionschef im Pressegespräch vor allem mit Verlässlichkeit: "Bei den Themen, wo man Flagge zeigen musste, konnte man sich auf die CDU verlassen." Als Beispiele nennt Mittelstädt die Sanierung des Kurpfalz-Gymnasiums ("Sonst wäre der Schulstandort infrage gestellt worden") und die Diskussion um eine Erweiterung der Notunterkunft am Wiesenweg.

Christiane Haase sieht darüber hinaus eine gute Mischung "aus Schriesemern und Schriesheimern". Die CDU in der Weinstadt achte entgegen dem in der Bundespolitik angestaubten Image auf moderne Ideen: "Wir müssen gucken, dass wir die Leute begeistern."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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