31.05.2019

Viele Männer, ein Ziel: KSV-Ringer luden am Donnerstag zum "Vaddertagsfeschd"

Viele Männer, ein Ziel: KSV-Ringer luden am Donnerstag zum "Vaddertagsfeschd"

30 Helfer bewirteten die zahlreichen Besucher

Von Karin Katzenberger-Ruf

Schriesheim. Fünf Freunde aus Weinheim, alle über 50, steigen um die Mittagszeit aus einer Bahn der RNV-Linie 5 und wollen heute nur eins: Bier trinken. Kein "Maß" wie letztes Jahr beim Münchner Oktoberfest, sondern lieber Weizen und das auch nur in Maßen, wie Jürgen ankündigt. Die fünf kennen sich vom Sportverein, doch es ist erst ihr zweiter gemeinsamer Vatertagsausflug.

"Wir waren mal mit dem Bollerwagen am Blütenweg unterwegs, aber nach zwei Stunden war das Bier warm, weil wir keine Kühltasche dabei hatten", erinnert sich Michael. Nun haben sich die fünf einfach mal darüber informiert, was in der Region so los ist und sind unter anderem auf’s "Vaddertagsfeschd" des Kraft-Sport-Vereins (KSV) Schriesheim gestoßen. Das wollen sie später mal ansteuern. "Unsere Frauen sind heute in die Pfalz gefahren, das ist eigentlich der Grund für unseren Ausflug", ist noch zu erfahren.

Derweil ist vor der KSV-Halle schon einiges los, Kinder haben bereits die Hüpfburg in Beschlag genommen. Das Bier kommt von der "Woinemer Hausbrauerei". Auch wenn dort immer wieder neue Kreationen entstehen, am Vatertag hat man sich auf die gängigsten Sorten beschränkt. Unter anderem steht aber auch alkoholfreies Weizen auf der Karte. "Das ist wirklich gut, schmeckt sogar meinem Mann, und das will was heißen", verrät eine Besucherin.

Schon seit vielen Jahren ist die KSV-Abteilung "Ringen" Ausrichter des Festes vor der Sporthalle. Ein eingespieltes rund 30-köpfiges Team kümmert sich um das Wohl der Gäste, steht am Tresen und am Grill oder bereitet Klassiker wie Currywurst mit Pommes zu. "Das sieht ja lecker aus, da gehen wir später was essen", meint eine junge Mutter aus Dossenheim, die mit ihren beiden Söhnen auf dem Weg zum Minigolfplatz ist.

Einen Ortswechsel hat auch das "Vaddertagsfeschd" hinter sich: Vor vier Jahren beschloss der KSV, die Feier vom Stadtkern ans Sportzentrum zu verlegen - aus logistischen Gründen. "Irgendwie war es früher vor dem alten Rathaus schon gemütlicher", findet ein Gast. Aber er hat auch Verständnis für die Verlegung. Zumal der Verein dann auch den umliegenden Wirtshäusern keine Konkurrenz mache. Und auch am neuen Feierort kann der Verein mit Lauf- oder Fahrkundschaft rechnen: Mit den Fahrrädern ist eine Familie aus Leutershausen Richtung "Vaddertagsfeschd" unterwegs. Die Fahrt durch die Felder habe sich bei dem schönen Ausflugswetter einfach angeboten, und die beiden Mädchen seien ganz wild auf Hüpfburgen. "Sind halt zwei eifrige, kleine Turnerinnen", sagt die Mutter nicht ohne Stolz.

"Die machen heute sicher einen guten Umsatz, dafür schaffen sie aber auch den ganzen Tag", ist an einem der Tische zu hören. Zwei ältere Herren unterhalten sich über die Vereinsfeste in ihrer Jugendzeit. Da gab es demnach noch Waldfeste, die heute wahrscheinlich gar nicht mehr genehmigt würden. "Den Vereinen wird mit all den Vorschriften das Leben doch immer schwerer gemacht", meint einer der beiden. Allerdings: Bei den Waldfesten sei das Bier oft zu warm gewesen, konnte man es doch nur in Wasserwannen kühlen.

Dieses Problem stellt sich am Donnerstag beim KSV nicht: Das Bier bleibt trotz angenehm frühsommerlicher Temperaturen und Sonnenschein gut gekühlt - bis es in den Kehlen vieler durstiger Besucher verschwindet.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung