03.06.2019

Mini-Wingert bekommt neuen Pfleger

Nach Karl-Heinz Schulz bewirtschaftet nun Wolfgang Frank die 50 Rebstöcke am "Rathausbuckel"

Schriesheim. (kaz) "Den Wein kann man trinken, aber macht aus den Trauben doch besser einen Schnaps" - das Urteil eines Fachmanns hat sich Karl-Heinz Schulz zu Herzen genommen. Seit 2011 kümmert sich der ehemalige SPD-Stadtrat und Ex-Vorsitzende des Verkehrsvereins um die Reben am "Rathausbuckel" und will mit 75 Jahren den Mini-Wingert nun in jüngere Hände geben.

Wolfgang Frank, der ihm zwischen Rebschnitt und Lese schon bisher zur Hand ging, wird nun die Pflege der rund 50 Rebstöcke am Winzer-Denkmal vor dem Rathaus übernehmen. Auf dem kleinen Areal wächst zwischen Silvaner, Spätburgunder, Grauem Burgunder, Riesling und Müller-Thurgau alles, was der Boden hergibt. Das Denkmal stiftete der ehemalige Bürgermeister Peter Riehl anlässlich seines 20. Dienstjubiläums 1994. Dafür stand wiederum Winzer Peter Grüber Modell.

Die Reben schneiden, spritzen, den Boden mulchen, die Trauben ernten: Diese Arbeiten fallen auch auf dem Mini-Wingert an, wobei die Lese meistens in einer halben Stunde erledigt ist. Der Schnaps vom "Rathausbuckel" ist aber nicht käuflich, sondern wird zu besonderen Anlässen wie runden Geburtstagen vom Bürgermeister verschenkt.

Als Hobby-Winzer bewirtschaftet Wolfgang Frank derzeit 37 Ar Reben und liefert die Trauben an die Winzergenossenschaft zur Weiterverarbeitung im Winzerkeller Breisach. 2018 brachte die Lese, wie in vielen Weinbergen, auch am Winzer-Denkmal einen guten Ertrag. Die rund 50 Rebstöcke am Rathaus wird auch Wolfgang Frank eher "so nebenbei" pflegen, im Durchschnitt eine Stunde pro Woche vor Ort sein. Das hatte sich auch Karl-Heinz Schulz vor der Übergabe an seinen Nachfolger schon so ausgerechnet.

"Schdolz bin isch uf Schriese, uf soin gude Woi", eine Zeile aus dem "Schriesemer Lied", ist vor der Rebfläche auf einer Tafel zu lesen, die auch auf die Ortsgeschichte eingeht, beginnend bei der Schenkungsurkunde an das Kloster Lorsch aus dem Jahr 766. Dort sind die Namen Kuhberg oder Vohbach schon erwähnt.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung