07.06.2019

Bergwerk Schriesheim: So sieht die frisch renovierte Grube Anna Elisabeth aus

Bergwerk Schriesheim: So sieht die frisch renovierte Grube Anna Elisabeth aus

RNZ schaute sich auf Gelände, im Schachthaus und in Stollen der Grube um - Großes Bergwerksfest am Wochenende

Im Verlauf der abgeschlossenen Renovierungsarbeiten hat die Grube Anna-Elisabeth ein neues Gebrück erhalten. Für Laien: Gemeint ist der Boden. Fotos: Dorn

Von Nadine Rettig

Schriesheim. Die Helfer des Bergwerksvereins Schriesheim haben alle Hände voll zu tun. Bereits am Mittwochnachmittag wird im Hof des Bergwerks das große Fest vorbereitet, das am kommenden Wochenende stattfindet. Dann soll die Arbeit gewürdigt werden, die die Mitglieder in den letzten vier Jahren geleistet haben. Schatzmeister Herbert Machatschek steht auf dem Hof und schaut sich zufrieden um.

Denn nicht nur im Inneren des Stollens sind die Mühen zu erkennen, die in den vergangenen Jahren investiert wurden. Auch auf dem Außengelände gibt es Neuerungen zu bestaunen. "Das fängt schon bei der Hangverkleidung an", sagt er und zeigt auf die imposante Steinmauer, die das Areal umgibt. "Mit den Jahrzehnten wurde das bisher vorhandene Holz morsch. Daher haben wir uns für den Steinwall als Ersatz entschieden", erklärt er. Bevor es in den Stollen hineingeht, führt der Weg jedes Besuchers ins Schachthaus. Dort warten Helme und Mäntel.

Die Prämisse laute "Sicherheit geht vor", betont Machatschek. "Wir hatten in all den Jahren noch keinen Unfall, und das soll so bleiben." Im Inneren des Schachthauses gibt es weitere Ergebnisse der Renovierungsarbeiten zu bestaunen. Doch von außen ist davon nichts zu erkennen. Die Baufirmen ließen viel Fingerspitzengefühl walten und achteten darauf, den alten Charme des Gebäudes zu bewahren. Lediglich im Inneren verrät die an manchen Stellen hellere Farbe des Holzes, dass kräftig gewerkelt wurde. Dass die Schutzkleidung in einem abgetrennten Raum hängt, sei nicht immer so gewesen, erklärt Machatschek, während er gelbe Helme von der Wand holt.

Was in dem Raum noch auffällt, ist der riesige Elektroschrank. Die Besonderheit am neuen Hauptverteilerschrank liegt allerdings nicht nur in seiner Größe, sondern auch in seinem Standort. Bisher war dieser immer im Stollen. "Die Leitungen mussten also vom Stollen neu verlegt werden", erklärt Machatschek den Kraftakt.

Doch es hat sich gelohnt: "Das ist alles auf dem neuesten Stand der Technik." Mit der entsprechenden Schutzkleidung geht es schließlich Richtung Stollen. Kurz vor dem Eingang erinnern Schienen an die Zeit, in der in dem Bergwerk noch unter Tage gearbeitet wurde. Doch auch hier mischt sich das Alte mit dem Neuen. Die Renovierungsarbeiten haben auch dem Eingang eine neue Optik verliehen.

Was früher einem Garagentor glich, ist nun einem imposanten Steintor gewichen. "Der neue Eingang ist das Prunkstück der Arbeiten", sagt Machatschek, ehe es in den Stollen hinein geht. Während das Thermometer draußen 33 Grad anzeigt, ist es im Inneren kühl. "Hier drinnen herrscht das gesamte Jahr über eine konstante Temperatur von zwölf Grad"so der Schatzmeister. Gleich nach den ersten Metern stehen die Besucher vor dem nächsten Ergebnis der Renovierungsarbeiten. Auch hier wurden die Holzverkleidungen der Wände durch Mauersteine und Stahlträger ersetzt.

Wer sich ein Stückchen weiter in den Stollen hineinwagt, erkennt einen Unterschied am Boden. Während nach ein paar Metern der Kies unter den Füßen knirscht, ist der Boden im Eingangsbereich mit Steinen gepflastert. "Das haben wir mit unseren eigenen Leuten gemacht", so Machatschek. Während viele der anderen Arbeiten rund um den Stollen von Schriesheimer Firmen erledigt wurden, haben die Mitglieder des Vereins im Inneren Hand angelegt. "Was wir selber machen konnten, haben wir auch selbst gemacht", sagt Machatschek.

Hierzu zählt die Neuerung am "Gebrück", einem Fußboden, unter dem der offene Stollen liegt. Hier haben die Freiwilligen altes durch neues Holz ersetzt. "Das war ein Riesen-Aufwand", so Machatschek. Er habe viele Stunden bei der Arbeit im Stollen verbracht. "Eigentlich jeden Samstag haben wir hier im Stollen gearbeitet." Er betont aber auch, dass die Mitglieder nur die Dinge selbst gemacht haben, die auch in ihren Möglichkeiten lagen. "Das ist hier kein Abenteuerspielplatz", betont er. Aus diesem Grund erfolgen alle Aktionen am Stollen in Absprache mit dem Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau in Freiburg. Für die Hilfe der Stadt Schriesheim ist Machatschek dankbar. "Ohne Zuschüsse wäre die Renovierung in diesem Ausmaße niemals möglich gewesen." Auch die Arbeit mit den Firmen habe tadellos funktioniert.

Was in den nächsten Jahren auf ihn und die Vereinsmitglieder zukommt, weiß Machatschek noch nicht. "Eigentlich dürften jetzt erst mal keine großen Arbeiten mehr anfallen", sagt er, als man den Stollen verlässt und einem die Sommerhitze entgegenschlägt. "Doch in einem Bergwerk kommen die Dinge unverhofft, denn ein Bergwerk lebt." Nun wird aber erst einmal mit den Schriesheimern gefeiert und angestoßen: Auf die abgeschlossene Renovierung, auf alle Helfer und auf ein Bergwerk, das lebt.

Für die RNZ öffnete Schatzmeister Herbert Machatschek den Verteilerschrank, der jetzt im Schachthaus ist. (Foto: Dorn)

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung