17.06.2019

Sommernachtsfest: Hoch her ging es im Haus der Schriesheimer Feuerwehr

Sommernachtsfest: Hoch her ging es im Haus der Schriesheimer FeuerwehrMusik, Ausstellungen und Spiele zogen viele Besucher an – Riesen-Hüpfburg machte Drehleiter Konkurrenz

Von Günther Grosch

Schriesheim. Die auf 32 Meter ausfahrbare Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr stand zwar erst ab dem Sonntagvormittag beim 50. Geburtstag der Jugendfeuerwehr im Blickpunkt. Dafür aber hatte die "T-Band" die Schriesheimer und ihre 17 Gäste der Partnerwehr aus dem Kärntner St. Margarethen bereits am Samstagabend bis nach Mitternacht beim Feiern begleitet.

Ausgelassene Stimmung vor dem Gerätehaus und rund um den Festplatz kennzeichnete das Sommernachtsfest der Blauröcke, die mit "Fire’n’Groove" erneut einen musikalischen Volltreffer landeten. Musikalisch querbeet aufgestellt, zeigten sich die Musiker um Klaus Schenk, Jörg Dalmolin und Wolfgang Amann nicht nur selbst "on fire", sondern rissen damit auch mehrere Hundert Besucher vor und in der proppevollen Fahrzeughalle mit.

Etwas ruhiger, aber nicht weniger spektakulär zeigte sich der Sonntagvormittag, der unter dem Motto "Retten, Löschen, Bergen, Schützen" stand. Bereits zu früher Stunde liefen hier die drei Gebläse zur Füllung des fast 17 Meter langen, sechs Meter breiten und knapp sieben Meter hohen Riesenfeuerwehrautos auf Hochtouren. Hier von einer herkömmlichen Hüpfburg zu sprechen, wäre untertrieben. Galt es für die Allerjüngsten doch nicht nur zu hüpfen, sondern auch zu rutschen und Slalom zu laufen.

Während Jaden und Leon an der Kübelspritze pumpten, was die Muskeln hergaben, um den feurigen Atem von Feuerwehrmaskottchen "Grisu" zu löschen, leitete an anderer Stelle Melis Chavbin die Schlange stehenden "Freiwilligen" zum Sandsack-Zielwerfen an. Nostalgiker waren bei Oberlöschmeister Thomas Weber und der aus dem Jahre 1901 stammenden, von vier Mann zu bedienenden Handdruckspritze der Ursenbacher Wehr an der richtigen Stelle. Deren Bedienung war gar nicht so einfach. Musste doch zunächst der 250 Liter fassende Wasserbehälter mittels "Eimerkette" gefüllt und gleichzeitig dafür gesorgt werden, dass der Behälter während des rhythmischen Pumpens nicht leerlief. 800 Liter in drei Minuten als Pumpenleistung sorgten oft erst nach Stunden für das erlösende "Feuer schwarz" aus dem Munde des Kommandanten.

Die Ursenbacher Wehr sorgte auch dafür, dass am "Zeitstrahl" die Ausrüstung der Blauröcke und die technische Modernisierung ihrer Einsatzfahrzeuge sichtbar wurden. Mit derzeit neun Fahrzeugen und einem Quad ist die Wehr inzwischen bestens ausgestattet.

Weniger gut bestellt ist es dagegen um das im Herzen der Weinstadt gelegene, 30 Jahre alte Feuerwehrdomizil. Bei der Gründung der Wehr 1878 waren die Spritzen und Pumpen noch in privaten Scheunen und auch im Keller der Strahlenberger Schule untergebracht gewesen. "Erst nach der Anschaffung des ersten Fahrzeugs, einem Opel-Mannschaftswagen, wurden die Gerätschaften an zentraler Stelle untergebracht", nennt Scherer Ort und Zeit: "In der damaligen Zehntscheuer, die dort stand, wo sich heute die Strahlenberger Turnhalle befindet." 1957 zog man an den jetzigen, verkehrsgünstiger gelegenen Standort am Festplatz, der 1989 zuletzt umgebaut und erweitert wurde. Kostenpunkt: mehr als 3,5 Millionen D-Mark. Mittlerweile steht das Haus erneut im Mittelpunkt politischer Diskussionen.

Seit Jahren tropft es im Kommandantenbüro von der Decke, und auch die räumlichen Kapazitäten reichen erneut nicht mehr aus. 2014 plädierte Bürgermeister Hansjörg Höfer für einen weiteren Anbau, geschehen ist das bisher nicht.

Um den Nachwuchs dagegen brauchen sich die Jugendwarte Nicolas Spatz und Leon Arnold keine Gedanken machen. Mit aktuell 20 Mitgliedern sei man "gut aufgestellt". Trotzdem habe man noch einige Spinde frei und freue sich über mögliche Interessenten im Alter ab zehn Jahren.

Auch Jaden Fießer, Leon Röger und Melis Chavbin sind um Antworten auf die Frage, warum sie gerne bei der Jugendfeuerwehr sind, nicht verlegen: viel Spaß haben, Herausforderungen bestehen und später Menschenleben retten.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung