21.06.2019

Wenn auch das absoluteste Halteverbot nicht hilft

Ein Schilderwald soll am Liederkranz-Denkmal die Rettungszufahrt freihalten - Dennoch wird dort immer wieder geparkt

Schriesheim. (fjm) Ob fünf Halteverbotsschilder auf 20 Quadratmetern nicht ein wenig übertrieben sind? "Von nichts kommt nichts", sagt Oliver Scherer. Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr hat lange dafür geworben, die Verkehrszeichen nahe dem Denkmal des Gesangvereins Liederkranz oberhalb der Strahlenburg aufstellen zu lassen. "Das mag völlig übertrieben aussehen", sagt er. "Aber manchmal bringt selbst diese Beschilderung nichts."

Der Forstweg, an dem die Schilder aufgestellt wurden, ist die Hauptrettungszufahrt von Krankenwagen, Notärzten, Polizei und Feuerwehr in Richtung Steinbruch und Drachenflieger-Absprungplatz. "Wenn wir dorthin ausrücken müssen, ist es meist etwas Kritisches", sagt Scherer. Doch in den vergangenen Jahren wurden die Einsatzkräfte immer wieder aufgehalten - durch Falschparker. Gerade im Sommer fahren Ausflügler auf der Suche nach Parkplätzen häufig immer weiter den Berg hinauf, um dann in den Weinbergen spazieren zu gehen. "Von Winzern bekomme ich immer wieder Bilder geschickt", sagt Scherer. Wenn dann im Steinbruch ein Kletterer verunglückt, schaffen es die Einsatzkräfte nicht schnellstmöglich an den Unglücksort.

Also wurden vor einigen Jahren die ersten Halteverbotsschilder aufgestellt, erzählt Scherer, vereinzelt und nicht fest im Boden verankert. "Die wurden dann teilweise einfach in den Wald geworfen", erzählt Scherer. Deshalb habe er weiter um eine feste Beschilderung geworben, sagt er. Eine Schranke wurde aufgestellt, mit Halteverbotsschild. An beiden Seiten des Forstwegs weisen je zwei weitere Verkehrszeichen darauf hin, dass Autos dort nicht abgestellt werden dürfen. "Dass wir das auf beiden Seiten kenntlich machen müssen, hängt auch mit dem Verkehrsrecht zusammen", so Scherer. "Auf eins hätte man theoretisch auch verzichten können", ergänzt Isabel Herschel, stellvertretende Leiterin des Ordnungsamts. Die übrigen Schilder seien an dem kurvigen Weg der Sichtbarkeit wegen aber notwendig.

Nun sollen also fünf Schilder Falschparker abhalten. Erfolgreich sind sie laut Scherer nur bedingt: "Die Situation hat sich in den vergangenen zwei, drei Jahren schon deutlich gebessert", sagt er. Dennoch habe er inzwischen zwei DIN-A4-Seiten voll mit Nummernschildern an die zuständigen Behörden weitergegeben, um Falschparker an dieser Stelle zu melden. Während eines Einsatzes habe sogar ein Wohnmobil die Zufahrt am Liederkranz-Denkmal blockiert, erzählt Scherer. "Das ganze Eck da oben ist furchtbar."

Doch im Notfall könne es um Menschenleben gehen. Und dafür sind auch fünf Schilder auf 20 Quadratmetern nicht übertrieben.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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