06.07.2019

Dorfplatzfest Altenbach kehrt nach Pause zurück

Dorfplatzfest Altenbach kehrt nach Pause zurück

MGV Liederkranz lädt am 13. Juli zu Feier am Ortsmittelpunkt ein

Von Frederick Mersi

Schriesheim-Altenbach. Jürgen Fitzer hat sich ein schattiges Plätzchen ausgesucht. Auch in Altenbach wird derzeit geschwitzt, trotz der eigentlich kühleren Lage im vorderen Odenwald. "Aber die Vorhersage fürs kommende Wochenende sieht bisher gut aus", sagt der Vorsitzende des Männergesangvereins (MGV) Liederkranz. "Sehr gutes Wetter werden wir auch brauchen, damit sich der finanzielle Aufwand lohnt."

Seit Wochen steckt der Verein in den Vorbereitungen für das Dorfplatzfest, das nach seiner erfolgreichen Premiere im Juni 2017 und einem Jahr Pause am Samstag, 13. Juli, ab 15 Uhr am Altenbacher Ortsmittelpunkt steigt. "Wir haben alles daran gesetzt, dass das wieder funktioniert", sagt Fitzer. "Der Aufwand für ein solches Fest ist immens." 30 bis 40 Helfer sind während der Feier im Einsatz, der Bühnenaufbau wird bereits am Donnerstag beginnen.

"Auch finanziell ist das Fest ein Risiko, aber wir wollen den Menschen in Altenbach etwas bieten", sagt Fitzer. Zuletzt hatte der Ortsteil nach dem Verlust des letzten Lebensmittelmarktes auch den Abzug des letzten Bankpersonals hinnehmen müssen. "Die Infrastruktur ist nun noch dürftiger", so Fitzer. "Aber jeder Altenbacher hat jetzt kapiert: Wenn irgendjemand hier etwas macht, sollte man das unterstützen."

Auch in der Stadtverwaltung herrsche nach der Debatte um zusätzliche Kosten für Sicherheitsauflagen, der Absage der traditionellen MGV-Prunksitzung im Februar und der Diskussionen mit Vereinsvertretern um den Mathaisemarkt-Festzug eine neue Offenheit, sagt Fitzer. "Die Absage und die Reaktion der Vereine haben schon etwas gebracht", so der Liederkranz-Vorsitzende. "Die Verwaltung ist wirklich interessiert daran, dass die Veranstaltung stattfindet."

Das zeigt sich unter anderem darin, dass die Stadt auf Antrag die Kosten für einen Sanitätsdienst übernimmt, den das Liegenschaftsamt zur Auflage gemacht hatte. Die Kostenübernahme für den Zeitraum eines Jahres hatte der Gemeinderat nach den Diskussionen mit Vereinsvertretern beschlossen. "Wir befinden uns jetzt in dieser Probezeit", sagt Fitzer. "Was danach passiert, werden wir sehen."

Doch auch wegen dieses Zeichen des Entgegenkommens entschied sich der Verein nach einem Jahr Pause für eine Neuauflage des Dorfplatzfestes. Beim Programm habe man sich etwas Neues einfallen lassen, sagt Hans-Peter Pröll, beim Liederkranz zuständig für Kommunikation. "Das Ganze muss neugierig machen", ergänzt Fitzer.

Zum ersten Mal mit dabei, aber in der Umgebung hinlänglich bekannt sind die Headliner des Bühnenprogramms: die T-Band. "Wir haben sie im November gebucht und sind froh, dass wir sie für das Fest gewinnen konnten", sagt Fitzer. "Vielleicht kommen so auch einige Schriesheimer hierher." Der Nachmittag gehört am kommenden Samstag aber unter anderen den Zumba-Kids vom Turnverein Altenbach und einer Hip-Hop-Gruppe der Tanzschule Nuzinger. Musikalische Unterhaltung liefern zudem Klaus Jörder und Volker Altmann als die "Au-Brothers".

Auch bei der Bewirtung gibt es Neuigkeiten: "Beans of Joy", eine Rösterei aus Dossenheim, wird aus ihrem rosafarbenen Kleinbus heraus Kaffeespezialitäten anbieten. Kuchen verkauft der MGV Liederkranz selbst, auch die bei der Premiere gut angenommene Dorfplatz-Bar wird wieder Cocktails ausschenken - auf Wunsch auch alkoholfrei. Burger, Sandwiches, Würstchen und vegetarische Optionen bietet Bernd Müller aus Schriesheim mit seinem "Foodliner" an.

"Es ist nicht einfach, die nötigen Helfer zu finden. Der Verein wird ja auch nicht jünger", sagt Jürgen Fitzer. "Aber bisher funktioniert es, und es macht einfach wahnsinnig Spaß." Deshalb wirbt der Liederkranz selbstbewusst auf Facebook, auf Plakaten und Bannern für sein Fest am Ortsmittelpunkt mit seinem "starken Ambiente", wie Hans-Peter Pröll es nennt. Besonders hofft der Verein auf den Besuch junger Familien - auch um zu zeigen, dass Altenbach ohne Bank oder Lebensmittelladen lebendig ist.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung