02.06.2004

Venus und Mars waren die Stars

Besuchermagnet: Tage der offenen Tür bei der Volkssternwarte - Jugendpflege wichtiger Teil der Vereinsarbeit

Besonders gerne wagten die Jüngsten einen Blick in die Sterne. Foto: Kreutzer

Schriesheim. (Si) Kinder und Jugendliche sind oft viel begeisterungsfähiger für die Beobachtungen des Firmaments als die Erwachsenen. Diese Erfahrung machen die Amateurastronomen immer wieder bei Veranstaltungen, so auch jetzt bei den Tagen der offenen Tür über Pfingsten.

Da bleiben einige "hängen", und die Eltern dürfen sich dann um ein passendes Fernrohr bemühen, denn das Interesse des Sprösslings wird gerade bei solchen Tagen und auch bei speziellen Veranstaltungen für Jugendliche in der Sternwarte geweckt, weiß Sternwartenleiter Roland Janz. Für die AVS ist das wichtig. Dass Vorsitzender Kurt Seib auch heute noch an der Volkssterwarte bauen kann, verdankt er seinem eigenen unermüdlichen Schaffen für diese Einrichtung und der Begeisterung seiner immer wieder neuen Mitstreiter. Seit zwei Jahren besteht nach längerer Pause wieder eine Jugendgruppe, die sich alle 14 Tage dienstags in der Sternwarte treffen. Ein kleiner aber harter Kern mit großen Zielen erneuert sich so immer wieder.

Ob Techniker, Verwaltungsfachmann, Student oder Kaufmann: Egal aus welcher fachlichen Richtung sie kommen, die Freude an der Beobachtung des Firmaments und der Auswertung des Gesehenen vereint sie. Und vor allem: Sie wollen ihr Wissen weitergeben, Volksbildung betreiben : So wurde das Wort "Bildungszentrum" auch jetzt wieder mit Leben erfüllt. An drei Pfingsttagen der offenen Tür gab es wieder ein volles Haus. Waren es die alle zehn Sekunden wechselnden Satellitenbilder im Technikraum mit den Auswertungsergebnissen oder die Ausstellung der himmlischen Jahresereignisse 2003 und 2004 oder die direkte Beobachtung an den Teleskopen oder die speziellen Vorträge zu Themen wie kosmische Sterneninseln, Himmelskörper Erde, Schattenspiele, Planetensystem und Sonnenbeobachtung oder über Sternwarten als solche: die Besucher bekamen ein eindrucksvolles Bild von der täglichen Arbeit in einer solchen Einrichtung.

Wenngleich der Blick zum Mond interessant ist und sich auch bei der Sonne oder bei den Kometen stets interessante Aspekte eröffnen, konnten die Astrononen diesmal den Wissensradius um Venus und Mars, die "Stars" der Tage der offenen Tür, erweitern. Das Internet liefert immer wieder aktuelle Bilder etwa der ESA-Sonde von Mars-Landschaften. Auch die Untersuchungsergebnisse zeigen: Auf dem Mars wird geforscht. Spuren von Wasser hat man gefunden, also war Leben theoretisch möglich.

Insgesamt zogen die Aktiven auch über die Pfingsttage 2004 ein positives Resümee. "Die Besucherzahl reichte trotz der vielen Parallelveranstaltungen in der Region an die Zahl der Vorjahre heran. Die Stammkundschaft zeigte erwartungsgemäß auch Interesse am zweiten Bauabschnitt, die Mehrheit der Besucher aus der Region ist aber mehr an den Angeboten in den Räumen selbst interessiert", weiß AVS-Chef Kurt Seib aus Erfahrungen, und er ist zuversichtlich, dass der Ausbau jetzt schneller vorangeht und damit nächstes Jahr das Ausstellungs-Angebot auch bei der Technik noch vergrößert werden kann.

INFO: Der Venusdurchgang am 8. Juni ist der AVS trotz Sommerpause (vom 1. Juni bis 12. August) eine Sonderveranstaltung wert. Der letzte Durchgang war im 19. Jahrhundert. Alle zehn Jahre gibt es übrigens einen Merkurdurchgang, der letzte war am 7. Mai 2003. So wird es am Himmel nie langweilig. Im Herbst, am 18. September ist bundesweiter Astronomie-Tag, diesem Termin widmen auch die Schriesheimer Astronomen einen weiteren Tag der offenen Tür in diesem Jahr.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung