10.09.2019

Straßenfest Schriesheim: Feucht, aber überwiegend fröhlich

Straßenfest Schriesheim: Feucht, aber überwiegend fröhlichRegenfälle am Wochenende trübten Bilanz bei Schaustellern und Straußwirten - Versöhnlicher Abschluss mit der T-Band am Montag

Am Wochenende konnten sich Schausteller und Straußwirte weitgehend auf die Schriesheimer verlassen. Foto: Dorn

Von Frederick Mersi

Schriesheim. Zwischen Freud und Leid liegen manchmal nur wenige Meter. In der Oberstadt lagen am Montag Lust und Frust in Sachen Straßenfest sehr nah beieinander. "Es lief dem Wetter entsprechend schlecht", sagte Peter Bless, Kassier des Sportangler-Vereins (SAV) Schriesheim. "Das war das schlechteste Straßenfest seit zehn Jahren." Mehr als 40 Helfer waren am Wochenende im Einsatz, um Besucher mit Fischspezialitäten zu bewirten - am Ende steht wohl ein finanzielles Minus.

Ganz anders die Bilanz etwas weiter östlich im Hof der Küferei Hauser: "Wir waren erfreut, wie gut es angesichts des Wetters lief", sagte Stephanie Laudat vom Organisationsteam der Straußwirtschaft "oBARstadt 8". "Der Jazzpoint gegenüber hat aber auch eine treue Fangemeinde." Neun Helfer übernahmen am Wochenende Schichten am Tresen, neben dem Erlös aus der Bewirtung blieb auch eine Menge Trinkgeld in der Kasse. "Das werden wir an ’Ein Kiwi gegen Krebs’ spenden", sagte Steffi Dreher vom Organisationsteam.

Trotz der mauen Bilanz wollen auch die Sportangler mit ihren Überschüssen etwas Gutes tun: "Wir werden ein Fischessen fürs Altenheim organisieren", sagte Kassier Bless. Schließlich hätten die Helfer in den Spätschichten nur etwa zehn Prozent der erwarteten Menge verkauft. "Wir stellen die Teilnahme am Straßenfest aber auf keinen Fall infrage", so Bless. "Das nächste Mal hoffen wir einfach auf besseres Wetter."

Das ist auch die Devise des Kraftsportvereins. "Am Wetter kann man eben nichts machen, jetzt hat es eben durchgeregnet", sagte Ringer-Abteilungsleiter Marc Hartmann während des Abbaus am Stadtbrunnen. Dort hielten sich volle und leere Bierfässer am Vormittag in etwa die Waage. "Letztes Jahr waren gerade mal zwei 30-Liter-Fässer übrig", so Hartmann. "Unterm Strich können wir angesichts des Regens aber zufrieden sein, es war feucht-fröhlich."

Gar nicht zufrieden waren die Ehrenamtlichen dagegen mit dem von der Stadt engagierten Sicherheitspersonal. "Wenn wir als Verein dafür bezahlen und mir gesagt wird, dass die Mitarbeiter bis 10 Uhr morgens hier sind, kann es nicht sein, dass ich um 8 Uhr niemanden mehr antreffe", sagte Hartmann. "Letztes Jahr hat uns schon jemand eine Bierleitung durchgeschnitten, ohne dass jemand etwas bemerkt hat."

Das Weinheimer Bier für das diesjährige Straßenfest mussten die Ringer zwar an die Brauerei zurückgeben, die selbst gemachten Suppen für den "Suppenhof" in der Heidelberger Straße konnten sie aber behalten. "Das ist genug für die nächsten fünf Wochen - für jeden der etwa 40 Helfer", scherzte Hartmann.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung