21.10.2019

Immer mehr Frauen interessieren sich für die Jagd

Tag der Jäger, Schützen und Jagdhornbläser beim Sportschützenverein Strahlenburg 1874

Von Karin Katzenberger-Ruf

Schriesheim. Daika ist sechs Monate alt, hat wunderschönes Fell und gehört zur gelehrigen Jagdhundrasse "Kleiner Münsterländer". Hegeringleiter Steffen Vree weiß das Tier, das ihn mal bei der Jagd begleiten soll, also stöbern, suchen und erlegtes Wild apportieren soll, aber auch als verschmusten Familienhund zu schätzen. Es ist Samstagnachmittag, auf dem Gelände des Sportschützenvereins (SSV) Strahlenburg 1874 geht der Tag der Jäger, Schützen und Jagdhornbläser über die Bühne. Dies schon zum siebten Mal. An einem Infostand beantwortet der Naturpädagoge Guido Moch von der Jägervereinigung Mannheim Fragen rund um das Wild im Wald. Das macht er ansonsten bei Veranstaltungen unter dem Dach von "Lernort Natur" als Bildungsinitiative der Jäger. An dem Stand sind Wildschwein und Frischling, Reh und Kitz zu bewundern, zumindest in ausgestopfter Form. Außerdem liegt Informationsmaterial aus.

Mehr "bio" als in Fleisch von Waldtieren geht eigentlich nicht

Die Broschüre "Der Wald in der Weltgeschichte" ist eine lehrreiche Lektüre, und an den Heftchen, mit denen Kinder Wald und Felder entdecken können, haben Erwachsene ebenfalls ihren Spaß. Ein Schütze, der zugleich Jäger ist, hat die Sau geschossen, die an dem Tag unter "Wildspezialitäten" über den Tresen geht. Jäger wissen: Mehr "bio" als in Fleisch von Tieren steckt, die in freier Natur leben, geht eigentlich nicht.

In Schriesheim gibt es einen Jägerstammtisch, der allen Interessierten offen steht. Wie verhalte ich mich im Wald richtig? Was sollte ich dort keinesfalls als Müll hinterlassen? Auch das ist ein Thema für die Jäger. Beim Aktionstag im Schützenhaus hat die örtliche Jagdhornbläsergruppe zwei Auftritte, genau wie die Abordnung des historischen Fanfarenzug "Schriesheimer Löwen".

Bei den Jagdhunde-Vorführungen erfährt das Publikum nicht nur etwas über den "Kleinen Münsterländer", sondern auch über den "Pudelpointer" (wissenschaftlicher Name: Canis Lupus familiaris) und den Rauhaardackel. An dem Nachmittag sind selbstverständlich auch Schießübungen möglich, zum Beispiel mit dem Kleinkalibergewehr. Der Bogen-Parcours ist für die Gäste nicht zugänglich, weil dort einige Sportschützen unterwegs sind.

Der SSV unter Vorsitz von Georg Berg hat sich in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt und ist derzeit an die 300 Mitglieder stark. Das liegt wohl vor allem an der Vielfalt des sportlichen Angebots. Armbrustschießen ist beim SSV zum Beispiel auch möglich. Damit nochmals zurück zu den Jagdhunden: Die müssen eine gute "Schussfestigkeit" haben. Will heißen: Sie dürfen nicht in Panik geraten, wenn es knallt. Und das ist bei einer Jagd schließlich der Normalfall.

Zwei Drückjagden stehen demnächst an

Wir wissen: Die Wildschweine sind gerade am Rande des Odenwalds zur Plage geworden und nur schwer zu erlegen. Für den 30. November und den 7. Dezember sind daher zwei revierübergreifende Drückjagden angesetzt, um den Bestand zu dezimieren. Und was gibt es sonst Neues von der Jagd zu berichten? Zum Beispiel, dass sich immer mehr Frauen dafür interessieren und das weibliche Geschlecht bei den Jagdprüfungen bereits zu 25 Prozent vertreten ist.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung