11.11.2019

Schriesheimer Krebshilfegruppe: 40.000 Euro erlaufen, erfahren und gesammelt

Initiative "Ein Kiwi gegen Krebs" übergab Spenden bei Charity-Event im Zehntkeller ans Hopp-Kindertumorzentrum in Heidelberg

Von Nadine Rettig

Schriesheim. Der Stolz war ihnen in diesem Moment anzusehen: Tatjana Radetzky und Markus Keck, die Macher der Initiative „Ein Kiwi gegen Krebs“ überreichten am Freitagabend einen Spendenscheck über 40 000 Euro an den Oberarzt der pädiatrischen Hämatologie und Onkologie sowie Leiter der Arbeitsgruppe ‚Frühe Krebsdiagnostik’, Kristian Pajtler, auf der Bühne des Zehntkellers. Diese Summe hatte die Schriesheimer Initiative durch viele Spenden und eigene Aktionen in diesem Jahr für die Forschung am Hopp-Kindertumorzentrum in Heidelberg (KiTZ) zusammengetragen.

Mit einem Weihnachts-Charity-Event warfen die beiden Initiatoren Radetzky und Keck einen Blick zurück auf das vergangene Jahr und gaben engagierten Helfern von außerhalb eine Bühne für deren eigene Aktionen. „Das ist wirklich etwas Großartiges und Fantastisches“, lobte Pajtler die Arbeit der Initiative. „Dieses Projekt hat mich bereits von Anfang an beeindruckt.“

Für die beiden Initiatoren ist die Arbeit an ihrer Initiative, die seit November 2018 eine gemeinnützige Unternehmensgesellschaft (gUG) ist, eine Herzensangelegenheit. „Wir kämpfen mit dem KiTZ für eine Kindheit ohne Krebs“, stellte Radetzky zu Beginn der Veranstaltung das Ziel der Beteiligten vor. Ihr Sohn war im Alter von nur einem Jahr an einem Hirntumor erkrankt und im Juni 2018 verstorben. Umso mehr weiß Radetzky, wie wichtig es ist, die Forschung weiter voranzutreiben.

Dies veranschaulichte auch Katja Fundter vom KiTZ in ihrem Vortrag. Zwar habe man die Heilungsrate bei krebserkrankten Kindern lange steigern können, doch seit rund 30 Jahren stagniere diese bei 80 Prozent. Mit dieser Entwicklung wollen sich die Forscher am KiTZ nicht zufriedengeben. „Dank des KiTZ hatten wir überhaupt die Möglichkeit, noch eine Therapie zu versuchen“, sagte Radetzky. Mit den Spendengeldern soll es ermöglicht werden, dass viele andere Eltern diese Möglichkeit auch bekommen. „Vielen Dank für euer unglaubliches Engagement für den Kampf gegen den Krebs bei Kindern“, bedankte sich Fundter im Namen des KiTZ. „Es ist bewundernswert, was ihr in den zwei Jahren auf die Beine gestellt habt.“

Wie viele Menschen inzwischen Spendenprojekte für die Initiative auf die Beine stellen, wurde bei der Veranstaltung ebenfalls deutlich. So stellte zum Beispiel Kita-Leiterin Bianca Drexler das Projekt „kunterbunte Herzläufer“ vor, das sie gemeinsam mit ihren Kollegen der Kita Kunterbunt auf die Beine gestellt hatte. Bei vielen Laufveranstaltungen, wie dem Mathaisemarktlauf oder den Stadtläufen in Weinheim und Hemsbach, waren sie Kilometer für den guten Zweck gelaufen und konnten so innerhalb eines Jahres 10 479 Euro für die Schriesheimer Initiative erlaufen. Die beiden Lehrer Florian Beierer und Dieter Neuffer waren als „Berti und Klausi“ in diesem Jahr zur „Balkan Express Rallye“ aufgebrochen und hatten dabei in ihrem 40 Jahre alten Opel Manta nicht nur 6000 Kilometer durch 16 Länder zurückgelegt und viele Abenteuer erlebt, sondern auch 3690 Euro Spenden gesammelt, welche an diesem Abend von dem Duo auf 4000 Euro erhöht wurden.

Doch am Freitagabend konnten im Zehntkeller alle Besucher mit Spenden den Kampf gegen Krebs unterstützen: Bei einer großen Tombola gab es Preise wie Gutscheine oder Handys zu gewinnen. Der Erlös aus dem Verkauf der bunten Lose floß in die Spendenkasse von „Ein Kiwi gegen Krebs“. Am Ende der Veranstaltung entstand unter den Besuchern sogar noch eine spontane Spendensammlung, die helfen sollte, dem Traum der Initiative ein Stückchen näher zu kommen: einer Kindheit ohne Krebs.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung