12.11.2019

RNV sieht Fahrten der Linie 24 als "sinnvolle Erweiterung"

Verkehrsunternehmen zieht fünf Jahre nach Gemeinderatsbeschluss positive Bilanz - Mehrkosten von 39.000 Euro im Jahr 2019

Schriesheim. (fjm) Fünf Jahre nach dem Beschluss des Schriesheimer Gemeinderats mit einer hauchdünnen Mehrheit hat die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) eine positive Bilanz zur Verlängerung der Straßenbahnlinie 24 in die Weinstadt gezogen. „Aus unserer Sicht ist das eine sinnvolle Angebotserweiterung“, sagte ein Sprecher auf Nachfrage.

Seit 2016 fahren die Bahnen in den Stoßzeiten des Pendlerverkehrs alle 20 Minuten nicht nur bis zur Haltestelle Burgstraße im Heidelberger Stadtteil Handschuhsheim, sondern bis zur Haltestelle Schriesheim Bahnhof und von dort aus über das Neuenheimer Feld und den Heidelberger Hauptbahnhof zurück in Richtung Rohrbach Süd. „Wir können sagen, dass diese Maßnahme ein Erfolg ist“, so der RNV-Sprecher.

Etwa 150 000 Fahrgäste nutzen den Angaben des Verkehrsunternehmens zufolge pro Jahr die zusätzlichen Verbindungen zwischen Handschuhsheim Nord und Schriesheim. „Das sind pro Tag im Jahresmittel etwa 380 Menschen in Richtung Heidelberg und 220 Fahrgäste in die entgegengesetzte Richtung“, so der RNV-Sprecher. „In den Wintermonaten ist allerdings immer eine stärkere Nachfrage zu erwarten, weil viele Fahrradpendler auf die Straßenbahn umsteigen.“

Die Kosten für das zusätzliche Angebot halten sich nach Angaben der Schriesheimer Stadtverwaltung in Grenzen: Laut Wirtschaftsförderer Torsten Filsinger zahlt die Stadt im Jahr 2019 etwa 39 000 Euro für die Züge der Linie 24. „Zu beachten ist hierbei jedoch, dass der Rhein-Neckar-Kreis den Betrieb mit etwa 40 Prozent bezuschusst“, so Filsinger. Damit muss Schriesheim nur knapp 23 500 Euro zahlen.

Die Kosten werden nach gefahrenen Nutzzugkilometern auf der Gemarkung der jeweiligen Kommune berechnet, was in Schriesheim immer wieder Protest ausgelöst hat. Die Weinstadt gehört zu den Gemeinden, die am meisten für das RNV-Angebot zahlen. Laut Filsinger handelt es sich für das laufende Jahr um eine hohe sechsstellige Summe: „Das ist nah an der Million.“

Verglichen mit den Kosten der Linie 5 sind die zusätzlichen Fahrten der Linie 24 ein Schnäppchen. „Wenn wir Verbindungen fahren, die sich nicht lohnen, bringen wir das aber auch zur Sprache“, heißt es vonseiten der RNV. „Solche Fahrten würden dann eingestellt.“

Dass sich der Schriesheimer Gemeinderat vor dem Beschluss im November 2014 zweimal gegen eine Erweiterung der Linie 24 ausgesprochen hatte, wurde aber mit einer anderen Sorge begründet: Das Gewerbegebiet würde wegen längerer Wartezeiten an den Bahnschranken noch schlechter für Autofahrer erreichbar. Dass die Signale letztlich doch auf Grün gestellt wurden, lag an einer entscheidenden Stimme: Bürgermeister Hansjörg Höfer sprach sich für die Erweiterung aus, mit 13 Ja- und zwölf Nein-Stimmen fasste der Gemeinderat den Beschluss.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung