29.11.2019

Vereine haben Kostenerstattung bisher nur zweimal genutzt

Seit Ende Februar zahlt die Stadt für Sicherheitsauflagen bei Vereinsveranstaltungen - Ehrenamtliche sprechen sich für Fortsetzung aus

Von Florian Busch

Schriesheim. „Es muss für die Vereine eine Planungssicherheit geben“, hatte Bürgermeister Hansjörg Höfer im Gespräch mit der RNZ im Bezug auf die gestiegenen Kosten für Sicherheitsauflagen bei Veranstaltungen gesagt. Nachdem der MGV Liederkranz Altenbach deshalb seine letzte Prunksitzung absagen musste, gingen im Rathaus Beschwerden der Vereine ein, die Stadt lasse sie mit den Kosten im Stich.

Es folgten Gespräche zwischen Vereinsvorsitzenden und Vertretern der Stadt. „Viele Sachen konnten aus der Welt geräumt werden“, sagte Höfer. Um den Vereinen mehr unter die Arme zu greifen, beschloss der Gemeinderat am 27. Februar, ab dem 28. die Kosten für Events, die durch Sicherheitsauflagen der Stadt entstehen, vorübergehend zu übernehmen (die RNZ berichtete). Dafür wurde ein Testzeitraum von einem Jahr festgelegt, dieser endet am 1. März 2020.

Seit dem Beschluss sind etwa neun Monate vergangen. Dabei fällt vor allem auf, dass das Angebot bisher kaum in Anspruch genommen wurde. Nur zweimal habe die Stadt bisher Teile der Kosten übernommen, sagte Kämmerer Volker Arras. Beim Open-Air des Sportvereins (SV) Schriesheim im Waldschwimmbad habe man zwei Sicherheitsleute bezahlt und beim Dorfplatzfest des MGV Liederkranz Altenbach seien die Kosten für den Sanitätsdienst übernommen worden. Somit habe die Stadt bisher insgesamt etwa 1500 Euro bezahlt.

Obwohl das Angebot bisher kaum genutzt wurde, sind sich Vereinsvertreter einig: Eine Verlängerung macht auf jeden Fall Sinn. „Wir machen das alles ehrenamtlich. Da bringt jeder Cent etwas“, sagt Jürgen Fitzer, Vorsitzender des MGV Liederkranz Altenbach. Auch Klaus Urban, Vorsitzender des GV Liederkranz Schriesheim, spricht sich für eine Weiterführung aus. Die Vereine würden das kulturelle Angebot der Stadt gestalten. Deshalb sei es auch richtig, dass sie die Auflagen bezahle.

Seit dem Vorfall der abgesagten Prunksitzung ist aber auch Besserung in einigen Punkten festzustellen. So hatten die Vereine etwa beklagt, bei Anliegen an die Stadt zu langsam Rückmeldung zu bekommen. Das habe sich inzwischen gebessert: „Die Kommunikation wurde merkbar besser“, sagt Tobias Heising, Zweiter Vorsitzender des Baseballclubs Raubritter. Auch Fitzer meint, das Verhältnis zur Stadt sei besser geworden. Deshalb sei auch ein Vereinsbeauftragter im Rathaus nicht nötig. Dieser wurde bei einem Treffen Ende Februar noch von einigen Ehrenamtlichen gefordert.

Ein Grund für den seltenen Gebrauch des Angebotes könnte aber auch sein, dass die Stadt nicht die Kosten für alle Sicherheitsauflagen übernimmt. Sie bezahlt nur für die Auflagen, die sie selbst neben geltenden Vorschriften zusätzlich stellt, laut Stadtverwaltung nur etwa zehn Prozent aller Sicherheitsauflagen. „Das sind die seltensten Fälle“, so Arras. Darüber hinaus werde geprüft, ob die Vereine die Kosten selbst tragen müssen, wenn sie durch die Veranstaltung einen großen Gewinn gemacht haben.

Auch wenn Bürgermeister Höfer 2020 prüfen will, wie die Resonanz war, welche Maßnahmen nötig sind und was die Regelung gekostet hat, spricht aktuell viel für eine Fortsetzung: Die Vereine werden entlastet, für die Stadt hält sich der finanzielle Aufwand bisher in Grenzen – und das Verhältnis zwischen Verwaltung und Vereinen hat sich verbessert.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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