05.12.2019

Altenbach: Feuerwehrhalle am Ortseingang wird geprüft

Altenbacher Ortschaftsrat diskutierte zum wiederholten Mal über neues Gerätehaus - Anwohner wehrt sich gegen Standort an Hauptstraße

Von Nicoline Pilz

Schriesheim-Altenbach. Mit zwei Anträgen von der Grünen Liste und der SPD zur Errichtung einer Fahrzeughalle für die Feuerwehr an unterschiedlichen Standorten hat sich der Ortschaftsrat in Altenbach am Montag befasst. Das Thema ist komplex, unstrittig ist nur eines: Die Feuerwehr braucht dringend Platz. „Arbeitsschutzrechtliche Dinge sind nicht in Ordnung“, sagte Christian Wolf (Grüne Liste).

Fakt ist auch, dass nach dem Abriss eines Hauses in der Hauptstraße 28 das Grundstück seit 2016 brachliegt. Ortsvorsteher Herbert Kraus plädierte zuletzt erfolgreich im Oktober dafür, dort erst einmal einen Parkplatz einzurichten, denn auch daran mangelt es in Altenbach. Im städtischen Haushalt sind dafür 20.000 Euro eingestellt. Ob sie dieses Jahr noch abgerufen werden können, darüber waren sich Wolf und Kraus nicht einig. Wolf erklärte, er habe vom Bauamt schriftlich die Information bekommen, dass der Parkplatz in diesem Jahr nicht mehr errichtet werden könne. Das Geld, das haushaltsrechtlich nicht ins Jahr 2020 übertragen werden darf, sei aber nicht verloren, man müsse die Summe weiter „politisch vertreten“.

Die Grünen sind dafür, auf besagtem Grundstück eine Halle für zwei Feuerwehrfahrzeuge zu bauen und den Weg dafür durch eine Änderung des Bebauungsplans freizumachen. Einfach ist das nicht, denn Angrenzer Joachim Fitzer erklärte in der Sitzung des Ortschaftsrats klipp und klar, er werde alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, um eine Grenzbebauung zu verhindern. Das sei für die Anwohner nicht zumutbar. Ihm rücke ein solches Gebäude bis zu einem Meter an Wohn- und Schlafzimmer heran.

Wolf sagte, das Landratsamt habe mitgeteilt, ein Anbau an die Garage des Angrenzers sei nur mit dessen Einverständnis möglich. Eine etwa vier Meter hohe Grenzbebauung wäre mit einer Bebauungsplanänderung machbar. Schon unter Ortsvorsteher Alfred Burkhardt seien Pläne zur Umsetzung entstanden. „Was Herr Burkhardt da gezaubert hat, hätten wir auch mal gerne gesehen“, zeigte sich Karin Malmberg-Weber (SPD) erstaunt. Wolf sagte weiter, er verstehe Fitzer durchaus. Aber in der Abwägung sei die Fahrzeughalle für die Wehr dringender.

Doch die anderen Fraktionen folgten weitgehend dem Vorschlag der Verwaltung, den Antrag der Grünen auf Bebauungsplanänderung abzulehnen. Karl Reidinger (CDU) wollte erst ein Gutachten erstellen lassen, ob das Grundstück Hauptstraße 28 überhaupt tauglich sei. Und brachte den Buswendeplatz nebst kleinerer Gartenflächen als Alternative ins Spiel.

Karin Malmberg-Weber erläuterte ihren eigenen Antrag, der „drei Jahre gereift“ sei während häufiger Fahrten durch kleine Dörfer ins Bergische Land. Dort habe sie neue Feuerwehrhäuser am Ortseingang gesehen. Ihr Vorschlag: Die Verwaltung soll prüfen, ob der Bau einer Feuerwehrhalle im Gewann „Katzensäuf“ möglich ist beziehungsweise beim Eigentümer anfragen, ob er das Areal verkaufen würde. Dem stimmte der Ortschaftsrat einmütig zu, sah aber Probleme wegen der Lage im Landschaftsschutzgebiet und einer schwierigen Ausfahrt auf die Hauptstraße. „Topografisch kann ich mir das nicht so recht vorstellen“, sagte Hermann Pröll (Freie Wähler/Altenbacher Liste).

Von deren Seite baute Hans Beckenbach den Grünen eine goldene Brücke: Er schlug vor, der Verwaltung drei Monate Zeit zu geben, um mit Anwohner Fitzer zu einer einvernehmlichen Lösung in Sachen Feuerwehrhalle zu kommen. Falls dabei nichts herauskäme, könne man den Antrag der Grünen aus der Wiedervorlage holen und neu beraten. Mit Enthaltung von Karl Reidinger wurde das so beschlossen. Sein eigener Antrag auf Erstellung eines Gutachtens wurde abgelehnt.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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