27.12.2019

Wenn Nebenrollen zu Hauptfiguren werden

Der Prophet Simeon, der Weihnachtsstern und die Hirten auf dem Feld standen bei den Krippenspielen an Heiligabend im Mittelpunkt

Von Silvia Rothenburger

Schriesheim. Der Stern wies an Heiligabend den Gottesdienstbesuchern in Schriesheim und Altenbach wieder sicher den Weg zur Krippe. Die Freude über die Geburt Jesu vermittelten viele Kinder und Jugendliche bei den Krippenspielen in den Familiengottesdiensten. Die RNZ hat die Ereignisse in den Kirchengemeinden zusammengefasst:

> In der evangelischen Kirche Schriesheim inszenierte das Krippenspiel-Team mit weit über 40 Kindern ein Musical der besonderen Art. Nicht Jesus, sondern Simeon stand bei "Die unbekannte Weihnachtsgeschichte" im Mittelpunkt. Das Team um David Schwarz, Melanie Kleinloh und Antje von der Heyde, unterstützt von Miriam Jäschke, Ilka Gängel und mehreren Jugendlichen, hatte seit November geprobt, gebastelt und dirigiert. Die Kinderchöre der "Evangkehlchen" und 15 "Wichtel"-Kinder unter der Leitung von Ute Schunck sangen, rappten und erzählten. Auch der spanische Wasserhund "Paquito" durfte wie in den Vorjahren eine Rolle übernehmen – diesmal als etwas klein geratener Esel. Für Hauptfigur Simeon hieß es zeit seines Lebens warten, nachdem er von Gott die Zusage bekommen hatte, dass er nicht sterben werde, bevor er den Messias gesehen hat. Eines Tages, im Tempel, ist es soweit und die Freude groß. Diese Geschichte wurde im Musical humorvoll und bewegend erzählt, der Lohn war lang anhaltender Beifall.

> In der katholischen Kirche in Schriesheim waren am Krippenspiel, das in einen Wortgottesdienst integriert war, 36 Kinder und Erwachsene beteiligt. Hier war die Weihnachtsgeschichte in sechs Szenen unterteilt, wobei der Stern in allen Szenen eine zentrale Rolle spielte. Von oben erhellt er Maria und Josef den Weg: "Maria, dort wo der ganz helle Stern hin leuchtet, da sehe ich in der Ferne Lichter, das muss Bethlehem sein", ruft Josef. "Wir haben es bald geschafft."
Von Szene zu Szene geleitet der Stern die beiden, von überfüllten Gasthäusern bis hin zum Stall. Ein kurzes Orgelspiel "Stille Nacht" erklingt, zur Geburt Jesu wird die Szenerie verdunkelt, dann strahlt der Weihnachtsstern wieder und mit ihm sieben Sternenkinder (Trost, Hoffnung, Freude, Traum, Frieden, Liebe und der "Mutmacher-Stern"). "Wir Sterne leuchten am Himmel, um allen zu sagen: Heute ist ein Wunder geschehen. Gott ist Mensch geworden, einer wie ihr." Der Weihnachtsstern zeige nicht nur den Hirten, welcher Stall der richtige ist, sondern allen Menschen den Weg zum "kleinen Kind, das in Wirklichkeit so groß ist", so die Botschaft des Stücks. Gemeindereferentin Iris Reinhard führte Regie und leitete den Wortgottesdienst, unterstützt wurde sie von Juliane Caspar, Patricia Nübel und Martina Krüger.

> In der evangelischen Johanneskirche Altenbach zeigten an die 21 Kinder zwischen vier und 13 Jahren nach nur fünf Proben ein klassisches Krippenspiel mit einer Besonderheit: Betreuer Thomas Rinneberg hat es selbst geschrieben. Zwischen den einzelnen Spielszenen baute das Musikteam um die Familie Rinneberg musikalische Einlagen der Kinder ein. Die Darsteller im Kindergarten- und Grundschulalter setzten die Weihnachtsgeschichte in Szenen so gut um, dass nicht nur das achtköpfige Betreuer-Team um Thomas Rinneberg, Anke Hertrich, Silja Gutfleisch, Silke Stegmaier, Andrea Nitschke, Martina Plaß, Julia Weber, und Jan Lauterbach begeistert waren. Auch die Besucher des Familiengottesdienstes freuten sich über das Spiel der jungen Akteure.

> In der katholischen Kirche St. Michael in Altenbach wurde die klassische Weihnachtsgeschichte als "bunte Weihnachtsbilder" in zehn Szenen mit vielen kurzen Sprechrollen erzählt. Längere wurden von einem kommentierenden Erzähler übernommen, der zum Beispiel schilderte, was bei den Hirten auf dem Feld gerade geschieht, als die Engel die Frohe Botschaft verkünden. Den stimmungsvollen Abschluss bildeten die Hirten, die in den Stall eingeladen werden, um das Kind zu sehen und andächtig vor ihm niederknien. Sie wollen den anderen erzählen, was geschehen ist. Die Gottesdienstleitung hatte Pfarrer Ronny Baier inne.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung