13.01.2020

Weihnachten ist jetzt endgültig Geschichte

Weihnachten ist jetzt endgültig GeschichteMitglieder der Jugendfeuerwehr sammelten wieder Christbäume ein - Als Belohnung gab es Geld und Süßigkeiten

Gute Laune trotz körperlicher Arbeit: Die Jugendfeuerwehr beim Einsammeln der Weihnachtsbäume. Foto: Dorn

Von Nadine Rettig

Schriesheim. Bei der Frage, wann der Weihnachtsbaum daheim aufgestellt wird, verfolgt wohl jede Familie ihre ganz eigene Philosophie. Während manche den Baum gerne schon mehrere Wochen vor dem Fest im Wohnzimmer stehen haben, gehört es für andere zur guten Tradition, den Christbaum erst am Weihnachtstag oder am Tag davor aufzustellen. Doch bei der Frage, wann das ehemals geschmückte und funkelnde Prachtstück wieder ausziehen muss, herrscht meist Einigkeit: Wenn die Jugendfeuerwehr ihre Runde durch die Stadt dreht.

Und so säumten auch am vergangenen Samstag zahlreiche Nadelbäume die Straßen Schriesheims. Schon am frühen Vormittag starteten 15 Mitglieder der Jugendfeuerwehr und ebenso viele Betreuer ihre Runde. Auf dem Festplatz standen Traktoren mit großen Anhängern, die nur darauf warteten, von den motivierten Einsammlern beladen zu werden. In fünf Gruppen aufgeteilt ging es für die Kinder und ihre Betreuer los.

Nach ein paar letzten Instruktionen hieß es schließlich: Alle rauf auf den Hänger. Das Team rund um den Hauptverantwortlichen und Stadtjugendwart Nicolas Spatz kümmerte sich um das "Neubaugebiet Nord". Doch bevor es tatsächlich ins Neubaugebiet ging, bog das große Gefährt zunächst in die Heidelberger Straße ein. Und es dauerte nicht lange, bis sich der Hänger mit zahlreichen Bäumen gefüllt hatte. "Da wird aber noch gestopft und gedrückt, dann geht da noch ziemlich viel drauf", war sich Spatz sicher und lachte. Während die Kinder gemeinsam mit den Helfern die Bäume herbeizogen oder an den Türen klingelten, um ihre Spenden abzuholen, blieben entweder Spatz selbst oder einer der weiteren freiwilligen Helfer auf dem Anhänger und nahmen die Bäume in Empfang.

Und da war alles mit dabei: Vom kleinen Tannenkranz über kleinere und größere Weihnachtsbäume, bis hin zu dem großen Baum vor der evangelischen Kirche. Während sich zu Beginn erst noch jeder in seine Aufgaben einfinden musste, agierte die Gruppe bald schon Hand in Hand. Und die Schriesheimer waren den eifrigen Helfern dankbar, dass sie sich um das Entsorgen der Bäumen kümmerten. "So kann auf eine wirklich gute Weise verhindert werden, dass die Leute ihre Weihnachtsbäume am Ende einfach irgendwo hin werfen", lobte ein Schriesheimer das Engagement der Jugendfeuerwehr.

Und diese freute sich über die Spenden, die am Ende in ihre Kasse gingen. Dafür lohnte sich auch der volle Einsatz. "Ärgerlich ist es dann, wenn gar kein Zettel an dem Baum hängt", bedauerte Spatz. Denn er wusste, wie viel Zeit es kosten kann, es in einem Mehrfamilienhaus an allen Klingeln probieren zu müssen, ehe man an die richtige Wohnung kommt. Doch während die Kinder bei manchen Bäumen erst herausfinden mussten, in wessen Wohnzimmer dieser vorher gestanden hatte, staubten sie an anderen Türen nicht nur Geld, sondern auch einiges an Süßigkeiten ab, die dankbar als Nervennahrung und zur Stärkung zwischendurch angenommen wurden.

Um 12 Uhr gab es schließlich für alle die wohlverdiente Mittagspause, um für die zweite Hälfte des Tages Kraft zu tanken und den inzwischen vielleicht schon etwas schmerzenden Füßen und Armen eine kleine Verschnaufpause zu gönnen. "Man merkt einfach, wo viele Familien wohnen", erklärte Spatz und so sammelte die Gruppe im Neubaugebiet Nord auch nach der Mittagspause viele Wagenladungen zusammen. "Wir waren ziemlich erfolgreich", zog der Stadtjugendwart zufrieden Bilanz. Denn bei der von Alexander Blumenstein und Linus Merkel organisierten Christbaumaktion hatten die fünf Gruppen auch in diesem Jahr einige der von der AVR zur Verfügung gestellten Container gefüllt. "Am Ende waren es bestimmt fünf oder sechs volle Container", freute sich Spatz. Und als die Gruppen gegen 16.30 Uhr die letzten Bäume eingesammelt hatten, erinnerten in Schriesheims Wohnzimmern nur noch die letzten Tannennadeln an das vergangene Weihnachtsfest.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung