10.02.2020

Pünktlich zur Rotweinwanderung endete der Regen

Trotz nass-kalten Starts kamen viele Besucher zur neunten Rotweinwanderung - Zu Beginn stand bei vielen Glühwein hoch im Kurs

Von Volker Knab

Schriesheim. "Ich hoffe, das Wetter hält jetzt. Pünktlich um 11 Uhr hat es ja bereits aufgehört zu regnen." Mit seiner Wetterprognose für die neunte Rotweinwanderung sollte der Zweite Vorsitzende des Schriesheimer Verkehrsvereins, Joachim Müller, in seiner Begrüßung sehr zur Freude der Gäste am Sonntag Recht behalten. Manche Teilnehmer fanden das Wetter sogar ideal.

Und es hatten sich trotz des zunächst nass-kalten Wetters an die 70 Teilnehmer gleich zum Startsignal am Alten Rathaus eingefunden. Nicht wenige waren mit den Bahnen der RNV angereist oder sollten später mit der Straßenbahn kommen, was an vielen mit Rucksäcken bepackten Kleingruppen auf dem Weg vom Bahnhof zur Ortsmitte ersichtlich war.

Neben Müller begrüßten sie Michael Mittelstädt, zweiter Stellvertreter von Bürgermeister Hansjörg Höfer, sowie Weinkönigin Annalena Spieß und Prinzessin Nadja Grittmann zur kulinarischen Weinverköstigung. 2012 wurde die Rotweinwanderung von Karl-Heinz Schulz erstmals organisiert. Inzwischen Ehrenmitglied des Verkehrsvereins war Schulz selbstverständlich bei der Rotweinwanderung ebenfalls zugegen.

"Ich bin immer dabei, auch bei jedem Wetter", sagte Karin Baumann. Mit Regenjacke ausgerüstet, zeigte sie sich aber hoffnungsfroh, dass es nicht nass bleiben würde. "Es ist eine so gemütliche Tour und gut organisiert", sagte sie. Besonders freue sie sich auf die Jagdhornbläser unter der Leitung von Sven Lörsch, die zur Eröffnung aufspielten.

Ebenfalls schon dreimal dabei war Marius Sypniewski, der Daniel Hamer davon überzeugt hatte mitzukommen. Die beiden waren von Weinheim mit der Bahn angereist. "Es ist eine der wenigen Weinwanderungen, die es hier zwischen Weinheim und Schriesheim gibt", erinnerte sich Sypniewski, wie er zum ersten Mal auf die Veranstaltung gestoßen war. Das Essen sei gut gewesen, und er habe viel Neues rund um das Thema Wein erfahren. "Außerdem macht es einfach Spaß, zu probieren und zu testen", sagte er.

"Wir kommen seit ein paar Jahren regelmäßig. Einfach, weil es Spaß macht", sagten Angelika und Alexander Hohenadel, die neben dem guten Essen ebenfalls die vielen Informationen und die Chance, etwas Neues testen zu können, schätzen.

Bei der Eröffnung wählten viele Besucher am Ausschank des Verkehrsvereins vor dem Alten Rathaus noch keinen Rotwein, sondern Secco, Sekt oder Glühwein. Aber die erfahrenen Weinwanderer besorgten sich dort gleich noch einen von der AWO in Handarbeit gefertigten Weinglasträger in roter Wolle. Einfach um den Hals gehängt, ließen sich die Gläser anschließend bei der Wanderung in den Weinbergen bequem zwischen den insgesamt acht Stationen transportieren.

Gruppe für Gruppe zog so nach und nach hoch auf die etwa fünf Kilometer lange Wanderstrecke. An den Stationen warteten das Weingut Rosenhof und Restaurant La Perseria Mashti, das Weingut Jäck und der "Woschte Miller", Jürgen Opfermann mit seinem "Wirtshaus" und "Gasthaus" zusammen mit Karl Forschners "Schützenhaus", das Weingut Wehweck, die Winzergenossenschaft und der Foodliner von Bernd Müller sowie das Weingut Bielig und Event Service Forschner.

Da der Regen den Nachmittag über ausblieb, herrschte rasch eine gemütliche Stimmung an den Stationen in den Weinbergen. Jetzt konnten die Schriesheimer Rotweine getestet werden. "Der ist super", urteilte zum Beispiel Dominik Brand. "Den Jahrgang kenne ich ja noch nicht", so der 24-jährige Schriesheimer, der mit einer Gruppe Gleichaltriger unterwegs war.

Mit der Bewegung und der frischen Luft kam auch der Appetit. Sich für etwas zu essen zu entscheiden, war angesichts der vielen Köstlichkeiten gar nicht so einfach. Dennoch dürfte jeder Teilnehmer einen Favoriten an der Wegstrecke gefunden haben. "Die ist echt super. Das habe ich auch schon rückgemeldet", sagte Wanderin Heidi Liebel. Erst kürzlich nach Schriesheim gezogen, genoss sie mit ihrer sechsjährigen Enkelin Mia eine Bratwurst vom "Woschte Miller". Überhaupt war auffallend, wie viele Familien die Wanderung als Ausflug mit Kindern und Hund nutzten.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung