27.02.2020

Desinfektionsmittel und Mundschutz sind Mangelware

Wegen Coronavirus große Nachfrage bei Apotheken und Drogeriemärkten - Altenheime und Kliniken sehen sich dagegen gut vorbereitet

Bergstraße-Neckar. (fjm/krs/ans/web) Nicht erst seitdem in Baden-Württemberg mehrere Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt wurden, steigt an Bergstraße und Neckar die Nachfrage nach Mundschutz und Handdesinfektionsmitteln; es gibt Lieferengpässe.

Schon seit Längerem gibt es keine Masken mit Filter mehr in der Hirschberg-Apotheke in Leutershausen. "Und gestern gingen die letzten OP-Masken weg", sagte eine Mitarbeiterin am Mittwoch. Auch das Handdesinfektionsmittel zum Schutz vor Viren sei ausverkauft. "Wir können derzeit auch nichts mehr beziehen." Ähnlich sieht es in der Löwen-Apotheke aus. "Atemmasken sind schon länger ausverkauft", sagt eine Mitarbeiterin. In der Turm-Apotheke in Großsachsen ist die Situation ähnlich, ebenso bei der Stern-Apotheke: "Bei uns ist Ebbe." Das Sterilium zum Schutz vor Viren sei seit zwei Wochen ausverkauft, der Mundschutz nun seit einer Woche.

Auch in einem Drogeriemarkt in Edingen-Neckarhausen gibt es schon seit "drei, vier Wochen" keine Ware mehr, auch hier gibt es Lieferprobleme. "Wir kriegen nur sporadisch mal was rein", sagt eine Mitarbeiterin. "Wenn etwas kommt, ist es am nächsten Tag schon ausverkauft."

Experten bezweifeln, dass die handelsübliche Art Mundschutz ihren Zweck in diesem Fall erfüllt. Sie verhindern höchstens den Griff an Mund und Nase und damit eine Schmierinfektion. Feinpartikelmasken können besseren Schutz bieten. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Masken vor allem für Menschen, die sich angesteckt haben. Das Bundesgesundheitsministerium rät zu Handhygiene, Husten- und Nies-Etikette und Abstand zu Erkrankten – auch wegen der Grippewelle.

Vor diesem Hintergrund sieht sich das Pflegeheim Haus Stammberg in Schriesheim gut gerüstet. "Wir hatten bisher keine Schwierigkeiten, Desinfektionsmittel oder Mundschutz zu bestellen", sagt Heimleiter Michael Meisel. "Wegen der Grippewelle um diese Jahreszeit haben wir sowieso größere Mengen vorrätig." Spezielle Vorbereitungen zum Schutz vor Corona-Infektionen treffe man in Absprache mit den Gesundheitsämtern.

Das Personal der GRN-Klinik in Weinheim weiß, was im Fall der Fälle zu tun wäre. Wenn bei einem Patienten in der Notfall-Ambulanz der Verdacht auf eine Corona-Infektion bestehe, erfolgen Maßnahmen wie Isolierung, Abstriche, Untersuchungen und – je nach Schwere der Symptome – eine spezielle Betreuung, so eine Sprecherin. Nur bei einem schweren Verlauf käme eine Verlegung in Betracht, etwa in die Uniklinik Heidelberg.

Die GRN-Klinik sei mit Schutzmänteln, Hauben, Handschuhen und sogenannten FFP2-Schutzmasken ausgestattet, so die Sprecherin. Die Vorräte könnten den Lieferengpässen standhalten. Bürger, die aus Risikogebieten anreisen, sollen unnötige Kontakte meiden – aber nur, wenn sie innerhalb von zwei Wochen Fieber, Husten oder Atemnot entwickeln. Grundsätzlich wird dazu aufgerufen, nicht bei ersten Anzeichen einer Erkältung in die Notaufnahme zu kommen. Diese werde sonst unnötigerweise überfüllt.

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung