04.03.2020

Schriesheimer Mathaisemarkt: Wie das Fest so sicher wie möglich werden soll

Weitere Sperren bei Mathaisemarkt-Festzug und -Lauf - Spielplatz Steinachstraße umzäunt - Infektionsbett für Corona-Verdachtsfälle

Von Frederick Mersi

Schriesheim. Während die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Baden-Württemberg bis zum Dienstagabend auf 30 stieg, bereiteten sich Stadtverwaltung und Sicherheitskräfte weiter auf den 441. Mathaisemarkt vor. An der Entscheidung, das Fest stattfinden zu lassen, hatte sich bis Redaktionsschluss nichts geändert. Allerdings soll es dieses Jahr bei den Sicherheitsvorkehrungen einige Neuerungen geben, auch wenn Holger Behrendt, Leiter des Polizeireviers Weinheim, im Pressegespräch betonte: "Die Strukturen der vergangenen Jahre haben sich bewährt." Ein Überblick:

Zusätzliche Straßensperren: Der 26. Mathaisemarktlauf am Samstag, 7., und der Festzug am Sonntag, 8. März, werden mit "physischen Sperren an den relevanten Zufahrtswegen" gesichert, so Behrendt. "Damit haben wir auf die jüngsten Ereignisse beim Rosenmontagsumzug in Volkmarsen reagiert." Zwar gebe es keine konkrete Gefahrenlage für den Mathaisemarkt, doch wegen der zeitlichen Nähe wolle man sich gegen mögliche Nachahmer des Amokfahrers sichern. "Wir haben das getan, was möglich ist", so Behrendt. Einen Großteil der Sperren wird die Polizei mit eigenen Fahrzeugen stellen, beim Volkslauf hilft auch der Turnverein als Organisator mit.

Umzäunter Spielplatz: Größere Probleme mit sogenannten Rucksacktrinkern oder alkoholisierten Jugendlichen habe es in den vergangenen Jahren zwar nicht gegeben, so Behrendt. Als "Brennpunkt" und "vielleicht Mini-Angstraum" habe sich aber der Spielplatz an der Steinachstraße herausgestellt. Nach Aussage von Isabel Klute, stellvertretende Ordnungsamtsleiterin, wird das Gelände deshalb während des Mathaisemarkts mit einem Zaun abgesperrt. Auch der Autoscooter habe deshalb in diesem Jahr auf dem Rummel einen anderen Platz erhalten, so Klute. Zudem sind an den Wochenenden wieder speziell geschulte Jugendsachbearbeiter der Polizei unterwegs, um Alkoholexzesse bei Minderjährigen zu vermeiden. "Das hat sich in den vergangenen Jahren stark abgemildert", sagte Norbert Schätzle, Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit am Polizeipräsidium Mannheim. "Aber am Faschingsdienstag haben wir an einigen Orten wieder gesehen, dass das immer noch ein Problem ist."

Vorsichtsmaßnahmen gegen das Corona-Virus: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) wird nach Angaben von Feuerwehr-Kommandant Oliver Scherer ein spezielles Infektionsbett außerhalb der eigentlichen Sanitätsstation im Haus der Feuerwehr einrichten, "damit ein Verdachtsfall getrennt behandelt werden kann". Die Ersthelfer von DRK und Feuerwehr seien aber entsprechend ausgerüstet. "Das Ganze sehen wir bei insgesamt 28 Fällen in Baden-Württemberg relativ entspannt", so Scherer. Auch zusätzliche Desinfektionsmöglichkeiten auf dem Festgelände sind laut Ordnungsamtsleiter Achim Weitz nicht geplant: "Da ist der Markt ein Stück weit abgegrast, und solche Möglichkeiten würden auf dem Festgelände wahrscheinlich auch nicht lange an Ort und Stelle bleiben." Stellvertreterin Klute vermeldete aber die nächste Absage wegen des Risikos von Neuinfektionen: Der Bergwerksverein wird nicht am Festzug teilnehmen. "Viele Teilnehmer der Fußgruppe leiden an Vorerkrankungen", so Klute. Trotz der Diskussionen um die Ausbreitung des neuartigen Virus wolle man sich aber die Vorfreude auf den Mathaisemarkt nicht nehmen lassen, sagte Achim Weitz.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung