08.03.2020

Mathaisemarkt Schriesheim: Entscheidung über Fortsetzung fällt in den kommenden Tagen

Mathaisemarkt Schriesheim: Entscheidung über Fortsetzung fällt in den kommenden Tagen

Rund 26.000 Besucher kamen bis Sonntag auf den Mathaisemarkt - Die Bilanz fällt den Umständen entsprechend gut aus

Ob auf dem Festplatz bei Buden und Fahrgeschäften, am Krammarkt oder in Straußwirtschaften wie dem Zehntkeller: Trotz der Diskussionen um Absagen von Großveranstaltung wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus kamen bis Sonntagnachmittag rund 26.000 Besucher zum Mathaisemarkt nach Schriesheim. Alle Fotos: Peter Dorn

Von Frederick Mersi

Schriesheim. "Nicht so schlecht wie befürchtet": Oliver Scherers Bilanz des ersten Mathaisemarkt-Wochenendes als Feuerwehr-Kommandant deckt sich mit der anderer Verantwortlicher und Organisatoren. Rund 26.000 Besucher zählte die Freiwillige Feuerwehr bis zum späten Sonntagnachmittag. "Wir hatten schon viele bessere Jahre", so Scherer. "Aber wir hatten auch schon schlechtere."

Erfreut war darüber vor allem Bürgermeister Hansjörg Höfer: Er sah die Besucherzahlen als Bestätigung für seine Entscheidung als Chef der Ortspolizeibehörde, den Mathaisemarkt stattfinden zu lassen. "Die Leute sind glücklich und dankbar, dass sie in Zeiten von Corona feiern und ein Stück Normalität erleben dürfen", sagte er auf Nachfrage.

Ob die weiteren Festtage wie geplant stattfinden werden, ist weiter unsicher. Am Sonntagnachmittag empfahl Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern abzusagen. "Heute wird über die weiteren Festtage keine Entscheidung mehr fallen", sagte Höfer am Sonntag. Man wolle das Thema in den kommenden Tagen besprechen. "Für Freiluftveranstaltungen gelten aber andere Kriterien als in geschlossenen Räumen", so Höfer.

Der Organisator der Mittelstandskundgebung, Rolf W. Edelmann vom Schriesheimer Bund der Selbstständigen (BDS), sah am Sonntagnachmittag ebenfalls keinen Grund zur Absage. "Herr Spahn kann das nicht anordnen, weil er nicht dafür zuständig ist", so Edelmann. "Das kann nur von Stuttgart aus funktionieren." Solange die zuständigen Behörden nichts anordneten, könne man davon ausgehen, dass die Kundgebung am Montag, 17 Uhr, mit Günther Oettinger (CDU) stattfinde, sagte Edelmann.

Eine ähnliche Meinung vertritt Festzelt-Wirtin Ilona Böhm mit Blick auf die "Maximum Sunshine Party" am Dienstag, 10. März, 19 Uhr im Festzelt. "Im Vorverkauf hat sich an dem großen Interesse nichts geändert", sagte Böhm. "Ich sage diese Veranstaltung von mir aus nicht ab." Entscheide sich die Stadt gegen weitere Mathaisemarkt-Tage, werde sie sich dies noch mal überlegen. "Aber sonst muss das von den zuständigen Behörden kommen."

Dass Veranstalter und Organisatoren an den geplanten Veranstaltungen festhalten wollen, liegt auch an der verhältnismäßig positiven Besucher-Resonanz des Auftakt-Wochenendes. Deutlich zurück gingen die Gästezahlen zwar vor allem bei der KSV-Boxmatinee, ansonsten überwog jedoch Erleichterung über den Zuspruch.

"Manche Aussteller haben jetzt schon mehr Umsatz gemacht als im vergangenen Jahr", sagte Edelmann über die Leistungsschau im Gewerbezelt. "Ich habe nicht den Eindruck, dass viele zuhause geblieben sind", bilanzierte Marktmeisterin Ariane Haas-Bruch für die Schausteller. "Es war gut besucht, wir können nicht klagen."

Das hatte auch zur Folge, dass die Ersthelfer des Deutschen Roten Kreuzes bis Sonntag 26 Patienten versorgen mussten – laut Bereitschaftsleiterin Stefanie Zöllner vor allem wegen Stürzen und Schnittwunden. Neun Menschen wurden ins Krankenhaus gebracht. Die gute Nachricht: "In Sachen Corona-Verdacht hatten wir überhaupt keinen Fall." Die Polizei verzeichnete nach eigenen Angaben ebenfalls keine größeren Vorkommnisse.

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung