14.03.2020

Mosbach/Schriesheim: "Es ist schon ein komisches Gefühl"

Wie Direktoren auf die Schulschließung reagieren

Mosbach/Schriesheim.(fjm/schat) Die Schulen waren auf das drohende Unterrichts-Aus bis zu den Osterferien vorbereitet. Für Montag wurden an vielen Schulen dazu Konferenzen einberufen. Auch in Schriesheim stellten sich die Schulen am Donnerstag und Freitag schon auf einen entsprechenden Erlass des Kulturministeriums ein.

"Die Stimmung ist nicht schlecht, aber es ist schon ein komisches Gefühl", sagte Jürgen Sollors, Schulleiter des Kurpfalz-Gymnasiums, am Freitagvormittag. Für die unterrichtsfreie Zeit setzt er auf die E-Learning-Plattform "Moodle", um den Schülern Aufgaben zukommen zu lassen. "Das wird nicht für alle klappen", so Sollors. Aber die Bereitschaft sei da.

Die Kurpfalz-Realschule will auf ihrer Internetseite einen Wochenplan mit Aufgaben für die verschiedenen Fächer zur Verfügung stellen – "zum selbstständigen Arbeiten", sagte Schulleiterin Petra Carse am Freitag. Auch sie hatte noch vor dem Erlass schon zwei Besprechungen bezüglich der drohenden Schulschließung angesetzt. Am Freitagnachmittag kam dann die Nachricht aus Stuttgart.

Vier Schüler des privaten Heinrich-Sigmund-Gymnasiums in Schriesheim sind vom Schulstopp bis zu den Osterferien besonders betroffen: Sie sollten am Dienstag ihre praktische Abiturprüfung im Fach Bildende Kunst ablegen. "Der Verband der Privatschulen arbeitet darauf hin, dass die Prüfungen in kleinen Gruppen stattfinden können", sagte Schulleiter Wolfgang Metzger am Freitag. Es gehe schließlich nur um vier Schüler und zwei Aufsichtspersonen in einem großen Raum. Die Entscheidung wird aber erst am Montag fallen – einen Tag vor der Prüfung.

Aufs Lernen daheim setzt derweil auch der Geschäftsführende Schulleiter der Mosbacher Schulen, Marco Schirk. Schirk selbst ist Rektor der Pestalozzi-Realschule. Über das Wochenende werde daran gearbeitet, den Kindern Wochenarbeitspläne mitzugeben. Außerdem interpretiert Schirk Kultusministerin Susanne Eisenmann so, dass es durchaus eine Art Notbetreuung geben kann. Er verstehe es nicht so, dass alle Lehrer freigestellt werden sollten. Vor einer Woche noch, sagt er, hätte er eine drastische Maßnahme wie die Schließung aller Schulen nicht erwartet. Für die Eltern müsse es Lösungen geben. Man könne niemanden im Regen stehen lassen. Er selbst hatte seinem Kollegium erlaubt, eigene Kinder mitzubringen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung