30.04.2020

Sicher per Rad nach Altenbach

Sicher per Rad nach Altenbach

Planungen für einen Ersatzweg im Wald werden konkret

Ein provisorischer Radweg soll wohl ab dem nächsten Jahr Altenbach mit Schriesheim verbinden: Vom Blumenweg führt er in den Wald zum Regenrückhaltebecken. Foto: Dorn

Schriesheim-Altenbach. (hö) Seit über fünf Jahren bemüht sich die Schriesheimer Stadtverwaltung um einen Radweg entlang der Landstraße nach Altenbach. Aber das scheint eine ähnlich lange Geschichte wie beim Branichtunnel zu werden, hatte Ordnungsamtsleiter Achim Weitz bereits Anfang des letzten Jahres prognostiziert. Und auch Bürgermeister Hansjörg Höfer glaubt, dass man dafür lieber für dieses Projekt mit ein paar Jahren rechnen sollte.

Damit wollte sich Suzanne Epp, Vorsitzende vom TV Altenbach und nun auch Ortschaftsrätin der Grünen Liste, nicht zufriedengeben: Sie kämpfte für ein Provisorium durch den Wald. Nun scheinen ihre Bemühungen von Erfolg gekrönt: Ortsvorsteher Herbert Kraus gab am Dienstagabend bei der Ortschaftsratssitzung bekannt, dass wohl der Durchbruch geschafft sei: Die Stadt wird bald ein entscheidendes Grundstück erhalten, um den Weg bauen zu können. Eine Anfrage der RNZ bei Bürgermeister Höfer bestätigte: Dem ist so. Der provisorische Radweg – momentan ist er ein Wanderpfad mit den Odenwaldklubmarkierungen S2, W12 und W13 – beginnt rechts vom Regenrückhaltebecken und führt weitgehend parallel von Landstraße und dem Altenbach durch den Wald. Einziges Problem: Etwa in Höhe des Abzweigs von Ursenbach endet der Waldweg unvermittelt in steil-unwegsamem Gelände, was noch nicht einmal der Stadt gehört. Nun will Höfer mit dem Grundstückseigentümer im Sommer einen Kaufvertrag schließen. Dann würden auch die Bäume gerodet, um den neu angelegten etwa 150 Meter langen Weg – für den auch eine Rampe nötig ist – schließlich an die Blumenstraße anschließen zu können. Vielleicht noch im Winter sollen die ersten Arbeiten beginnen.

Für Höfer der große Vorteil: Man kommt mit relativ geringen Steigungen aus, wenn Altenbacher ins Waldschwimmbad wollen. Allzu viel Komfort sollte man von dieser Radstrecke nicht erwarten: Der Weg wird weder asphaltiert noch beleuchtet.

Suzanne Epp, die die Idee dazu hatte, begrüßt diese Lösung: "Wir brauchen dringend eine sichere Radverbindung, ja überhaupt einen Fußweg nach Schriesheim." Natürlich seien andere Varianten denkbar gewesen, beispielsweise eine Radstrecke entlang des Bachlaufs mitsamt Brücke, aber das wäre zu teuer gekommen und hätte zu viele Privatgrundstücke tangiert. Aber sie sagt auch: "Ideal ist das nicht, so ein Weg durch den Wald – gerade für Frauen. Aber im Moment besser als nichts."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung