04.05.2020

Coronakrise: Was das Schriesheimer Rathaus bisher alles getan hat

Coronakrise: Was das Schriesheimer Rathaus bisher alles getan hat

Mammutaufgabe für eine kleine Stadt: Ständig neue Vorschriften, zwangsweise Betriebsschließungen und die Umsetzung der Notfallbetreuung

Bürgermeister Hansjörg Höfer und die Amtsleiter berichteten von ihrer Arbeit seit Beginn der Coronakrise. Foto: Dorn

Schriesheim. (hö) Die Krise kam schnell und unerwartet, und ihre Auswirkungen beschäftigen nach zwei Monaten immer noch die Stadtverwaltung. Bei der Gemeinderatssitzung in der Mehrzweckhalle gaben Bürgermeister Hansjörg Höfer und seine Amtsleiter einen ersten Überblick, was das Rathaus alles getan hat.

Ordnungsamtsleiter Achim Weitz nannte aktuelle Zahlen: Am Mittwoch waren noch drei Schriesheimer vom Cornovirus infiziert, zwei weitere wurden im Lauf der letzten Woche wieder gesund, insgesamt gab es 20 Infektionsfälle. Elf Bürger, alles Reiserückkehrer, stehen unter Quarantäne. Die größte Herausforderung der letzten Wochen war, mit den sich ständig verändernden Rechtsvorschriften Schritt zu halten: "Was dann im Mitteilungsblatt stand, was oft schon innerhalb von Stunden veraltet", so Weitz. Das führte, wie er zugab, zu "einer großen Verunsicherung der Bevölkerung", zumal ja im Drei-Länder-Eck oft andere Regelungen galten, und niemand so genau wusste, woran man war. Mal abgesehen vom "Hin und Her" bei einigen Branchen: Erst mussten die Weinläden und Winzer dicht-, dann durften sie doch wieder aufmachen. Das Schlimmste für ihn und Wirtschaftsförderer Torsten Filsinger war aber, den Selbstständigen persönlich die Nachricht von der Schließung ihres Ladens oder Lokals überbringen zu müssen: "Das war belastend und teilweise emotional."

Filsinger berichtete von "Unsicherheit und Existenzängsten", aber auch von Verständnis für den harten Schritt. Die Abhol- und Lieferdienste hätten sich schnell etabliert, "aber konnten das alte Tagesgeschäft nicht auffangen". Die städtische "Sonderstrahler"-Aktion "Schriese kaaf in Schriese" sei gut angelaufen und werde so lange fortgeführt, solange noch Firmen in der Zwangspause sind – wie die gesamte Gastronomie, aber auch die Kosmetikstudios, für die es im Moment, so sagte Weitz, keine Informationen gebe, wie es weitergeht.

Diese Ungewissheit gilt auch für die Kindergärten, berichtete Hauptamtsleiter Dominik Morast. Man wisse bisher nur die grobe Richtung: Der bisherige Notbetrieb für alle Eltern, die in der sogenannten kritischen Infrastruktur arbeiten, soll erst einmal erweitert werden: Bis letzte Woche betraf das 33 Kinder, ab heute werden es 58 sein – von insgesamt 517 Kindergartenplätzen in Schriesheim. "Bisher gab es noch keine Flut von Anträgen", so Morast. Ähnlich auch die Zahlen bei den Kinderkrippen: Von insgesamt 157 Plätzen waren 15 im Notbetrieb, ab dieser Woche werden es 29 sein. Noch weniger Kinder werden in den Grundschulen betreut: in Altenbach drei, in der Strahlenberger Grundschule zwei und in der Kurpfalz-Grundschule 15. Ein normaler Unterricht sei noch nicht absehbar, auch wenn es ab heute in den Abschlussjahrgängen der Realschule und des Gymnasiums wieder losgeht. Die größte Herausforderung dabei sei, so Morast, die neuen Hygienestandards umzusetzen.

Mittlerweile hat auch das 100 Millionen Euro schwere Corona-Familienhilfsprogramm des Landes – ein zweites ist bereits angekündigt – die Weinstadt erreicht: Auf Schriesheim entfallen 110.000 Euro. Morast schlug vor, damit die vorerst ausgesetzten Elternbeiträge für die Kindergärten zu finanzieren. Allein für den April entgingen der Stadt für ihre Kindergärten 80.000 Euro – und die freien Träger sind da noch nicht mit eingerechnet. Viel bleibt also vom Landesgeld nicht gerade hängen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung