05.05.2020

Ein Hoch auf den Mini-Wingert!

Neue Reben am Rathaus gepflanzt

Schriesheim. (hö) Es gibt sie noch, die kleinen Geschichten, die mit "Corona" nichts zu tun haben – und Karl-Heinz Schulz sowie Wolfgang Frank sorgen dafür: Sie haben den "Rathausbuckel" neu bepflanzt, und so gedeihen hier typisch Schriesheimer Sorten wie Silvaner, Burgunder, Riesling und Müller-Thurgau. Schließlich weiß Schulz als einstiger Verkehrsvereinsvorsitzender, wie wichtig es ist, dass sich die Weinstadt an zentraler Stelle präsentiert.

Im letzten Jahr hatte Schulz, nun auch schon 76 Jahre alt, den Wingert, um den er sich seit 2011 kümmerte, in jüngere Hände, in die von Frank übergeben. Der Bruder des einstigen "Franke-Doktor"-Wirts Georg Frank ist selbst Hobby-Winzer und liefert den Ertrag seiner 37 Ar an die Winzergenossenschaft ab. Die gut 50 Rebstöcke am Rathaus werden aber nicht zu Wein, sondern Werner Volk brennt sie zu Schnaps – immerhin 60 Liter, die für einen guten Zweck verkauft werden. Da die Anlage mit Alt-Bürgermeister Peter Riehl besonders verbunden ist – er hatte zu seinem 20. Dienstjubiläum das Winzer-Denkmal gestiftet – soll der Rathausbuckel bald in "Petersberg" umbenannt werden.

Auch wenn Frank den Mini-Weinberg nebenbei bewirtschaftet: Arbeit macht der schon. "Man muss schon zweimal in der Woche da sein", sagt Schulz, "das ist dieselbe Arbeit wie in jedem anderen Weinberg." Dass sie sich auch von der Pandemie in ihrem Schaffensdrang nicht abhalten ließen, sieht Schulz als gutes Zeichen von Normalität in schwerer Zeit. Und auch das Ende der Arbeiten kündet von Lebensfreude: "Eigentlich ist es ja in Schriesheim Brauch, dass man über die neuen Reben ein Glas Wein schüttet", so Schulz. "Aber das haben wir dann lieber selbst getrunken."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung