05.05.2020

Kurpfalz-Gymnasium Schriesheim: Ein Neubeginn hoch zwei

Kurpfalz-Gymnasium Schriesheim: Ein Neubeginn hoch zwei

Ende der Zwangspause: Für die Abschlussjahrgänge des Kurpfalz-Gymnasiums begann wieder der Unterricht - Neustart in den Containern

Am Montag begann am Kurpfalz-Gymnasium wieder der Unterricht der 11. und 12. Klasse nach der zwangsweisen Corona-Pause. Auf dem linken Bild bereitet Lehrer Frank Diers die Abiturienten im Fach Erdkunde auf die schriftlichen Prüfungen vor – erstmals in den neuen Containern. Ansonsten gilt, wie überall, auch in den Pausen: Abstand halten! Fotos: Peter Dorn?


Von Florian Busch

Schriesheim. Es fühlt sich an wie ein weiteres Stück hin zur Normalität: Seit Montag läuft der Schulbetrieb am Kurpfalz-Gymnasium Schriesheim (KGS) wieder – allerdings in deutlich abgespeckter Version. Zunächst dürfen nämlich nur die Abschlussklassen der Jahrgangsstufen 1 und 2 den Unterricht wieder besuchen. Und während Erstere weiterhin im Schulgebäude untergebracht sind und je zur Hälfte im Wochentakt unterrichtet werden, müssen sich die Ältesten an die Container auf dem Parkplatz vor der Schule gewöhnen.

Doch die kommen bei den Schülern gut an: "Ich finde sie besser als das alte Gebäude", meint etwa Elliot Higgins. Sein Sportkurs ist die an diesem Montagvormittag einzig verbliebene Gruppe in den Übergangsbauten. Unterrichtet werden nämlich nur die Kernfächer, in denen die Zwölftklässler in etwa zwei Wochen ins schriftliche Abitur gehen.

Dass der Unterricht nun nach knapp eineinhalb Monaten wieder physisch im Klassenzimmer stattfindet, finden die Abituranwärter gut. Auf diese Weise könne man mit den Lehrkräften noch mal relevante Dinge besprechen und wichtige Fragen klären, findet zum Beispiel Mika Schüler. Sich zu Hause zum Lernen zu motivieren, sei ihm nämlich nicht leicht gefallen. Zwar seien die Schüler mit Materialien und Aufgaben aus vielen Fächern versorgt worden, ergänzt der Sportlehrer Florian Beierer: "Das war aber manchmal sogar fast ein bisschen zu viel", pflichtet er seinen Sprösslingen bei.

Dass die Container vom Abschlussjahrgang so positiv gesehen werden, liegt auch an der Ausstattung. In jedem Klassenzimmer ist neben einem Beamer, einer Dokumentenkamera und einer Anschlussstelle für Laptops ein "White Board" installiert. Statt mit Kreide wird hierauf mit Edding geschrieben. Und das Wichtigste: Alle Fenster lassen sich öffnen und schließen.

Doch nicht nur die Zwölftklässler bekennen sich als Fans der Container. Auch KGS-Schuldirektor Jürgen Sollors, der ebenfalls samt Sekretariat dorthin gezogen ist, zeigt sich zufrieden: "Sie sind sehr schön und sehr gut ausgestattet", findet er. Es könnte also alles gut sein, allerdings trübe "Corona" natürlich die Stimmung.

Für die Wiederaufnahme des Schulbetriebs gebe es am KGS einen "umfangreichen Hygieneplan", so Sollors. Neben vielen Spendern mit Desinfektionsmitteln im ganzen Gebäude sei Abstandhalten das oberste Gebot. Das betreffe sowohl den Unterricht als auch die Laufwege auf den Gängen. Die Toiletten dürfen nur noch von zwei Schülern gleichzeitig aufgesucht werden. Ebenso wurden die zwei Außentüren in jedem der drei Stockwerke umfunktioniert: Eine dient als reiner Eingang, die andere als reiner Ausgang.

Schon am vergangenen Donnerstag habe eine Einführungsveranstaltung in der Schulsporthalle stattgefunden – dort soll dann auch das Abitur geschrieben werden. Hier wurden die Schüler über die neuen Regeln aufgeklärt, berichtet Sollors. Bei der Einhaltung aller Vorschriften hofft er deswegen auf Eigenverantwortung und Verständnis seitens der Zwölftklässler. Allerdings "habe ich den Eindruck, dass alle sehr konzentriert waren" und ihnen die Brisanz der aktuellen Lage klar sei. Das können die Schüler nur bestätigen: "Es hat auf jeden Fall seinen Sinn", meint Elliot.

Es gibt indes nicht nur gute Nachrichten: So könnten mehrere Lehrer derzeit nicht in der Schule unterrichten, weil sie zur Risikogruppe gehörten, berichtet der Direktor. Für die Schüler gebe es trotzdem Präsenzunterricht, den Fachkollegen halten. Zusätzlich erhielten sie von ihrer eigentlichen Lehrkraft Online-Stunden.

Unterdessen hofft die Jahrgangsstufe 2, dass das Abitur ohne weitere Verzögerung über die Bühne gehen kann. Im Fach Sport gibt es allerdings ein zusätzliches Problem mit der praktischen Prüfung, die eigentlich in etwa sechs Wochen stattfinden soll. Ob, und wenn ja, in welchem Rahmen etwa Mannschaftssportarten geprüft werden, konnte Sollors heute noch nicht absehen. Für die Schüler ist aber klar: "Wir wollen auf jeden Fall die praktische Prüfung machen", meint die Schülerin Florine Sender.

Am Montag begann am Kurpfalz-Gymnasium wieder der Unterricht der 11. und 12. Klasse nach der zwangsweisen Corona-Pause. Auf dem linken Bild bereitet Lehrer Frank Diers die Abiturienten im Fach Erdkunde auf die schriftlichen Prüfungen vor – erstmals in den neuen Containern. Ansonsten gilt, wie überall, auch in den Pausen: Abstand halten! Fotos: Peter Dorn?

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung