15.05.2020

Schriesheimer Sportvereine: Manchmal fast Normalität, meistens tote Hose

Nicht in allen Vereinen sind die Lockerungen angekommen oder umsetzbar - Hallen und direkter Kontakt bleiben tabu

Von Werner Hildebrand

Schriesheim. Sportlich gesehen gleicht die Weinstadt einer Geisterstadt: Fitnessstudios geschlossen, das Sportzentrum abgesperrt, die Schulsporthalle und die Mehrzweckhalle dicht, die Anlage der Raubritter auch. Lediglich bei den Minigolfern und den Tennisspielern tut sich was. Dagegen lockert die Gemeinde Hirschberg so langsam die Auflagen und gibt verschiedenen Vereinen die Sportanlagen frei, wenn auch unter Auflagen: Die Duschräume und Umkleidekabinen bleiben zu, nur die Toiletten sind geöffnet.

Der KSV, der größte Verein in der Stadt, hätte relativ wenig davon, wenn das Sportzentrum wieder offen hätte, denn in erster Linie sind seine Sportler in der Halle – bis auf die Walkinggruppe, die ab Montag wieder startet (wenn auch nur mit maximal fünf Personen). Weil der KSV zum Großteil sogenannte Kontaktsportarten wie Ringen oder Judo anbietet, richtet sich Vorsitzender Herbert Graf auf ein längeres Trainingsverbot ein. Ansonsten erarbeitet sein Verein gerade ein Konzept, wie man bald wieder Sport im Freien treiben kann.

Noch ist das Medaktiv-Sportstudio geschlossen, soll aber am 2. Juni wieder öffnen. Die Zeit hat Graf zum Renovieren genutzt: "Mittlerweile sind wir größtenteils fertig, man wird das ,Medaktiv’ nicht mehr wiedererkennen." Aber es wird sich doch einiges ändern: Es gibt nur noch Platz für 20 Personen, Duschen und Sauna bleiben geschlossen. Und doch glaubt Graf: "Ich rechne mit einem großen Andrang."

Auch die Baseballer, deren Club in diesem Jahr 30 Jahre alt wird, dürfen nicht spielen: "Wir bleiben Zuhause und stehen in engem Kontakt mit dem Ordnungsamt", heißt es von den Raubrittern. Sehr hart trifft es die Männer- und Frauenhandballmannschaften des Turnvereins. Beide Sporthallen sind abgeschlossen, und da die aktuelle Saison vom Badischen Handballverband offiziell beendet wurde, bereitet man sich auf die kommende vor – "sofern sie im September beginnen kann", sagt TVSTVS-Pressewart Klaus Ost.

Die Frauen 1, die Frauen 2 und die A-Juniorinnen starten am Montag in eine etwas andere Vorbereitung auf die neue Saison; auf dem Trainingsplan, den jede Spielerin für sich umsetzen muss, stehen zwei längere Laufeinheiten unter der Woche und eine kürzere am Wochenende. Auf Eis gelegt sind auch die Leichtathleten, deren Training ja überwiegend im Sportzentrum stattfindet. Das gilt auch für alle, die sich gerade um das Sportabzeichen bemühen, und für die TV-Floorballer.

Seit dem Montag können die Minigolfer endlich wieder ihre Schläger auf ihrer Anlage schwingen. Laut dem Vorsitzenden Michael Ritschel sind alle erforderlichen Unterlagen eingereicht worden, die Anlage hatten die Mitglieder selbst auf Vordermann gebracht – und so stand einer Eröffnung nichts im Wege. Einziger Wermutstropfen: Die für den 1. bis 4. Juli angesetzten Deutschen Meisterschaften sind abgesagt. Doch Ritschel hat eine gute Nachricht: "Im nächsten Jahr finden die Meisterschaften bei uns an gleicher Stelle statt!"

Auch beim SV gibt es kein Training, doch es gibt Ausnahmen mit strengen Auflagen: nur in Kleingruppen von maximal fünf Personen inklusive Trainer, Dokumentation der Teilnehmer und ein Mindestabstand von 1,50 Meter. Doch für die Jugendleitung sind diese Vorgaben nicht umsetzbar, und so ruht der Trainingsbetrieb. Dafür wagt der SVS etwas ganz Neues, eine "Jugend-Heimspiel-Meisterschaft" über drei Spieltage. Einer dauert immer eine Woche, und die Aufgaben werden von den Jugendtrainern gestellt. In dieser Woche gibt es ein Quiz. Für die Spieltagessieger gibt es jeweils einen SV-Jugendschal zu gewinnen. "Wir versuchen, mit den drei Spielen den Kindern und Jugendlichen etwas Abwechslung zu liefern", sagt Hermann Morast vom SVS-Vorstand.

Der Tennisclub hat die Saison am Dienstag offiziell eröffnet, allerdings gilt: kein Händeschütteln, keine Gruppenbildung und kein Spiel länger als 55 Minuten; die Umkleiden und Duschen bleiben geschlossen, doch die Toiletten sind geöffnet.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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