30.05.2020

Beim KSV endet am Dienstag die Durststrecke "Medaktiv"-Gesundheitsstudio öffnet wieder - Corona-Zwangspause wurde

Beim KSV endet am Dienstag die Durststrecke "Medaktiv"-Gesundheitsstudio öffnet wieder - Corona-Zwangspause wurde"Medaktiv"-Gesundheitsstudio öffnet wieder - Corona-Zwangspause wurde zum Renovieren genutzt

Das „Medaktiv“-Gesundheitsstudio öffnet am Dienstag wieder – worauf sich Leiter Wolf Dieter Gehrig, KSV-Vorsitzender Herbert Graf und Mitarbeiter Ingo Rennebaum (v.l.) freuen. Foto: Dorn

Schriesheim. (hö) Der Kraftsportverein Schriesheim 1903 (KSV) hat eine besondere Beziehung zu seinem Studio "Medaktiv": Denn dessen rund 600 Mitglieder stellen die mit Abstand größte von insgesamt fünf Abteilungen – die sechste wäre der im Moment inaktive Fanfarenzug. Hinzu kommen auch noch die gut 320 Personen, die zum Rehasport gehen. Umso schwerer traf es den Verein, als am 17. März das Aushängeschild an der Mehrzweckhalle coronabedingt schließen musste. Das war auch für den Studioleiter Wolf Dieter ("Wolle") Gehrig ein herber Schlag, denn er leitet das "Medaktiv" seit 20 Jahren, er kam damals direkt vom Studium der Sportwissenschaften in Heidelberg nach Schriesheim. Er machte auch den Umzug vor zehn Jahren in die neuen Räume mit – und auf einmal war der einzige Festangestellte, den der KSV noch hat (die zwölf Trainer im Studio sind selbstständig), in Kurzarbeit.

Doch die Durststrecke hat ein Ende: Das "Medaktiv" hat ab Dienstag, 2. Juni, wieder geöffnet. Natürlich gelten hier die neuen Hygiene- und Abstandsregelungen, die vom Schriesheimer Ordnungsamtsleiter Achim Weitz abgesegnet wurden: So muss fortan jeder sein eigenes Handtuch mitbringen und auch sein Trainingsgerät desinfizieren. Umkleiden, Duschen und die drei Saunen sind weiterhin geschlossen – im Grunde sollte man schon in Sportkleidung hier ankommen – und so auch wieder gehen. Die Anmeldung – und damit die Dokumentation – erfolgt am Tresen, alles kontaktlos. Pro zehn Quadratmeter ist nur eine Person zugelassen, macht also im ganzen "Medaktiv" 30 Leute, die gleichzeitig trainieren können, in den Kursräumen vom Reha-Sport sind es 15 – hier starten die Kurse erst am 8. Juni. Deswegen wurden auch die Geräte auseinandergestellt, manche vorübergehend eingemottet, damit es mehr Platz gibt. Und bei den Kursen darf niemand durcheinanderlaufen, sondern hübsch bei seiner Matte bleiben – und auch die ist selbst mitzubringen. Immerhin: Eine Maskenpflicht besteht nicht.

Noch weiß Gehrig nicht so richtig, wie groß der Ansturm sein wird. Aber er glaubt, dass gerade die Senioren als wichtige Klientel "von sich aus noch sehr vorsichtig sein werden": "Vielleicht finden es einige noch zu früh, jetzt mit dem Sport zu beginnen. Das kann ich auch verstehen." Aber wer kommt, wird das Studio nicht wiedererkennen. Denn Gehrig und sein Team mit vielen Freiwilligen haben fünf Wochen lang alles auf Vordermann gebracht: Die Wände sind frisch gestrichen, die Spinde lackiert, die Geräte neu gepolstert, sogar die Saunabänke abgeschliffen. "Die haben richtig hingelangt", meint KSV-Vorsitzender Herbert Graf anerkennend.

Wohl und Wehe des KSV hängt ein bisschen auch an "Medaktiv". Denn als vor ziemlich genau sieben Jahren "Pfitzenmeier" in Schriesheim öffnete, verlor das "Med­aktiv" auf einen Schlag 300 Kunden und der KSV ein Drittel seiner Mitglieder. Nun ist er mit 1044 Beitragszahlern nur noch der zweitgrößte Verein der Stadt, der Turnverein hat fast 200 mehr. Aber in der Krise lag auch eine Chance: Seither schärfte das "Medaktiv" sein Profil als zertifiziertes Gesundheitsstudio: "Wir waren vorher ja der Platzhirsch und mussten uns neu aufstellen", sagt Gehrig. Und so sind es nun vor allem ältere Menschen, die das Angebot der Einrichtung schätzen. Seit 2011 wurde als feste Säule der Reha-Sport aufgebaut – "und mittlerweile melden sich wieder verstärkt junge Leute an", freut sich Gehrig. Ansonsten hat der KSV die Coronakrise mit einem blauen Auge überstanden: Es gab keine Austrittswelle, einige wenige Härtefälle wurden beitragsfrei gestellt. Und natürlich fehlten die Einnahmen der Feste, ein Verlust von 30.000 Euro, gut zehn Prozent des KSV-Budgets. "Am meisten leid tut es mir für die Kinder", sagt der seit Oktober 2018 amtierende Vorsitzende Graf, denn kurz vor der Pandemie startete der Verein ein Thai-Boxen-Angebot, das schnell populär war, aber dann eingestellt werden musste. Alle Abteilungen, auch die Boxer, Judokas, Ringer und die Freizeitsportler wurden beauftragt, ein Konzept zu erarbeiten, wie man trotz Corona weiter Sport machen kann: "Das wird ein kontaktloses Trainieren", sagt Graf, "da geht es mehr um die Bewegungsabläufe." Die Krise hatte auch ihr Gutes: "Das Zusammenarbeiten im Vorstand war sehr gut, die Krise schweißte uns alle zusammen."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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