04.06.2020

Kriminalroman "Reinheitsverbot": Es geht um Sex, Gewalt und ganz viel Geld

Im Dschungel der Kosmetik-Industrie: Der gebürtige Schriesheimer Klaus Kröhnert hat mit einer Co-Autorin seinen zweiten Krimi geschrieben

Schriesheim. (mio) Wer diesen Krimi gelesen hat, der wird voraussichtlich früher oder später versuchen, mit der rechten oder linken Hand am eigenen Rücken die Stelle zwischen den beiden Schulterblättern zu berühren. Einigen wird das gelingen, doch den meisten anderen nicht so ganz. Genau diese Stelle spielt in dem Kriminalroman "Reinheitsverbot" von Klaus Kröhnert und Veronika Reischle unter dem peinlichen Stichwort "Rückenstinker" eine wichtige Rolle, denn hier geht es um Hygiene, Hautpflege und richtig viel Geld. Es ist für Klaus Kröhnert und seine Mitautorin Veronika Reischle der erste gemeinsame Krimi – und er liest sich unglaublich spannend.

Der Ur-Schriesheimer Kröhnert hatte 2015 mit seinem ersten Buch "Zum Teufel mit der Theorie" über die Tricks und Tücken der Unternehmensführung Erfolg. Der Mix aus Humor, Sex und Alltag brachte die Leser zum Schmunzeln und Lachen. Nun, fünf Jahre später, kann einem beim Lesen des neuen Buchs sicherlich das Lachen vergehen. Es geht auch um Sex, aber vor allem um eine fast grenzenlose Gier nach Macht, Reichtum und Prestige.

Klaus Kröhnert hat Betriebswirtschaft studiert und unter anderem als Direktor der Transportfirmen Trans-o-Flex, DHL und UPS gearbeitet. Heute lebt der Unternehmensberater mit seiner Frau Victoria im südpfälzischen Kandel. Seine Mitautorin Veronika Reischle lernte er als Dozent an der Industrie- und Handelskammer Villingen-Schwenningen kennen. Die frühere Leiterin der Aus- und Weiterbildungsabteilung und er kamen ins Gespräch. Sie wunderten sich über einen Teilnehmer, der wiederholt zu spät kam oder kurzfristig Seminartermine absagte. Jedes Mal entschuldigte er sich mit dem Tod eines neuen Familienmitglieds. Das war so kurios, dass sie die Idee hatten, gemeinsam einen Krimi zu schreiben.

Wie lief das gemeinsame Schreiben? "Eine E-Mail nach der anderen ging hin und her", so Kröhnert, "wir haben beim Schreiben nie zusammen gesessen". Die beiden hatten keinerlei Probleme, sich auf die Figuren und die Handlung zu einigen: Im Mittelpunkt steht der Kosmetik-Vertreter Paul Klinger, der sich nach einem Sturz vom Dach und mit einer Schusswunde im Krankenhaus wiederfindet. An seinem Bett treffen sich zwei Frauen, die beide von sich behaupten, dass sie genau diesen Mann demnächst heiraten möchten. Peinlich!

Doch es geht um viel mehr als um das amouröse Doppelleben eines Paul Klingers. Der Krimi behandelt auf unterhaltsame Art Themen der Kosmetik-Industrie. Sind denn Schönheitsprodukte wirklich wohltuend für die Haut oder nicht? Wie kann man das nachweisen? Und was passiert, wenn man die Überflüssigkeit von Kosmetika beweisen könnte? Wäre das der Untergang für die Schönheits- und Wellness-Branche? In all diese Fragen und Probleme ist der unfreiwillige Frauenheld Paul Klinger verheddert und verwickelt. Nicht nur er. Auch der trottelige Kommissar Bösinger hat sich bald fast aussichtslos in einem Chaos aus Sadomaso-Sex und Gewalt verfangen – und ist restlos überfordert.

Wie gut, dass es den Club der "Hochbetagten Hochbegabten" gibt. Die genialen Senioren kommen den guten Mächten zu Hilfe – und zwar mit dem allerneuesten Know-how rund um Internet und futuristische Drohnentechnik. Es ist also auch ein Krimi, in dem ältere Menschen mit ihren Begabungen anerkannt werden.

Wer kann unterscheiden, welches Kapitel wer geschrieben hat? Veronika Reischle oder Klaus Kröhnert? Nicht so einfach, so schlüssig sind die Figuren und Handlungen gestaltet. Am Schluss, das sei hier verraten, gibt es ein Happy End. Übrigens, Klaus Kröhnert hat schon die Idee zum nächsten Buch, aber dann soll es wieder heiter werden …

Info: Klaus Kröhnert und Veronika Reischle: Reinheitsverbot, 350 Seiten, Verlag Tredition. 12,99 Euro.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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