09.06.2020

Spielplatz Altenbach: Wann war der TÜV denn da?

Markus Stadtmüller fallen weitere Ungereimtheiten bei der Darstellung der Stadt auf. Im Mai wurden fast alle Spielgeräte abmontiert.

Schriesheim-Altenbach. (hö) Markus Stadtmüller, der sich bei der RNZ über den traurigen Zustand des einzigen Altenbacher Spielplatzes beschwert hatte, lässt nicht locker. Ihn überzeugt das Argument des städtischen Bauamts nicht, dass auf einmal und urplötzlich der TÜV die Demontage fast aller Spielgeräte veranlasst habe – neben dem Sandkasten gibt es momentan nur eine Schaukel: "TÜV und Gutachten als Argument von der Stadtverwaltung sind schon sehr merkwürdig, da nämlich der TÜV im letzten Jahr vor Ort war. Wenn der TÜV wirklich damals festgestellt hätte, dass alles morsch ist, dann hätte die Stadtverwaltung schon längst damals die Entfernung der Spielgeräte veranlassen müssen – und nicht erst jetzt aktuell im Mai 2020", schreibt Stadtmüller der RNZ.

Und ihm fielen noch mehr Ungereimtheiten auf: "Auch kann im Mai niemals der TÜV in Altenbach gewesen sein, da seit dem Lockdown im März auch der TÜV nicht im Außendienst gewesen ist", erst mit den Lockerungen der letzten Wochen hätten die Prüfer wieder ihre Arbeit aufgenommen: "Wenn also der TÜV im Frühjahr 2020 da gewesen wäre, also vor dem Lockdown, wäre somit die Stadtverwaltung Schriesheim schon im Frühjahr am Zug gewesen, die Geräte vom Spielplatz zu entfernen – und nicht erst im Mai, das wäre ja dann grob fahrlässig gewesen."

In jedem Fall bemängelt der Familienvater das überfallartige Vorgehen, dass ohne Vorabinformation an die Altenbacher Eltern auf einen Schlag fast alle Spielgeräte verschwunden seien – und weder Ortsvorsteher noch Ortschaftsrat hätten sich bisher zu Wort gemeldet.

Zugleich bezweifelt Stadtmüller, dass die Gespräche mit dem Grundstücksmiteigentümer – er hat ein Überfahrrecht für den Spielplatz – wirklich so gut liefen, wie die Stadtverwaltung behauptet: "Die ,guten Gespräche’ laufen schon seit 2018. Eine einfache Lösung gibt es nicht, außer er fährt mit seinem Traktor von der anderen Seite auf seine Wiese – da gibt es doch sonst keine Lösung, was sollen da für Gespräche ansonsten geführt werden?" Zudem habe er erfahren, dass von der Stadtverwaltung "einige Vermittler schon eingesetzt worden" seien, ohne dass es zu einem Durchbruch gekommen wäre.

Stadtmüller erneuert sein Angebot, zwischen Stadtverwaltung und Eigentümer zu vermitteln – er selbst sieht sich als Unternehmensberater für diese Aufgabe durchaus qualifiziert. Aber seine Offerte sei vom Rathaus abgelehnt worden. Einen triftigen Grund für die Verweigerung kann er sich nicht vorstellen – außer dass sich andere mit den Federn eines Verhandlungserfolgs (und damit einer bald beginnenden Sanierung des Spielplatzes) hätten schmücken können.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung