18.06.2020

Altenbach: Keine Mehrheit für Gaststätte Flößer als neuen Dorfladen

Altenbach: Keine Mehrheit für Gaststätte Flößer als neuen Dorfladen

Ortschaftsrat stimmt denkbar knapp dagegen, sie als Standort zu prüfen - Aber aus dem Rennen ist das Gebäude nicht

Kandidat für einen Dorfladen: Die ehemalige Gaststätte Flößer (zuletzt „Zum Kochlöffel“, Hauptstraße 45). Foto: Dorn

Von Micha Hörnle

Schriesheim-Altenbach. In die Frage, ob und wie in Altenbach ein Dorfladen eingerichtet werden soll, kommt Bewegung: Der Ortschaftsrat diskutierte, wie immer kontrovers, die Frage, ob die ehemalige Gaststätte Flößer – zuletzt existierte hier nur zwei Monate bis Februar das Restaurant "Zum Kochlöffel" (und vorher sechs Jahre lang das "Sonus") – als Standort eines Mini-Supermarkts geprüft werden soll. Das fand aber im Ortschaftsrat keine Mehrheit.

Die Idee, den "Flößer" zu prüfen, hatte Karin Malmberg-Weber von der SPD. Denn bisher wurden zwei leerstehende Ladenlokale im Stadtteil von der "Initiative Nahversorgung Altenbach" – ein Zusammenschluss von Bürgern – besichtigt: die Volksbank (seit Ende 2018 geschlossen) und die Filiale der Wilhelmsfelder Bäckerei Bernauer (seit dem 1. April geschlossen).

Das Ergebnis: Die Volksbank ist mit rund 100 Quadratmetern Fläche groß genug, allerdings weiß man nichts über die Ladenmiete, außerdem gibt es noch weitere Räume im ersten Stock, alles zusammen stolze 300 Quadratmeter Mietfläche; der Verkaufsraum der Bäckerei hingegen ist mit 53 Quadratmetern zu klein. Da könnte die ehemalige Gaststätte Flößer vielleicht gut passen, zumal ja auch ein Café zum Dorfladen gewünscht wird – wie es auch im Bensheimer Odenwaldstadtteil Hochstädten der Fall ist, den sich die Altenbacher zum Vorbild genommen haben. Schließlich gibt es im "Flößer" eine große Küche, ein Kühlhaus, genug Lagerräume und eine Toilette; außerdem ist das Gebäude in der Hauptstraße 47 zentral gelegen und hat Parkplätze. Und, nicht ganz unwichtig: Eigentümer Edgar Flößer hat nichts dagegen, einen Laden einzurichten.

Doch dann begann die Debatte, mit dem Ergebnis, dass eine Prüfung des Gebäudes erst einmal unterbleibt – auch wenn das Ergebnis mit fünf zu fünf Stimmen denkbar knapp ausfiel. Was nicht heißt, dass irgendwann später doch noch einmal die Gaststätte Flößer wieder ins Gespräch kommt, vor allem die Grüne Liste warnte davor, den zweiten vor dem ersten Schritt zu machen. Denn im Moment arbeitet gerade die Stadtverwaltung, so bestätigte Beate Kreis vom Bauamt, an einem Nahversorgungskonzept.

Und auch die "Initiative Nahversorgung Altenbach" sollte mitgenommen werden, da sei es "kontraproduktiv, wenn sich zum jetzigen Zeitpunkt der Ortschaftsrat einklinkt", sagte Suzanne Epp (Grüne Liste). Zwar könne man die Wirtschaft als Dorfladenstandort "im Hinterkopf" behalten, aber Epp gab auch zu bedenken: "Wir nehmen uns auch die letzte Möglichkeit, in Altenbach eine Gaststätte zu betreiben."

Ähnlich sah es auch Karl Reidinger (CDU), der forderte, die Initiative jetzt nicht außen vor zu lassen. Und Sabine Stern (Grüne Liste) fand: "Der Ortschaftsrat sollte sich jetzt heraushalten, sonst wird den Bürgern ihr Engagement genommen."

Renate Hörisch-Helligrath, die als Altenbacher SPD-Gemeinderätin sprach, meinte hingegen: "Dieser Antrag steht der Initiative nicht entgegen", außerdem gehe es ja im Moment nur um eine Prüfung und nicht um eine Festlegung. Sie gab zu bedenken, dass die Volksbank "auf den ersten Blick das attraktivste Gebäude" sei – aber auch mit einer entsprechenden Miete. Die sei in der Gaststätte wohl niedriger. Und so regte Hans Beckenbach (Freie Wähler) an, einfach mal bei der Volksbank nachzufragen, was sie denn so verlangt. Hermann Pröll (Freie Wähler) – er betrieb bis 2017 selbst einen Lebensmittelladen in der Hauptstraße 29 – war zwar für eine Prüfung des "Flößer", fand aber persönlich die Volksbank "besser geeignet".

Ortsvorsteher Herbert Kraus und Beate Kreis vom Bauamt erinnerten daran, dass jetzt erst einmal die Fragebogen-Aktion anstehe, um herauszufinden, was die Altenbacher überhaupt im Ort an Einkaufsmöglichkeiten wünschen. Und so war am Ende im Ortschaftsrat Konsens, sich einfach mal den "Flößer" anzuschauen – ohne formelle Prüfung.

Die geschlossene Volksbank-Filiale (Hauptstraße 32). Foto: Dorn

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung