19.06.2020

Das sind die größten Tiefbauprojekte der kommenden Monate

Trotz Corona wird gebuddelt - Insgesamt werden sechs Millionen Euro investiert

Von Micha Hörnle

Schriesheim. Eigentlich hatte sich die Stadt bei der Haushaltssitzung Ende April einen Sparkurs verordnet: Alle Investitionen wurden ins nächste Jahr verschoben. Was nicht heißt, dass nicht doch gebaut wird. Nun stellten Bürgermeister Hansjörg Höfer und Bauamtsleiter Markus Schäfer die wichtigsten Tiefbauprojekte der nächsten Zeit vor. Nach Höfers Worten haben die ein Volumen von sechs Millionen Euro, dabei würden die Ortsteile besonders bedacht: "Wir investieren in den Untergrund und damit in die Zukunft der nächsten Generation", so Höfer. Generell wird bei den Arbeiten daran gedacht, Leerrohre für einen künftigen Glasfaserausbau zu verlegen. Zugleich kommen auch die Stromkabel unter die Erde – die Zeit der Dachständer ist passé. Und das ist alles geplant:

Großer Mönch (Schriesheim): Hier laufen seit April die Arbeiten für den neuen Kanal – wie bereits im letzten Jahr in der Bahnhofstraße und im Kehlweg. Die Kosten liegen bei 1,25 Millionen Euro, im Herbst soll alles fertig sein.

Kehlweg (Schriesheim): Noch länger als im Großen Mönch wird hier gegraben – und im Grunde für 1,2 Millionen Euro dasselbe gemacht: Wasser, Kanal und eine neue Gasleitung. In der nächsten Woche beginnen die Arbeiten am Straßenbelag. Auch hier will man bis Herbst fertig sein.

Birkenweg (Altenbach): Ungleich größer ist die Baustelle an der Hangstraße, hier gibt es sogar drei Bauabschnitte: Der zweite wird in der nächsten Woche begonnen – er kostet 1,3 Millionen Euro –, im nächsten Jahr folgt der dritte.

Ursenbach/Altenbach: Im kleinsten Ortsteil beteiligt sich die Stadt mit 200.000 Euro an den laufenden Arbeiten der Netze-BW und von Fibernet: Die Stromkabel kommen unter die Erde, und gleichzeitig wird hier Glasfaser verlegt: "Ursenbach wird der modernste Ortsteil, da gibt es Standards wie in einem Neubaugebiet", freut sich Höfer. Bekanntlich bezahlte in Altenbach die Stadt erst unlängst dafür, dass Fibernet die letzten drei von insgesamt acht Telefonkästen an die Glasfaser-Hauptleitung anschloss. Die Stadt lässt sich das schnelle Internet in Altenbach 850.000 Euro kosten.

Branichstaffel (Schriesheim): Noch im Juli bekommt der Aufgang eine neue Beleuchtung, die in den Handlauf integriert wird – das spart Laternenmasten, die hier wegen des felsigen Bodens nur schwer aufzustellen sind. Diese "elegante Lösung" (Schäfer) kostet 80.000 Euro.

Max-Planck-Straße/Steinschleifenweg (Schriesheim): Hier wird nur punktuell aufgegraben, um die Wasserleitung zu erneuern, es wird also nichts gesperrt.

Regenrückhaltebecken: Wie mehrfach berichtet, wird das bestehende 50 Jahre alte Becken für eine Million Euro saniert, im April 2021 sollen die Arbeiten beendet sein. Im Moment ist das Becken leer, es wird ausgebaggert, der Kanzelbach ist "umgeleitet". Mit dem neuen Becken oberhalb vom Mühlenhof dauert es noch, aber jetzt liefen die Gespräche mit den Grundstückseigentümern, so Höfer. Im September soll es dazu eine Infoveranstaltung geben, sodass man in der zweiten Hälfte 2021 mit den Ausschreibungen starten kann.

Gauls- und Schotterersbrücke (Schriesheim): Die beiden maroden Bauwerke in der Talstraße müssen dringend ersetzt werden, eigentlich hätte es schon 2019 so weit sein sollen. Doch die Zuschüsse, auf die die Stadt angewiesen ist, flossen nicht, jetzt sollen neue Fördertöpfe aufgetan werden. Ohne diese beiden Brücken kann die Sanierung der Talstraße nicht losgehen. "Im nächsten Jahr wird das wohl nichts mehr", so Höfer.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung