24.06.2020

Die Kindergärten öffnen am Montag - aber ...

Ab Montag gibt es reduzierte Betreuungszeiten von maximal achteinhalb Stunden - Vorsichtige Rückkehr zum Normalbetrieb

Von Micha Hörnle

Schriesheim. Da war offensichtlich doch ziemlich viel Druck im Kessel: Die Eltern der Kindergartenkinder wollten oder konnten nicht bis zum morgigen Donnerstag warten, wie und unter welchen Bedingungen die städtischen Betreuungseinrichtungen wieder öffnen werden. Am Dienstagnachmittag, Punkt 16.12 Uhr, kam eine E-Mail von Hauptamtsleiter Dominik Morast: Die Kindergärten öffnen am Montag wieder, aber im, wie es in schönstem Amtsdeutsch heißt, "reduzierten Regelbetrieb" – also maximal für achteinhalb Stunden pro Kind in der Zeit von 7.30 bis 16 Uhr.

Denn eigentlich war der Zeitplan der: Montag Einstufung der Erzieher, wer zur Risikogruppe gehört; Dienstag Gespräch mit den Kindergartenleitungen und Donnerstag Anhörung der Elternvertreter. Doch dann kam alles durcheinander: Die Betriebsärztin wurde erst gestern fertig, und schließlich rannte allen die Zeit davon.

Hauptamtsleiter Morast erklärte dazu auf RNZ-Anfrage: "Aufgrund der Dringlichkeit der Thematik, der zahlreichen Anfragen und zur besseren Planbarkeit für die Eltern haben wir bereits am Dienstag informiert. Die Elternbeiräte können trotz bereits erfolgter Information uns ihre Anregungen am Donnerstag weitergeben. Da die personellen Ressourcen kaum Spielraum lassen, sind Änderungen am Betreuungskonzept schwer möglich." Die entscheidende Frage war nämlich, wie viele Erzieher denn nun tatsächlich einsetzbar sind. Nach seinen Angaben gehört etwa ein Fünftel zur Risikogruppe – was aber nicht heißt, dass sie nun nicht mehr arbeiten dürften: Sie würden "nur nicht unmittelbar oder nur eingeschränkt am Kind eingesetzt", so Morast. "Daher war es auch notwendig, dass tatsächlich eine individuelle Gefährdungsbeurteilung erfolgt."

Und das sind die Regelungen im Einzelnen für die städtischen Kindergärten:

> Betreuung: Ab Montag, 29. Juni, wird in den fünf städtischen Kindergärten und dem Kinderhaus Altenbach die Betreuung "in Richtung eines reduzierten Regelbetriebs" ausgeweitet: Alle Kinder können ab Montag täglich in der gewohnten Einrichtung ihre Stammgruppe besuchen. Die tägliche Betreuungszeit ist auf 8,5 Stunden im Zeitraum von 7.30 bis maximal 16 Uhr begrenzt. Die Abholzeit richtet sich – wie gewöhnlich – nach dem jeweiligen Betreuungsmodell. Ein warmes Mittagessen wird es erst einmal nicht geben. Die Einrichtungsleitungen werden noch einmal gesondert über Details der Wiedereröffnung, beispielsweise Gesundheitsbestätigungen und besondere Schutzvorkehrungen, informieren.

Ab Montag werden zugleich das seit dem 25. Mai geltende tageweise rollierende Betreuungssystem, aber auch die Notbetreuung aufgehoben.

> Gebühren: Für Juni mit seinem "rollierenden System" wurde die Erhebung der Kindergartengebühren ausgesetzt, sie werden aber im Juli nachberechnet. Für den Juli ist wieder der volle Betrag fällig – und zwar trotz der eingeschränkten Betreuungszeiten. Morast schreibt den Eltern: "Uns ist bewusst, dass in der derzeitigen Lage keine der jeweiligen Betreuungssituation passgenaue Abrechnung erfolgen kann. Dies ist dem komplexen Veranlagungssystem geschuldet. Wir bitten um Verständnis, dass eine absolute Gleichbehandlung der Elternschaft in der aktuellen Situation nicht möglich ist."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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