25.06.2020

Schriesheimer Grundschulen: Ab Montag wird es wieder halbwegs normal

Wie sich die drei Schriesheimer Grundschulen auf ihre Rückkehr zum Regelbetrieb vorbereiten - Nicht jedes Fach kann unterrichtet werden

Von Maren Schenk

Schriesheim. Gerade erst nach den Pfingstferien durften alle Grundschüler wieder in die Schule gehen – wegen der Abstandsregeln allerdings nur im rollierenden System: täglich wenige Stunden in kleinen Gruppen Präsenzunterricht in der Schule im Wechsel mit "Kinder-Homeoffice". Und nun überraschend am 16. Juni eine neue Anweisung von Kultusministerin Susanne Eisenmann: "Rückkehr zum Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen" ab dem 29. Juni. Hintergrund sind positive Ergebnisse von Studien, zum Beispiel die vorläufigen Studienergebnisse der Unikliniken in Baden-Württemberg, die zeigen, dass Kinder bis zehn Jahre seltener erkranken. Daher hat das baden-württembergische Kultusministerium die bisherige Abstandsregel von 1,50 Metern untereinander bei den Grundschülern aufgehoben. Es sind also wieder normale Gruppengrößen in den Klassenzimmern erlaubt. Erwachsene dagegen sollen weiterhin Abstand halten, untereinander und zu den Kindern.

Wie werden die neuen Regeln in den drei Schriesheimer Grundschulen umgesetzt?

> Kurpfalz-Grundschule: "Am Dienstag war ich erst wie gelähmt. Gerade erst sind wieder alle Kinder in der Schule – zumindest im rollierenden System –, alle Pläne gemacht, und jetzt brauchen wir für viereinhalb Wochen noch einmal neue Stundenpläne", sagt Schulleiterin Sabine Grimm. Die Planungsphase begann am Mittwoch letzter Woche, und die Pläne stehen: "Wir freuen uns alle, Lehrer, Eltern und die Kinder, auf etwas mehr Alltag."

Es wird einen zeitversetzten Schulbeginn der zwölf Klassen zwischen 8 und 9 Uhr geben, damit sich die Kinder außerhalb ihrer konstanten Lerngruppe möglichst nicht begegnen. "Die Klassen werden immer von derselben Lehrerin beziehungsweise demselben Lehrerteam unterrichtet – und zwar vier Zeit- beziehungsweise fünf Unterrichtsstunden", so Grimm.

Deutsch und Mathematik wird auf dem Plan stehen, aber auch Sachunterricht. "Und wir werden Kunst und in den dritten und vierten Klassen auch Englisch unterrichten, eventuell auch Religion." Sport- und Musikunterricht bleiben verboten. "Für die vom Kultusministerium angedachten individuellen Förderstunden haben wir leider nicht genügend Lehrkräfte, da einige zu den Risikogruppen gehören."

Es wird auch zwei zeitversetzte Bewegungspausen jeden Morgen geben. "Wir haben für draußen Spiele vorbereitet – extra für Corona-Zeiten ohne Kontakt." In einem Elternbrief hat die Schulleiterin darauf hingewiesen, dass weiterhin die AHA-Regel gelten sollte: Abstand, Handhygiene, Alltagsmasken. "Ich mache mir etwas Sorgen wegen der kleinen Klassenräume, da wir jetzt wieder die ganze Klasse unterrichten werden. Aber wir werden regelmäßig gut durchlüften."

Die Kurpfalz-Grundschule ist die einzige Grundschule in Schriesheim, die auch Ganztagsunterricht anbietet. Aber derzeit seien weniger Kinder als sonst für den Ganztag angemeldet, so Grimm. Die Mensa wird nicht geöffnet sein, aber es können bei Bedarf Lunchpakete geliefert werden. Es wird für die Ganztagsschüler ihre Mittagspause und die Hausaufgabenzeit geben. Anstelle der AGs werden pädagogische Angebote am Nachmittag angeboten.

> Strahlenberger Grundschule:

Auch hier werden die einzelnen Klassenstufen zeitversetzt beginnen: Für die beiden vierten Klassen beginnt der Unterricht um 7.45 Uhr, dann alle Viertelstunde eine weitere Klassenstufe, bis um 8.30 Uhr die ersten Klassen beginnen. "Wir werden jeden Tag alle Klassen je vier Stunden unterrichten", erklärt Konrektor Hubert Strehle, "plus eine Stunde Förderunterricht für ausgesuchte Schüler. Das können beispielsweise Schüler sein, die wir in der langen Homeschooling-Phase nicht erreicht haben". Denn er befürchtet, dass die Lernunterschiede nun größer geworden sind. "Wir möchten alle Schüler wieder gut erreichen und sie auf denselben Stand bringen." Die Kinder werden zeitversetzt nach zwei Schulstunden in eine Bewegungspause auf den Hof gehen, danach schließt sich noch eine Essenspause im Klassenzimmer an.

"Ich bin sehr dankbar, dass alle Lehrerinnen unterrichten werden, obwohl auch welche zu einer Risikogruppe gehören und nicht in die Schule kommen müssten", betont Strehle. "Wir können daher einen verlässlichen Unterricht garantieren." Jeweils zwei Lehrer werden eine Klasse unterrichten, die sich bei Bedarf vertreten können. Unterrichtet werden Deutsch, Mathe, Sachunterricht und Kunst.

Die Schüler werden wieder in Gruppen arbeiten können, Abstand müssen sie allerdings zum Lehrer halten. Daher empfiehlt Strehle den Eltern dringend, ihren Kindern weiter Mund-Nasen-Bedeckungen mitzugeben, damit sie diese aufsetzen können, wenn doch ein engerer Schüler-Lehrer-Kontakt notwendig sein sollte.

"Wir hoffen, dass bis zum Schuljahresende alles gut geht und unsere Lehrerinnen nicht krank werden oder wir wegen Infektionen wieder schließen müssen." Worauf Strehle aber immer noch wartet, ist, wie das versprochene Testkonzept des Kultusministeriums aussehen wird. Denn er hat eher Angst um die Kollegen als um die Kinder, die ja anscheinend seltener und nicht so stark erkranken wie Erwachsene.

> Altenbacher Grundschule: Hier gibt es vier Klassen für die 64 Schüler. Auch dort wird der Unterricht dann zeitversetzt beginnen, berichtet die Leiterin Anja Münster-Doubravsky: für die dritte und vierte Klasse um 8 Uhr, für die Erst- und Zweitklässler um 8.30 Uhr. "Unsere vier Lehrkräfte und ein Religionslehrer können alle unterrichten, da sie keiner Risikogruppe angehören", sagt die Schulleiterin. "Die Kinder werden Deutsch-, Mathe- und Sachunterricht erhalten, ebenso Kunst." Ob die Religionslehrkraft ihr Fach unterrichten könne, stehe noch nicht fest – "aber ich werde Gespräche mit den Schülern zur besonderen Situation und möglichen Problemen führen", so Münster-Doubravsky.

Die Schulleiterin selbst wird Schülern mit Rückstand aus dem Homeschooling eine halbe Stunde vor und nach dem regulären Unterricht Förderunterricht geben. Sie betreut ebenfalls die Hofpause: "Das wird eine Bewegungspause sein, mit Spielen, bei denen sich die Kinder nicht zu nahe kommen sollen." Und: Im Schulhaus wird weiterhin Mund-Nasen-Maske empfohlen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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