26.06.2020

Es fährt kein Bus nach Ursenbach

Anrufe beim Bedarfshalt laufen ins Leere - Viel Kritik am BRN

Schriesheim-Ursenbach. (hö) Ein bisschen passt der fast 50 Jahre alte Evergreen von Christian Anders: "Es fährt ein Zug nach nirgendwo" – nur dass der Odenwaldortsteil keinen Gleisanschluss hat. Aber auch der Bus der Deutsche-Bahn-Tochter Busverkehr-Rhein-Neckar (BRN) fährt nach nirgendwo, schon gar nicht nach Ursenbach, woran CDU-Rätin Lisa Hartmann bei der Gemeinderatssitzung erinnerte: "Der Bedarfsbus funktioniert gar nicht. Man muss geradezu darum bitten, dass er fährt." Und sie berichtete davon, dass sie geschlagene 18 Minuten am Telefon hing, bis man sich ihrer erbarmte. Auch Gabriele Mohr-Nassauer (SPD) hat unangenehme Erfahrungen gemacht: "Meine Tochter kam nicht vom Berg weg. Und wenn man die Nummer, die an der Haltestelle hängt, anrief, hieß es, man sei nicht zuständig." Sie fand, wie auch Michael Mittelstädt (CDU) , dass man jetzt den Druck auf den BRN erhöhen und die Geldzahlungen einstellen sollte.

Auch die Ursenbacher Ortsvorsteherin Inge Pfrang schaltete sich ein: "Das Problem ist nach wie vor groß. Die Linie wurde an Subunternehmer vergeben, aber die tun nichts. Jetzt muss man mal organisatorisch aufräumen." Bürgermeister Hansjörg Höfer meinte: "Wir müssen ständig protestieren, das Problem verfolgt uns seit Jahren. Es ist doch kein Zustand, davon abhängig zu sein, wie der Busfahrer ,drauf’ ist."

Die Klagen sind nicht neu: Bereits vor knapp drei Jahren berichtete die RNZ über die Zustände, gerade bei der Schülerbeförderung. Damals hieß es seitens der Bahn, dass die Probleme bekannt seien. Wenn Bedarf angemeldet wird, würden die Fahrer über Funk und das Bordrechnersystem verständigt. "Aber das Gelände ist bergig und winkelig. Wenn der Bus unterwegs ist, kann es sein, dass Funklöcher auftreten", sagte damals der RNZ ein Bahnsprecher. Dann wisse der Fahrer gar nicht, dass er jemanden abholen solle. Mit Benachrichtigungen über die Handys der Fahrer versuche man gegenzusteuern. Gleichzeitig sollten die Ursenbacher Fahrgäste ihren Haltewunsch eine Stunde vorher anmelden, sonst könne man eine Benachrichtigung des Fahrers nicht garantieren.

Eine neuerliche RNZ-Anfrage, wie sich die Situation in Ursenbach entwickelt habe und ob die Bahn gegenüber dem Subunternehmer Konsequenzen ziehen würde, konnte die Stuttgarter Bahn-Pressestelle gestern auf die Schnelle nicht beantworten.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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