29.06.2020

Kindergartenöffnungen: Kritik von den Eltern, Lob von den Räten

Alles in allem wurde der Verwaltung eine gute Arbeit bescheinigt

Schriesheim. (hö) In der Stadt gibt es momentan zwar weiterhin keinen Coronainfizierten, aber eine Reiserückkehrerin, die sich in Quarantäne begeben musste. Das berichtete Bürgermeister Hansjörg Höfer in der Gemeinderatssitzung, die, im weiteren Sinne, auch im Zeichen der Pandemie stand. Denn ein Thema war die Öffnung der städtischen Kindergärten ab heute. Zwar gab es bei den Eltern wegen der späten Information Unmut, wie Hauptamtsleiter Dominik Morast zugab: "Wir brauchen eine Woche Vorlauf, um auf die Landesverordnung reagieren zu können – das war unsere Ansage. Wir haben es dann in vier Arbeitstagen geschafft." Zur Erinnerung: Die Landesregierung hatte die Kindergartenöffnung am vorletzten Mittwoch bekannt gegeben, am Dienstag drauf konnte das Hauptamt sagen, wie die Regelung im Detail aussehen: Alle Kinder werden wieder, wenn auch nur maximal achteinhalb Stunden am Tag, betreut (RNZ vom Mittwoch).

Dass es nicht schneller ging, lag an der Betriebsärztin, die jede Erzieherin individuell einschätzen musste. "Und das Personal ist das A und O der Umsetzung", so Morast, der aber bilanzierte: "Auch im Vergleich zu anderen Kommunen haben wir das gut hinbekommen." Was ihm im Moment noch Sorgen macht, ist die Ferienbetreuung, denn es hätten sich bisher nur zwei Vereine gemeldet, die etwas anbieten wollen. Dazu meinte Christiane Haase (CDU), die seien von der Stadt noch gar nicht benachrichtigt worden. Mittlerweile, so Höfer, sei der Brief aber raus.

Ansonsten gab es von den Gemeinderäten vor allem Lob für die Arbeit der Verwaltung: "Geschimpft ist schnell – schneller als gelobt", sagte Gabriele Mohr-Nassauer (SPD). Sie bedankte sich ausdrücklich, dass man die Situation "gut gemeistert" habe. Fehler seien in dieser Ausnahmesituation zu verschmerzen – vor allem, wenn man aus ihnen lernt. Sie lobte auch ausdrücklich, dass die Stadt die freien Träger von Betreuungseinrichtungen deutlich stärker unterstützt, als es der Städte- und Gemeindetag empfohlen hatte (RNZ vom Dienstag). Ansonsten freuten sich Dagmar Wenger (Grüne Liste), aber auch Wolfgang Renkenberger (FDP), Bernd Hegmann (Freie Wähler) und Liselore Breitenreicher (Bürgergemeinschaft), dass die Kinder ab heute wieder fast normal in die Kindergärten gehen können.

Bei der verlässlichen Grundschule läuft die Betreuung in Altenbach laut Morast normal, bei der Strahlenberger Grundschule wurde mit "Pfiffikus" vereinbart, dass es nach dem Schulende keine Betreuungslücke mehr gibt. Nur bei der Kurpfalzgrundschule – sie ist als einzige in der Stadt für den Ganztagsbetrieb ausgelegt – hat man bisher noch keine Lösung für den Hort.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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