01.07.2020

Rohrbruch: Die Altenbacher Wasserversorgung ist wiederhergestellt (Update)

Rohrbruch: Die Altenbacher Wasserversorgung ist wiederhergestellt (Update)Die Reparatur der gerissenen Hauptleitung ging schneller voran, als noch am Dienstag gedacht. Das Wasser sollte jedoch vorerst weiter abgekocht werden.

Am Mittwoch war die Notwasserversorgung für Altenbach, die die Feuerwehr am Dienstag zwischen 12.30 und 20.30 Uhr eingerichtet hatte, nicht mehr notwendig. Foto: Dorn

Bis um 3 Uhr wurde das Netz noch einmal durchgespült und entlüftet, außerdem wurde eine mikrobiologische Probe entnommen, worüber auch das Gesundheitsamt des Kreises informiert wurde. Weil aber noch die Ergebnisse ausstehen, sollte bis Freitag das Wasser aus dem Hahn abgekocht werden. Eine erste Messung, wie trüb das Wasser ist, ergab keine Auffälligkeiten. Am gestrigen Mittwoch soll eine zweite Probe genommen werden, aber Harms ist zuversichtlich, "dass das Abkochgebot am Freitag wieder aufgehoben werden kann".

Wie berichtet, richteten die Feuerwehren Schriesheims und Altenbachs mithilfe ihrer Kollegen aus Neckarbischofsheim und Hemsbach eine Notversorgung mit insgesamt 6000 Litern Trinkwasser ein. Außerdem brachten die Schriesheimer und Hemsbacher Wehr weitere 1000 Liter zum Seniorenheim "Ella". Bis zum Nachmittag war der Andrang am Dorfplatz noch überschaubar, aber die meisten Altenbacher waren zu diesem Zeitpunkt noch auswärts auf der Arbeit. Also fuhren um 18 Uhr zwei Mannschaftswagen der Wehr durch den Ort, um die Bevölkerung auf die Situation und die Notwasserversorgung auf dem Dorfplatz hinzuweisen. Daraufhin kamen immer mehr Altenbacher in die Ortsmitte, um Wasser zu zapfen, sodass schließlich eine zweite Ausgabestelle eingerichtet wurde, bis die Feuerwehr um 20.30 Uhr die Anlagen abbaute, "nachdem der letzte Bürger versorgt war", wie der Schriesheimer Feuerkommandant Oliver Scherer sagte.

Das Unglück nahm am Dienstagmorgen seinen Lauf, als eine Hauptwasserleitung des Wasserzweckverbands Eichelberg am Abtsweg gerissen war, daraufhin sank der Druck im Trinkwassernetz Altenbachs ab – auch wenn in einzelnen Haushalten immer noch Wasser aus dem Hahn kam. Insofern war weniger eine WVE-Leitung "schuld", sondern eine des Zweckverbands Eichelberg mit Sitz in Wilhelmsfeld. Der dortige Bürgermeister Christoph Oeldorf erklärte, dass ein sechs Meter langer Längsriss in einer Gusseisenleitung aufgetreten sei, die Ursache ist unklar: "Vielleicht war es die Art der Verlegung." Das etwa 60 Jahre alte Rohr sei an sich in einem guten Zustand gewesen: kaum Rost, kaum Ablagerungen.

Fatal für Altenbach war, dass ausgerechnet die Hauptleitung zwischen dem Hochbehälter und dem weiter tiefer gelegenen Einspeisepunkt beschädigt wurde. Deswegen konnte der Ortsteil, anders als Wilhelmsfeld, auch nicht weiter von den Hochbehältern versorgt werden. Heute würde man das Versorgungsnetz wahrscheinlich anders konzipieren, so Oeldorf, der mit dem Zweckverband Eichelberg über eine "Strukturanalyse für das Netz, wie solche Probleme in Zukunft vermieden werden können", nachdenken will.

Die Reparaturarbeiten hätten, so Oeldorf, "gut funktioniert": Das Ersatzrohr wurde schnell beschafft, und die Baukolonne konnte zügig das alte ersetzen – dabei hatte die Feuerwehr Schriesheim beim Aufgraben für Licht gesorgt; der Hochbehälter wurde rasch wieder gefüllt. Oeldorfs Bilanz: "Angesichts der Größenordnung des Schadens lief das noch glimpflich ab. Das hätte auch länger dauern können."

Update: Mittwoch, 1. Juli 2020, 20.05 Uhr

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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