21.07.2020

Ein Abschied im Jugendgemeinderat und eine aufregende Idee

Ein Abschied im Jugendgemeinderat und eine aufregende Idee

Sozialarbeiterin Janika Steinbach verlässt Schriesheim - Gibt es eine Chance für einen Pumptrack?

Der Jugendgemeinderat und Bürgermeister Hansjörg Höfer verabschiedeten Janika Steinbach (2.v.l.), die seit Dezember 2018 für das Gremium und die Jugendarbeit zuständig war. Foto: Dorn

Schriesheim. (hö) Die letzte Sitzung des Jugendgemeinderates (JGR) vor der Sommerpause war auch ein Abschied: Die zuständige Sozialarbeiterin Janika Steinbach wird Ende des Monats Schriesheim nach rund eineinhalb Jahren verlassen, sie hat sich in ihrer alten Heimat, im Schwäbischen, für einen Master der Sozialen Arbeit beworben. Sie zieht von der Bergstraße mit einem lachenden und einem weinenden Auge: "Wäre die Stadt Schriesheim in meiner Heimat, dann würde ich auch nicht gehen." Der Jugendgemeinderat und Bürgermeister Hansjörg Höfer bedauerten Steinbachs Abschied, dankten ihr – und wünschten ihr alles Gute auf ihrem weiteren Weg. Für die freundlichen Worte revanchierte sie sich mit selbst gebackenen Käseschnecken. Interimsweise sind Karin Reichel und Robert Eszterle für den JGR die Ansprechpartner.

Aber es ging auch um Inhalte: Der Fünftklässler Mathis hatte nämlich eine Idee – die eines Pumptrack, wie es ihn auch schon in Ladenburg gibt. Er hatte ein richtig professionelles Video vorbereitet, in dem er erklärte, was genau ein Pumptrack ist, welche Vorteile diese relativ unaufwändige Anlage hat und dass sie von jeder Altersgruppe genutzt werden kann. Ein Pumptrack ist wie eine speziell geschaffene Mountainbikestrecke. Auf dem Rundkreis aus Beton oder Asphalt kann in beide Richtungen gefahren werden, und manchmal ist der Parcours auch modelliert, etwa durch Steilwandkurven, Wellen oder Sprünge. Der Pumptrack ist für Fahr- wie BMX-Räder genauso geeignet wie für Skateboards, Inliner oder aber auch Laufräder.

Mathis hätte schon mit Prof. Rolf Schwarz gesprochen, der eine solche Anlage für den Spielplatz Mozartstraße geplant hatte, der aber bei der Anwohnerbefragung durchfiel. Die Kosten wurden damals auf 50.000 bis 70.000 Euro geschätzt, aber könnte, je nach Größe, auch billiger kommen. Er betonte, dass der Pflegeaufwand einer solchen Anlage überschaubarer als bei einem Spielplatz sei. Als möglichen Standort nannte er die Wiese zwischen Ladenburger Straße und der Tennishalle. Höfer sprach sich eher für das Push-Gelände aus, wobei hier die Bedenken aufkamen, dass man das Areal doch besser frei zugänglich und nicht etwa abgeschlossen sein sollte. Der Antrag, hier weitere Verhandlungen mit der Stadt zu führen, wurde einstimmig angenommen.

Ein anderes Thema war die Neugestaltung der Unterführung mit Graffiti. Wegen Corona wurde das Sprayen verschoben. Jetzt muss ein neuer Termin gefunden werden, vermutlich in den Ferien.

Claudia Kockrow von der Grünen Liste hatte zudem um einen Gesprächstermin mit dem JGR gebeten. Sie war nicht da, stattdessen Fadime Tuncer und Dagmar Wenger. Man einigte sich als Termin für ein Treffen auf den Montag, 20. Juli, um 16.30 Uhr am Push-Gelände. Konkrete Gesprächsinhalte gab es nicht, weder von den Grünen noch vom JGR. Finn Franzen bat die Mitglieder des JGR, sich bis zu dem Termin Gedanken zu machen über die Punkte, die sie ansprechen wollten. Außerdem merkte er an, dass die Bearbeitung von Anträgen des JGR immer so lange in der Verwaltung brauchen würde.

Zuletzt regte Felicitas Fierro eine "Black Lives Matter"-Demonstration an. Grundsätzlich wurde befürwortet, sich für das Thema einzusetzen, jedoch bezweifelt, dass eine Demo in Schriesheim wirklich genügend Anklang finden würde. Oder ob es nicht besser sei, in Zusammenarbeit mit den Schulen andere Projekte, wie etwa eine Kunstausstellung, umzusetzen. Jetzt will man bei der Schülermitverantwortung nachfragen, ob man hier kooperieren kann.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung