23.08.2020

Varieté und Vergnügungspark: Schriesheim bietet "Ersatz" fürs ausgefallene Straßenfest

Am Wochenende treten Artisten in der Kirchstraße auf - Auf dem Festplatz laden Karussells und Buden ein

Von Micha Hörnle

Schriesheim. In der RNZ hatte CDU-Stadträtin Andrea Diehl die Frage aufgeworfen, ob es denn nicht eine Art "Ersatz" für das bereits im Juni coronabedingt abgesagte Straßenfest geben würde. Heute ist sie und der Rest Schriesheims schlauer: Ja, es gibt eine Alternative.

Genau genommen sind es sogar, je nach zählweise zwei oder gar vier: Neben den zwei Konzerten, mal Klassik im "Hirsch", mal Rock mit der "T-Band" im Obsthof Spieß (jeweils am Samstag, 5. September), sind ein Altstadt-Varieté (Samstag und Sonntag, 5. und 6. September) sowie ein kleiner Vergnügungspark auf dem Festplatz (Samstag, 5. September, bis Sonntag, 20. September) geplant.

> Altstadt-Varieté: Die Idee dazu hatte Bürgermeister Hansjörg Höfer, als er vor knapp zwei Monaten das Schriesheimer Artistenpaar Avital und Jochen Pöschko auf der Mannswiese auftreten sah: Er war davon so angetan, dass er die beiden für das Straßenfestwochenende in die Altstadt holen wollte. Und das hat auch geklappt. Die Grundlage dafür hatte, so berichtete Veranstaltungstechniker und Grüne-Liste Stadtrat Bernd Molitor, der Markt- und Kulturausschuss auf seiner Sitzung im Juni gelegt, als beschlossen wurde, das Straßenfest abzusagen und gleichzeitig nach Alternativen zu suchen. Und kurz darauf hatten die Pöschkos an der Schriesheimer Hütte ihren Auftritt. Da lag der Schritt nahe, die beiden zu engagieren, und sie bringen für das Wochenende in die Kirchstraße – samstags ab 18 Uhr, sonntags ab 15 Uhr – den Dossenheimer Artisten Craig van Deventer und noch eine Handvoll anderer Akrobaten mit. Am Samstagabend gibt dann Avital Pöschkos Bruder, der Londoner Berufsmusiker David Giles, ein kleines Konzert. Molitor schwärmt von einem "Super-Auftrittsort", denn die Artisten werden in der gesperrten Kirchstraße auftreten, der Zugang ist nur von der Heidelberger Straße aus möglich.

Aber: Die Besucherzahl ist auf maximal 300 pro Auftritt beschränkt, man muss sich vorher anmelden: Am einfachsten geht es über die Facebook-Seite der Pöschkos, ab Anfang nächster Woche auch über die Stadt-Homepage. Ansonsten gibt es jetzt schon zwei recht sperrige Internetadressen: www.lets-meet.org/reg/003503cd3bc5556d3f und www.lets-meet.org/reg/09773de613d1d1c571.

Man kann sich auch telefonisch bei Jochen Pöschko melden. Die Telefonnummer lautet: 0176/268-161-24, melden. Der Eintritt ist frei, aber Spenden werden erbeten, denn im Moment sind alle Artisten arbeitslos, ohne Corona wären die Pöschkos jetzt in England, Israel und Japan unterwegs.

Während sich Bürgermeisterstellvertreterin Fadime Tuncer "auf etwas Besonderes" freut, findet es im Gegenzug Jochen Pöschko gut, dass seine Artisten-Freunde endlich mal nach Schriesheim kommen.

> Vergnügungspark: Noch bis zum 31. August hat das Ingelheimer Schaustellerpaar Diana und Randy Blum seine Karussells und Buden am Heddesheimer Badesee aufgebaut. Am Samstag, 5. September, starten sie dann auf dem Festplatz – und zwar auf dem Verkehrsübungsplatz, "damit keine Parkplätze verloren gehen", so Ordnungsamtsleiter Achim Weitz.

Auf die kleinen Besucher warten noch bis zum 20. September zwei Kinderkarussells, ein "Twister", eine Eisenbahn und sechs Buden mit Dosen- und Wurfspielen sowie Süßigkeiten und deftigem Essen; sonntags von 15 bis 17 Uhr kommt das Kasperle vorbei; dienstags und donnerstags gibt es Ermäßigungen. Der Eintritt ist frei, aber es gibt eine Einlasskontrolle, denn in das umzäunte Areal dürfen nur maximal 100 Besucher gleichzeitig rein.

Bisher habe dieses Prozedere auch in Heddesheim, wo die Blums seit dem 6. Juli ihr Quartier haben, gut geklappt. Dort war die Resonanz dort "in den ersten Tagen gut, wie haben auch viele Stammkunden, aber dann machte uns die Hitze zu schaffen", so Diana Blum. Aber sie sagt auch: "Wir sind froh, dass wir das machen dürfen, sonst hätten wir am 24. Dezember unsere letzten Einnahmen gehabt." Und sie weist darauf hin, dass das Angebot vor allem für Familien gedacht ist: "Bei uns gibt es kein Rambazamba für Jugendliche."

Geöffnet ist der Vergnügungspark samstags und sonntags von 11 bis 21 Uhr sowie dienstags bis freitags von 14 bis 21 Uhr (Montag geschlossen).

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung