18.09.2020

Erste Probe des Kirchenchors nach Corona-Pause

Der Katholische Kirchenchor St. Michael Altenbach probte mit viel Abstand - Jedes Mitglied musste quasi für sich singen

Von Marion Gottlob

Schriesheim-Altenbach. Endlich! Nach sechs langen Monaten traf sich der Katholische Kirchenchor St. Michael das erste Mal nach der Corona-Pause wieder zur gemeinsamen Probe. Nicht nur dem Chor, sondern auch Dirigentin Irmtrud Menz hatten die Treffen gefehlt. Seit neun Jahren leitet sie den Chor. "Ich bin froh", sagte sie über den Neustart. Hierzu fanden sich mehr als 20 der 35 Sängerinnen und Sänger wieder ein, nur wenige hatten sich wegen Urlaub oder Krankheit entschuldigen müssen.

Vieles hatte sich geändert: Wer mitsingen wollte, hatte sich zuvor angemeldet. Wer kam, trug sich in einen Meldezettel ein. Der Chor probte nicht im Probenraum, sondern in der Kirche, weil hier im Moment das Hygiene-Konzept schon vorliegt. Durch den weiten und großzügigen Kirchensaal erklangen nun die Stimmen des Chors: "Hakuna Mungu Kama Wewe." Leiterin Irmtrud Menz war sehr zufrieden mit dem Gospel: "Prima, ja, gut."

Bei dem Song "Gott mag segnen – May God shield me" von Rodney Bambrick stand das Üben der verschiedenen Stimmen auf dem Programm. Während es draußen allmählich dunkel wurde, schwangen sich nach dem temperamentvollen Gospel die Stimmen nun sehr sanft in die Kirche: "Gott mag segnen, mich beschützen, mich behüten, mich bewahren und mich bringen in das Land des Friedens." Der Song wurde mehrmals auf Deutsch wie auf Englisch wiederholt. Erneut kam ein Lob der Dirigentin: "Wunderschön."

Die Dirigentin war nicht ganz ohne Grund so erfreut. Denn dahinter standen Engagement und Ideen. In der Corona-Pause hatte Irmtrud Menz für ihre Sängerinnen und Sängern die verschiedenen Stimmen wie Sopran, Alt, Tenor und Bass eingesungen und als Datei per Internet verschickt. Sänger Stefan Fitzer: "Das war ein Vorteil. In den sechs Monaten konnte man zu Hause ein bisschen für sich üben. Das war Arbeit, aber es hat sich gelohnt." Martha Reinhard freute sich über die erste Präsenz-Probe nach der Pause: "Wir singen alle gerne, sonst wären wir nicht im Chor – wir haben eine tolle Liedauswahl."

Doch die Probe in dem großen Raum war mehr als ungewohnt – vor allem der Abstand zwischen den Sängern von mindestens zwei Metern. Normalerweise sind die Sänger nahe beieinander, so dass jeder die Stimme des Nachbarn gut hört und von den Stimmen des gesamten Chors getragen wird. Durch die neue Sitzordnung musste jeder Sänger quasi für sich und alleine singen. Dirigentin Menz hatte Verständnis für ihre Leute: "Eine echte Herausforderung."

Doch man kann aus der Not eine Tugend machen. Es sei eine gute Schulung nach dem Motto "Ich kann auch alleine", fand Menz. Sie erklärte der RNZ: "Die Sänger von vielen professionellen Chören stehen auf Abstand, damit sich der Klang der einzelnen Stimmen besser ausbreiten kann." Peter Reinhardt, Vorsitzender des Chors, freute sich wie die anderen: "Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zueinander. Es ist schön, sich wieder zu treffen." Denn vieles mag sich verändert haben, doch manches ist gleich geblieben: die Schönheit der Musik und die Freude am gemeinsamen Gesang." So erklang zum Abschluss der Probe das dreistimmige Lied "Engel mögen dich begleiten, wo du immer weilst und stehst. Auch in unendlichen Weiten, auf den Wegen, die du gehst". Danach gab es zur Feier der Proben-Premiere einen kleinen Imbiss – mit Abstand und im Freien, wie es die Regeln vorschreiben.

Info: Neue Mitglieder sind im Katholischen Kirchenchor St. Michael Altenbach willkommen. Anmeldung unter Telefon 0 62 20/ 87 36 oder per E-Mail reinhardt_peter@kath-kirchenchor-altenbach.de.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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