01.10.2020

Ein Altenbacher Feuerwehr-Standort weniger

Ein Altenbacher Feuerwehr-Standort weniger

Gewann Katzensäuf am Ortseingang ist nun endgültig aus dem Rennen - Feuerwehr ist dagegen - Knappe Abstimmung im Ortschaftsrat

Jetzt ist klar: Ein Feuerwehrhaus direkt am Altenbacher Ortseingang wird es nicht geben. Foto: Dorn

Schriesheim-Altenbach. (hö) Seit Jahren diskutiert der Ortsteil die Frage, wo die Feuerwehr angesichts der extrem beengten Platzverhältnisse in ihrem jetzigen Gerätehaus unterkommen soll. Was war nicht alles vorgeschlagen worden: die ehemalige Wäscherei Schmitt, der Buswendeplatz und erst neuerdings wieder, sozusagen als kleine Lösung einer Feuerwehrhalle für zwei Fahrzeuge, die Grundstücke "Hauptstraße 28" (der Favorit von Bürgermeister Höfer und der Grünen Liste) und "Hauptstraße 26". Etwas stiefmütterlich wurde bisher der Vorschlag von Karin Malmberg-Weber (SPD) behandelt: ein richtiges Gerätehaus im Gewann Katzensäuf, direkt am Ortseingang (vor dem ersten Haus links, wenn man aus Schriesheim kommt).

Aber wie alle anderen diskutierten Standorte hat auch der seine Tücken: Das Gelände ist momentan als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen, es müsste erst einmal ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Weil es direkt am Hang liegt, müsste hier ordentlich gegraben werden – und das in einem Landschaftsschutzgebiet. Allein schon dadurch wäre diese "große Lösung" für die Feuerwehr richtig teuer – und angesichts der städtischen Haushaltslage illusorisch. Aber fast noch wichtiger: Die Feuerwehr ist gegen das Gewann Katzensäuf, und argumentiert damit, dass allein schon dessen Lage in einer Kurve direkt an der Landstraße ziemlich gefährlich sei.

Malmberg-Weber, die sich nicht so leicht geschlagen geben wollte, argumentierte tapfer, dass es, wenn man nur wolle, "für alles eine Lösung gibt". Und größere Erdbewegungen seien ja gerade in Altenbach eher die Regel als die Ausnahme. Karl Reidinger (CDU) meinte halb resigniert: "Alle suchen nach einem Platz für die Feuerwehr", um nachzuschieben, wieso er gegen den Katzensäuf-Standort ist: "Die Hürden sind zu hoch. Es gibt kein Baurecht, es wären sehr viele Fachbehörden involviert, und schließlich gibt es die ablehnende Bewertung der Feuerwehrkommandanten." Sabine Stern (Grüne Liste) sieht es ähnlich: "Wir schließen uns der Feuerwehr an." Ortsvorsteher Herbert Kraus vertrat eher eine mittlere Position: "Aus Sicht der Verwaltung ist dieser Standort ungünstig, aber prinzipiell machbar." Carsten Junghans (Freie Wähler) sprach von einer "sehr anspruchsvollen Gleichung mit vielen Unbekannten", aber immerhin gebe es endlich einmal "einen tiefergehenden Antrag zu einem Neubau".

Malmberg-Webers Antrag, den Bebauungsplan zu ändern, um im Katzensäuf ein Gerätehaus zu planen, wurde schließlich bei Stimmengleichheit, fünf zu fünf Stimmen, ganz knapp abgelehnt. Und damit ist dieser Standort genauso aus dem Rennen wie der Buswendeplatz (der Grundstückeigentümer verkauft nicht) und die Wäscherei Schmitt, die ähnliche Probleme mit sich brächte wie Katzensäuf: zu komplizierter und teurer Bau und zu unübersichtliche Zufahrt auf die Straße.

Im Moment neigt eine relativ knappe Mehrheit im Ortschaftsrat einer Feuerwehrhalle in der Hauptstraße 28 zu, allerdings hat der direkte Nachbar rechtliche Schritte angedroht. Etwas nebulös sagte Junghans, er hätte noch "eine Alternative in der Hinterhand". Auf RNZ-Nachfrage wollte er sich aber dazu nicht näher äußern: "Es ist im Moment noch zu früh. Wir müssen noch ein paar Gespräche führen."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung