07.10.2020

Familie Biebeler will Corona-kranker Lehrerin in Ecuador helfen

"Aus dem Corona-Koma erwacht - aber ohne Gedächtnis" - Sie bittet um Spenden für eine Lehrer-Kollegin mit schwerer Covid-19-Infektion

Schriesheim. (mio) Die Familie Biebeler hat sieben Jahre lang in Schriesheim verbracht. Inzwischen leben Ralf und Sandra Biebeler mit ihren zwei Kindern in Ecuador. Doch sie sind der Stadt weiter eng verbunden. So bitten sie nun um Spenden für eine Kollegin von Sandra Biebeler: Die Lehrerin Katya Tapia ist schwer an einer Corona-Infektion erkrankt. Ihre Krankenversicherung deckt 50.000 Dollar, doch schon jetzt sind Kosten von 80.000 Dollar angefallen. Ralf Biebeler ist sich sicher: "Und die Kosten werden weiter steigen."

Die Familie Biebeler hat sich in Schriesheim sehr wohl gefühlt. Der Familienvater sagt: "Wir wären hier alt geworden, wenn wir nicht nach Ecuador gegangen wären." Er war in seiner Schriesheimer Zeit aktiv im Softball und hat fast jedes Wochenende als Zuschauer bei den "Raubrittern" verbracht, wenn er nicht selbst an einem Turnier teilgenommen hat. Ralf Biebeler hat ein Unternehmen in Viernheim, die Pionierfilm. Von Ecuador aus betreut er die Website und den Online-Auftritt seines Unternehmens. Mit diesem Wissen rief er auch ehrenamtlich zusammen mit Fadime Tuncer die Website www.flüchtlingshilfe-schriesheim.de ins Leben. Familie Biebeler hat sich auch für eine afghanische Familie eingesetzt. Ralf Biebeler sagt: "Wir haben bis heute Kontakt zu der Familie."

Im Jahr 2018 ist die Familie Biebeler nach Ecuador gezogen. Ralf Biebeler erklärt: "Meine Frau ist Lehrerin und hat sich für den Auslandsschuldienst beworben. Wir wollten in ein spanischsprachiges Land, um Spanisch zu lernen." Sie leben nun auf einer Höhe von 2400 Metern in einem Tal vor Quito, der höchsten Hauptstadt der Welt. Sandra Biebeler unterrichtet Englisch und Mathematik für Kinder zwischen elf und 18 Jahren. Ihr Mann Ralf arbeitet von der Ferne aus für sein Unternehmen und absolviert zeitgleich ein Fernstudium an der IST-Hochschule für Management in Düsseldorf.

Im August wurde bei der Lehrerin Katya Tapia eine Covid-19-Infektion festgestellt. Kurz darauf wurde sie in die Intensivstation eingeliefert, künstlich beatmet und in ein künstliches Koma versetzt. Inzwischen ist die Mutter von Zwillingen geweckt worden, doch sie kann nicht sprechen und niemanden erkennen. Ralf Biebeler berichtet: "Die Familie von Katya ist mehrfach gebeutelt, denn ihr Bruder ist im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Nun hat die Familie Anfang September einen Spenden-Aufruf gestartet, da alle froh waren, dass Katya wieder aus dem Koma geholt werden konnte."

Sandra Biebeler ist Vorstandsmitglied bei den "Damas Alemanas Ecuador". Der Verein ist ein Zusammenschluss von Frauen, die um Spenden für soziale Projekte in Ecuador werben. So kann die ehemalige Schriesheimerin dafür einstehen, dass die Spenden tatsächlich der Lehrerin zugutekommen. Ralf Biebeler sagt: "In der Corona-Krise halten die Menschen in Ecuador zusammen. Familie und Freunde haben einen sehr hohen Stellenwert." Nun bemühen er und seine Frau sich als Freunde um Hilfe für die Lehrerin – und unterstützen, wo sie nur können.

Info: Spendenkonto: AEACE – Deutsche Schule Quito, Commerzbank Berlin, IBAN: DE58.1004.0000.0251 1244 00, Verwendungszweck: "Spende Katya Tapia".

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung