23.10.2020

Kommt eine Pumptrack-Anlage bald auch nach Schriesheim?

Jugendgemeinderat bringt Antrag im "großen" Gemeinderat ein - Der fordert aber viel Eigenarbeit und die Suche nach Sponsoren

Schriesheim. (hö) Das, was Ladenburg hat, will Schriesheim jetzt auch: eine Pumptrack-Anlage. Dabei handelt es sich um eine speziell geschaffene Mountainbikestrecke, die oft modelliert ist und nicht nur für Räder, sondern auch für Skater und Inliner geeignet ist. Nun beriet der Gemeinderat den Antrag des Jugendgemeinderates, eine solche Anlage in Schriesheim zu bauen – und gab mit großer Mehrheit grünes Licht für weitere Planungen.

Bereits im Juli hatte der damalige Fünftklässler Mathis seine kühne Idee dem Jugendgemeinderat vorgestellt. Er hätte schon mit Prof. Rolf Schwarz gesprochen, der eine solche Anlage für den Spielplatz Mozartstraße geplant hatte, der aber bei der Anwohnerbefragung durchfiel. Die Kosten wurden damals auf 50.000 Euro (wie in Ladenburg) geschätzt, aber könnte, je nach Größe, auch billiger kommen. Im Moment sind 80.000 Euro im Gespräch. Dabei sei der Pflegeaufwand einer solchen Anlage überschaubarer als bei einem Spielplatz.

Am Mittwochabend versuchte Kilian Wachter vom Jugendgemeinderat, die "großen" Räte von der Notwendigkeit dieses Vorhabens zu überzeugen: "Das ist eine gute Anschaffung, die nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für Erwachsene geeignet ist." Das sahen die meisten Räte auch so: Dagmar Wenger (Grüne Liste) berichtete von den leuchtenden Augen, die die Skater allein schon von der Ankündigung eines Pumptracks bekommen hätten, und fand "diese Investition gut angelegt". Auch Frank Spingel (CDU) sah einen Bedarf für eine solche Anlage, nicht umsonst würden viele Schriesheimer nach Ladenburg pilgern. Die für ihn "unangenehme Frage" war die der Kosten von 80.000 Euro – zumal die dramatische Haushaltslage der Stadt (siehe Artikel oben) allen bewusst war. Spingel forderte dazu auf, Sponsoren nach Ladenburger Vorbild zu suchen.

Das sah auch Renate Hörisch-Helligrath (SPD) so, die den Jugendgemeinderat zu Eigenarbeit und Sponsorensuche verpflichten wollte, um 30.000 Euro einzusparen. Gegenwind kam von der FDP: Ulrike von Eicke bezweifelte, dass es in Coronazeiten gelingen würde, die Hälfte der Kosten durch Spenden zusammenzubekommen, also bliebe an der Stadt doch wieder alles hängen. Außerdem sei ein Pumptrack "nicht essenziell": "Manchmal muss man harte Entscheidungen treffen." Daher lehnten die beiden FDP-Räte und Thomas Kröber (AfD) die Planungen ab – auch wenn Bürgermeister Hansjörg Höfer appellierte, dass jetzt noch keine "letzte Entscheidung" getroffen werde. Man werde jetzt ein unverbindliches Abgebot einholen.

Offen ist unterdessen noch die Standortfrage: Mathis hatte im Juli die Wiese zwischen Ladenburger Straße und der Tennishalle genannt. Höfer sprach sich damals eher für das im Moment eher unbelebte Push-Gelände aus, wobei hier die Bedenken aufkamen, dass das Areal doch besser frei zugänglich und nicht etwa abgeschlossen sein sollte.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung