02.11.2020

Paar aus Brandenburg verbrachte kurz vor dem Lockdown einige Tage an der Bergstraße

Der nächste Aufenthalt ist schon geplant - "Es gibt noch so viel zu entdecken"

Von Volker Knab

Schriesheim. "Es war so schön", gerät Carmen Dornau bei ihrer Schilderung ins Schwärmen. In der letzten Woche vor dem neuerlichen Lockdown in Deutschland hatte sie mit ihrem Partner Manfred Laux einige Tage an der Bergstraße verbracht. Am Freitag sind die beiden abgereist. Es war die vorerst letzte Gelegenheit, als Touristen in die Gegend zu kommen.

Den beiden Brandenburgern aus Königs Wusterhausen – gelegen am Autobahnring im Süden von Berlin – hat es in der Region einmal mehr gefallen. "Es gibt noch so viel zu entdecken", betont Dornau. Dabei waren die beiden aufgrund familiärer Beziehungen nicht das erste Mal in der Region. Tante und Onkel von Carmen Dornau leben in Viernheim.

Nach der Wende kam sie zum ersten Mal zu Besuch, erzählt die 65-Jährige im Gespräch mit der RNZ. Mit dem Trabi und ohne Westgeld, erinnert sie sich. Es entstand ein reger Kontakt, der sich auch durch Gegenbesuche der Verwandten vertiefte. Aber wenn die beiden Urlauber bisher hier waren, sind sie immer mit Tante und Onkel auf Erkundungstour gegangen. Heidelberg, die Pfalz und Bad Dürkheim kennen Dornau und Laux daher schon. In diesem Jahr aber wollten es die beiden anders machen.

Ursache dafür war nicht zuletzt die Corona-Pandemie. Schließlich gehören die vier Verwandten zur Risikogruppe. Also beschlossen Dornau und Laux, dieses Mal ein Hotel zu nehmen und kurze Ausflüge allein zu unternehmen. "Aber trotzdem zufällig immer wieder zum Besuch vorbeizukommen", erzählt sie und lacht.

Die beiden holten Informationen über verschiedene Orte ein, und dann "haben wir uns eine ganz neue Ecke ausgesucht". Ihr Hotel buchten sie in Ladenburg. Die Römerstadt wollten sie auf jeden Fall erkunden. Weiter standen Weinheim und Schriesheim auf dem Programm. Zum Wandern sollte es in den Odenwald gehen.

Nach der Anreise an einem Montag erlebten die beiden allerdings eine Enttäuschung, da die Touristeninformation in Ladenburg geschlossen gewesen sei und erst am Mittwoch wieder öffnen sollte. Das Stadtbild Ladenburgs werden sie aber trotzdem in guter Erinnerung behalten, ebenso wie ein Essen mit einem Steak vom Lavastein, meint sie und schmunzelt.

In Weinheim hat den beiden die Altstadt besonders gut gefallen. Ihren Besuch in Schriesheim verknüpften die beiden mit der geplanten Wanderung im Odenwald. Von der Strahlenburg führte sie der Weg in die Weinberge. "Wir hatten viel Sonne", gerät Carmen Dornau beim Schildern dieses Gangs durch die Reblagen ins Schwärmen. Die Urlauber ließen sich auf einer Bank nieder und hatten damit einen wunderbaren Ort gefunden, um ihre Seele baumeln zu lassen. Nach der Empfehlung eines Ortskundigen folgte auf den Gang durch die Weinberge der Kauf eines guten Roten.

"Da gab es so schöne Hinterhöfe", erinnert sich Dornau an weitere besondere Eindrücke von Schriesheim. Ihr weiterer Weg führte die beiden Besucher noch auf einen Obsthof. "Da haben wir Most und Äpfel gekauft und sind dann wieder zurück über die Obstplantagen", schildert Dornau den Fortgang dieser Tagestour mit eindrucksvollen Landschaftsimpressionen. Da ihnen auch der Tipp gegeben wurde, Speyer keinesfalls links liegen zu lassen, führte sie ihre nächste Tour in Dom und Technikmuseum.

"Vermisst habe ich ein Fahrrad", zog Dornau abschließend Bilanz. Für die nächste Reise in die Region will sie einen Drahtesel organisieren, zumindest leihweise. Eine Überraschung gab es für die beiden dann noch ganz zum Schluss ihres Aufenthalts.

"Sie hatten Glück mit ihrer Übernachtung", sagte die Chefin des Hotels am Tag der Abreise zu den beiden. So erfuhren sie, dass sie für ihren Kurzurlaub die letzte Woche vor einem neuerlichen Verbot touristischer Aufenthalte im Inland genutzt hatten. Von Montag an dürfen nur noch Geschäftsreisende im Hotel übernachten.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung