04.11.2020

Corona-Shutdown: Was in Schriesheim alles abgesagt ist und was noch geöffnet hat

Corona-Shutdown: Was in Schriesheim alles abgesagt ist und was noch geöffnet hat

Der Gemeinderat tagt zumindest am Mittwoch nicht. Foto: Dorn
Bei den Vereinen ruhen alle Aktivitäten. Auch die Gemeinderatssitzung fällt aus. Stadtbibliothek, Archiv und Rathaus haben weiter geöffnet.

Schriesheim. (hö) Der seit Montag geltende teilweise Lockdown hat auch in Schriesheim das gesellschaftliche Leben fast zum Stillstand gebracht: Die Aktivitäten aller Vereine ruhen, die Übungs- und Trainingsstunden sind im Moment abgesagt. In den nächsten Tagen holt die RNZ bei ihnen ein Stimmungsbild ein, wie die Lage in dieser zweiten Corona-Zwangspause ist – und welche Wege es gibt, die Vereinsarbeit doch irgendwie am Laufen zu halten. Die Mehrzweckhalle beispielsweise ist zwar für die Vereine grundsätzlich gesperrt, aber nicht für den Schulsport oder Elternabende, so Ordnungsamtsleiter Achim Weitz.

Auch städtischerseits häufen sich die Absagen: So entfällt die für den heutigen Mittwoch geplante Gemeinderatssitzung. Als Erstes hätte sich die Gesellschafterversammlung der städtischen Wasserver- und -entsorgungsgesellschaft (WVE) getroffen. Doch da das nicht möglich ist, erhalten die Gesellschafter nun die Informationen auf dem Postweg. Die WVE, die im Mai 2000 gegründet wurde, ist eine Kooperation der Stadt mit der Mannheimer MVV-Energie und dem Abwasserspezialisten AWS, die seither für sämtliche Neuinvestitionen sowie für alle betrieblichen Belange zuständig sind. Der Grund für diese Form der Zusammenarbeit lag darin, dass eine kleine Stadt wie Schriesheim nicht mehr allein die komplexen Anforderungen der Wasserver- und -entsorgung stemmen konnte. Bei der WVE hält die Stadt 51 Prozent, den Rest teilen sich MVV und AWS.

Danach hätte sich regulär der Gemeinderat um 16.30 Uhr getroffen, auf der Tagesordnung stand vor allem der Zehnjahresplan für den Schriesheimer Wald. Doch der kann auch im nächsten Frühjahr noch beschlossen werden. Generell gilt im Moment die Linie, so Ordnungsamtsleiter Weitz, dass alle nicht notwendigen Sitzungen verschoben werden. Allerdings: Wenn doch dringende, zeitgebundene Entscheidungen anstehen, könnten die doch stattfinden – wie die übernächste Sitzung des Gemeinderats am 11. November oder die des Ausschusses für Technik und Umwelt am 16. November.

Wie am Volkstrauertag am Sonntag, 15. November, in der Kernstadt der Toten beider Weltkriege und der Opfer von Gewalt gedacht werden soll, steht noch nicht abschließend fest, so Weitz. Zumindest für Altenbach hat Ortsvorsteher Herbert Kraus um 10 Uhr ans Kriegerdenkmal eingeladen. In seiner Einladung schreibt Kraus: "Dieses Jahr zwingen uns die Umstände um die Ausbreitung des Coronavirus jedoch, die Veranstaltung so zu gestalten, dass das Risiko für die Beteiligten minimiert wird. Es ist mir jedoch wichtig, in unserer heutigen Zeit, in der in vielen Teilen der Welt Kriege, Gewalt und Unterdrückung herrschen, der Menschen dennoch in einer Präsenzveranstaltung zu gedenken, die Opfer hiervon geworden sind." Er werde einen Kranz niederlegen, dann spricht jemand von der Evangelischen Kirchengemeinde ein Gebet, danach hätten "die Bürger im Anschluss über den ganzen Tag die Gelegenheit, am Denkmal im stillen Gedenken vorbeizugehen".

Ebenfalls Opfer des zweiten Lockdowns ist die für Dienstag, 17. November, terminierte Verabschiedung des langjährigen Geschäftsführers der Winzergenossenschaft (WG) Harald Weiss im Zehntkeller. "Die Einladungen gingen noch vor dem zweiten Lockdown raus, aber jetzt ist klar, dass diese Verabschiedung zu diesem Zeitpunkt nicht möglich ist", so WG-Vorstandsvorsitzender Karlheinz Spieß auf RNZ-Anfrage. Sie werde aber auf jeden Fall zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Aber bei allen Schließungen: Es gibt noch städtische Einrichtungen, die geöffnet haben: Rathaus, Stadtbibliothek und Stadtarchiv. Der Zutritt ins Rathaus soll allerdings nach wie vor nur nach vorheriger Anmeldung erfolgen. Anders sieht es im Stadtarchiv und der Stadtbibliothek aus: Hier sind – anders als in Ladenburg – keine Einschränkungen geplant. Stadtbibliotheksleiterin Johanna Krämer bestätigt der RNZ, dass das seit August bestehende Hygienekonzept – Maskenpflicht, Kontaktformular und kein längerer Aufenthalt – weiter gültig sei und sich bewährt habe. Zugleich weist sie darauf hin, dass die Höchstzahl der Anwesenden im Interimsort der Bücherei, der Schulaula, auf 15 Personen begrenzt sei: Bei normalerweise drei Angestellten vor Ort wären das zwölf Besucher, "aber das war bisher noch nie der Fall", so Krämer. Vor der Ankündigung des zweiten Lockdowns hätten am Freitag und Samstag viele Nutzer noch schnell "Medien gehamstert", weil viele sich unsicher gewesen seien, wie lange die Bibliothek noch geöffnet habe. Generell sei die Besucherfrequenz schwächer als im Vorjahr – nicht nur wegen der Risikogruppen, sondern auch weil die Bücherei nun kein Aufenthaltsort mehr sei, so Krämer.

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Die Stadtbücherei hingegen hat regulär geöffnet. Foto: Dorn

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung