17.12.2020

500 neue Bäume für den Wald

500 neue Bäume für den Wald

Die beiden Forstwirte Simon Djuric und Jacob Eisen (r.) pflanzen unterhalb vom Weißen Stein auf Schriesheimer Gemarkung die ersten zehn Eichen im klimagestressten Wald. Möglich machte das die CDU-Spendenaktion vom Oktober. Foto: Dorn
Die ersten zehn Eichen der CDU-Spendenaktion wurden am Weißen Stein gepflanzt - Boden ist feucht genug

Von Max Rieser

Schriesheim. Der Zustand der deutschen Wälder ist schlimm – und das liegt an der Dürre und dem Borkenkäferbefall der geschwächten Fichten, also alles Folgen des Klimawandels. Um die geplante Aufforstung zu unterstützen, rief die CDU Schriesheim um die Vorsitzende Christiane Haase zu einer Spendenaktion auf. Im Gespräch mit den Revierförstern Walter Pfefferle und Michael Jakob erfuhr sie von den drastischen Schäden am Wald. In nur einem Monat kam die stattliche Summe von 5318 Euro zusammen (RNZ vom 16. November).

Das freut Haase: "Wir waren wirklich überwältigt von der Resonanz, weil sogar Leute aus Ladenburg für den Schriesheimer Wald gespendet haben, und auch parteiübergreifend gab es ein absolut positives Feedback." Vereine, aber auch Privatpersonen zählen zu den Spendern. Die Gründe dafür lassen sich auch in den Umständen der Pandemie finden. Viele Menschen nutzen den Wald als Alternative zum Wochenendurlaub und als willkommenes Ausflugsziel. Einer der stärksten Spender war der Odenwaldklub mit 480 Euro: "Wir fanden, das ist eine sehr sinnvolle Aktion, an der wir uns gern beteiligen wollten", sagt die Vorsitzende Friederike Meyenschein. Einer der privaten Spender war Daniel Schollenberger aus Schriesheim. Er und seine Frau waren gleich begeistert, als sie von der Spendenaktion erfuhren: "Man hört ja viel über die Aufforstung vom Regenwald, aber man kriegt ja auch mit, dass unsere eigenen Wälder sehr stark von der Klimaerwärmung betroffen sind." Schollenberger will vor allem etwas für die Zukunft und spätere Generationen tun: "Die bessere Luft tut uns ja allen gut."

Am vorletzten Mittwoch wurden die ersten zehn jungen Eichen, die durch die Spenden angeschafft wurden, am Weißen Stein gepflanzt. Die ausgesuchte Fläche ist eine, die durch die Rodung von durch Borkenkäfer befallenen Fichten entstanden ist."Das Geld reicht für knapp 500 neue Bäume und das Personal, das sie pflanzt", sagt der Forstwirt Andreas Weber. Außerdem bekommen die jungen Setzlinge eine Wuchshülle, die vor Wildverbiss schützt und als Stütze für die Pflanzen dient. Die feuchte Witterung der letzten Wochen hat dem Boden gutgetan, mein Förster Walter Pfefferle: "Der Schnee hat auch geholfen, dass das Erdreich wieder tiefgründiger durchfeuchtet wird." So richtig losgeht es mit der Bepflanzung des Areals im Frühjahr. "Das Gute ist, dass die Naturverjüngung hier funktioniert", so Weber. Das bedeutet, dass auch ohne fremde Hilfe neue Bäume wachsen. Trotzdem ist eine Aufforstung wichtig – auch, um zu sehen, welche Sorten sich etablieren können. Auf der Fläche sollen auch Zedern und andere Baumarten probeweise gepflanzt werden. "Man pflanzt dann einige Setzlinge, um zu testen, welche besonders witterungsbeständig sind", berichtet Weber. Nach zwei Jahren wird geschaut, welche Pflanzen sich selbst vermehrt haben und pflanzt diese dann weiter. Pfefferle sagt aber: "Man kann erst nach Jahrzehnten sagen, welche Arten mit den veränderten Klimabedingungen wirklich zurechtkommen."

Einige Spender waren enttäuscht, dass sie nicht dabei sein konnten. "Es hatten auch viele den Wunsch, selbst mitzuhelfen, aber das geht bei den Corona-Beschränkungen im Moment nicht", sagt Haase. Sie hofft, dass es im Frühjahr wieder möglich sein wird, mit allen Interessierten den Förstern und Forstwirten beim Pflanzen zu helfen. Auch Revierförster Pfefferle möchte den Spendern gern etwas zurückgeben. Er plant einige mit Informationstafeln versehene Großbäume entlang der Wege zu pflanzen, die auf die Geldgeber hinweisen.

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung