17.12.2020

In den Schulen bisher kaum Nachfrage für die Notbetreuung

Nur elf Schüler nutzen während der vorzeitigen Weihnachtsferien das Angebot. In Altenbach und in der Realschule ist es jeweils nur ein Kind.

Schriesheim. (mank) Das Infektionsgeschehen ist – leider – sehr dynamisch derzeit, und ebenso das Geschehen an den Schulen. In immer kürzeren Abständen erfahren Schulleiter, Lehrer, Schüler und Eltern aus den Medien oder direkt vom Land von neuen Regelungen. Aktuell sind bekanntlich die Weihnachtsferien nun doch nach vorne verlängert, seit Mittwoch sind alle Schüler zuhause. Nur die Abschlussklassen erhalten Fernunterricht, die meisten jüngeren Schüler freuen sich über längere Ferien. Es gibt aber eine "Notbetreuung" für Kinder der Klassen eins bis sieben, deren Eltern arbeiten müssen. An den Schriesheimer Schulen wird diese Betreuung aber nur vereinzelt wahrgenommen.

So wird in der Altenbacher Grundschule derzeit ein Kind bis zum nächsten Dienstag betreut, berichtet Schulleiterin Anja Münster-Doubravsky. "Das Kind ist von 7.45 bis kurz nach 13 Uhr in der Schule, jeweils ein Lehrer betreut es einen halben Vormittag lang." Das Kind bringt sich etwas zum Lesen, Puzzeln, Malen oder Ähnliches mit – das sei natürlich nicht so schön und motivierend für ein einzelnes Kind. "Die anderen Schüler haben sich über verlängerte Ferien gefreut, allerdings gab es auch traurige Schüler." So habe ihr eine Viertklässlerin am letzten Schultag einen Brief gebracht, dass sie Freunde und Schule vermissen werde.

In der Kurpfalz-Grundschule werden vier Kinder betreut: drei Zweitklässler und ein Viertklässler. "Diese Schüler werden in einer Gruppe betreut – mit Abstand, Maske und unter Einhaltung der Hygienevorschriften", sagt Schulleiterin Sabine Grimm. Die Kinder spielen miteinander, basteln Fensterdeko oder beschäftigen sich auf Laptops mit Lernprogrammen wie "Antolin oder Anton". "Sie sind also sinnvoll beschäftigt", so die Schulleiterin. Die Schüler werden von 8 bis 12.40 Uhr betreut, ein Kind in der Kernzeit bis 14 Uhr. Der Schichtplan für die jeweils drei Stunden Betreuung der Schüler sei schnell gefüllt gewesen. "Die Solidarität und Kollegialität der Lehrer ist gewachsen in der Krise."

In der Strahlenberger Grundschule werden vier bis fünf Kinder aus verschiedenen Klassenstufen an verschiedenen Tagen betreut. "Zwei Lehrerinnen im Wechsel betreuen die Schüler pro Tag", sagt Schulsekretärin Charlotte Günther (Schulleiterin und stellvertretende Schulleiterin sind krank). Die Schüler werden bis einschließlich nächsten Dienstag von 8 bis 13 Uhr betreut: "Sie basteln, spielen, lesen – heute haben sie einen Weihnachtsfilm geschaut."

Die Leiterin der Realschule, Petra Carse, berichtet von einem Fünftklässler, der am Freitagvormittag betreut wird. Die Abschlussklassen erhalten Fernunterricht – wie geplant und geübt: Die Fachlehrer stellen Aufgaben in "Teams" ein und sind zu den regulären Unterrichtszeiten via Chat oder Videochat erreichbar, außerdem gibt es in manchen Fächern Videounterricht.

Am Kurpfalz-Gymnasium wird von den Fünft- bis Siebenklässlern kein Schüler betreut. "Dies zeigt, dass die Eltern den Lockdown ernst nehmen", sagt Schulleiter Hans-Peter Kohl. "Wir haben allerdings alles vorbereitet für eine Betreuung, die ja noch notwendig werden könnte." Für jede der drei Klassenstufen stehen ein bis zwei Räume zur Verfügung, ebenso seien Lehrer zur Betreuung eingeteilt. Für die Abschlussklassen J1 und J2 ist bis einschließlich Dienstag, 22. Dezember, verbindlich Online-Unterricht. Aufgaben werden auf "Moodle" eingestellt, zusätzlich findet Videounterricht statt, der sich am regulären Stundenplan orientiert.

Am privaten Heinrich-Sigmund-Gymnasium (HSG) ist die Lage etwas anders: "Als freie Schule ist das HSG nicht an den vorgezogenen Ferienbeginn gebunden", erklärt Veruschka Metzger, Leiterin der Schulverwaltung. "Die Schule ist geschlossen, aber wir dürfen weiterhin Fernunterricht anbieten. Daher erhalten bei uns alle Schüler von Klasse fünf bis zwölf mindestens fünf Stunden Online-Unterricht am Tag bis einschließlich Freitag." Am 21. und 22. Dezember waren schon zu Schuljahresbeginn bewegliche Ferientage geplant.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung